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Mai 1545.
Angelegenheit empfohlen. Als er ihnen vorgehalten, sie seien aufrührerische Leute und hätten des KöMgöAmtsleuten Widerstand bereitet, haben sie sich so verantwortet, daß er gesagt habe, er sei mit ihnen wohlzufrieden und wolle für sie ein getreuer Patron beim König sein; sie sollen ihm eine Konfession ihres Glaubetübergeben; von dieser Confession liege ein Exemplar zu Basel. Als aber Priinani zum König gekommen,habe er die Waldenser schwer verläumdet, um bei Cardinal „Turnonio" Gunst zu erhalten; dieser Verrathsei der Anlaß zu der später erfolgten Mißhandlung gewesen. Dabei haben das Parlament von Aix u»ddie Bischöfe den König gereizt, indem sie ihm vorgegeben, die Waldenser seien durch seine Erlasse nurund übermüthig geworden, während diese nichts Anderes gethan haben, als daß sie ihren Glauben elivl^heiterer bekannten, damit der König von demselben unterrichtet werde und „hiemit richter sie". Die NachriAüber das (hernach erfolgte) Wüthen gegen die Waldenser beruhe nicht bloß auf Hörensagen, sondern ausgründlicher Kundschaft; denn 1. vom Hofe des Königs seien Briefe nach Genf gekommen, die eine Zeitlangvorher anzeigten, daß solches geschehen werde. 2. Zwei gar ehrbare Männer aus den Brüdern, (die nachGenf gekommen und?) welche Calvin wieder heimgewiesen, bis die diese Angelegenheit betreffenden Brieseaus Deutschland kommen, seien, nachdem sie schon auf der Heimreise gewesen, wieder nach Gens zurückgekehrtund hätten erzählt, wie sie das Schicksal der Brüder auf der Straße vernommen haben. 3. Viele von denEntfloheneu und aus andern Dörfern hätten berichtet, wie schrecklich es gegangen sei. 4. Kaufleute, dndannzumal in der Provence gewesen, hätten erzählt, Kriegsleute haben selbst bekannt, sie hätten keinen Krieggesehen, bei dem so schrecklich verfahren worden sei. 5. Als Calvin diese Reise unternommen, sei ein gelehrterMann, den „sy" vor sechs Monaten „hinin" geordnet, zu ihm gekommen und habe Alles bestätigt. DerHergang sei nun folgender gewesen. Als der König einen Zug zu Wasser wider den König von Englandzu senden im Begriffe war, habe er diesem Kriegsvolk („inen") besohlen, bevor sie in die Schiffe sitzen, diesrThat zu vollführen. In einigen Dörfern, wo die Waldenser ergriffen wurden, sei dann ein großes Erwürg?"geschehen. Anderseits seien drei oder viertausend auf einen steilen Berg entflohen und hätten die dahin führend?"Wege versperrt, in der Meinung sich hier zu vertheidigen, jedoch ohne jemand zu reizen oder anzugreif?"'Da habe der Hauptmann des Königs ihnen ihr Leben gesichert, wenn der Prädicant und der Amtmann d??betreffenden Stadt ihm übergeben werden. Ungeachtet diese beiden sich freiwillig dem Tode überlieferte",haben die Kriegsknechte angefangen, Alle anzugreifen und sei hierauf eine große und grausame Niederlageerfolgt. Allenthalben unter des Königs, auch des Cardinals von Avignon („Auinon") Herrschaft und Ver-waltung seien die Dörfer verbrannt, die Gebäude bis auf den Grund geschlissen, Weiber und Kinder erwürgtselbst eine Schwangere durch den Bauch gehauen worden. Es begehrt nun Calvin, daß man den Uebr>S'gebliebenen mit Empfehlungsschreiben und andern Verhandlungen beim König beholfen sei. Die Boten o?^'abschieden: Man wisse zwar nicht ganz klar, ob die frommen Leute vielleicht durch Verweigerung der Zeh"i?"und Zinse und anderer äußerlicher Pflichten sich diese Verfolgung zngezogeu haben, oder ob diese einzig erfalgsei, um dem angenommenen Evangelium Hindernisse zu bereiten; nichtsdestoweniger wolle man das Bessinglauben; und damit keine Zögerung eintrete, um den Mitgliedern der Religion, denen man gemäß d?>"Worte Gottes Rath und Hülfe schuldig ist, gleichen und größern Schaden abzuwenden, und zumal auch/man den Herrn Morelet („Morlet"), der auch ein Gönner des Evangeliums ist, erwartet, damit er„fälschlich verargwohnet dieser Handlung und fürdrung für dise arme lüt gegent dein künig ufbracht habe"/wolle mau sofort und bevor dieser Morelet herauskommt, schreiben, mau habe von Leuten, die aus Frankeldurch unser Land gereist, vernommen, wie in den Landen des Königs und des Legaten zu Avignon in d?t