460
Februar 1545.
Vortrage (d. d. 27. Februar): 1. Der König habe vernommen, wie die Eidgenossen die Besorgnis) hegen, daßsie durch den Frieden zwischen ihm und den: Kaiser nicht genügend gesichert seien; darauf gebe er die Ver-sicherung, daß er stets geneigt sei, ihnen Beistand zu leisten, wenn es die Nothdurft erfordere, und nichtsunterlassen wolle, was er gemäß den Friedenstractateu zu leisten habe. Ihre Freundschaft schätze er so hoch,daß er auch ohne Verträge zur Hülfe bereit wäre, wenn der Fall eintrete, und sein standhaftes Herz st'bekannt, so daß man an seiner Freundschaft gar nicht zweifeln solle. Die Zugewandten, als die Bündner,Walliser und Andere, die in der Vereinung mit dem König stehen, seien unter dem Wort „die dreizehn Orteder Eidgenossenschaft" in dem Frieden inbegriffen. Da übrigens eine Frist gesetzt worden, in welcher jederTheil seine Verbündeten bezeichnen solle, so habe er seitdem die Genannten ausdrücklich neben den XIII Orte»nennen lassen. 2. Mit großem Leid und Mißfallen habe der König erfahren, daß einige Knechte auf derHeimkehr vom letzten Kriegszug von fremden Bösewichten „entplündert") sogar umgebracht worden seien; ethabe dann den Thätern so viel möglich nachgestellt und sie bestraft; dabei habe er auch sehr mißbilligt, daßdie Beschädigten einen andern Weg eingeschlagen als „der gelegten Speise nach"; sonst wären sie diesen!Unfall entgangen. 3. Die Ansprecher müsse er auf die Zeit vertrösten, wo die verfallenen Pensionenbezahlt werden. Ueber die Ansprache der Herren von Meßbach habe der König ausführlich an Hn>^Wunderlich geschrieben, von welchen: das Schreiben nach Zürich geschickt worden sei. 4. Die Forderung derHauptleute und Knechte für die vierzehn Tage und den Schlachtsold setze den König in Verwunderung, weilsolches gegen die Tractate sei; nichts desto weniger werde er der Billigkeit gemäß handeln; er habe deßhalbdie Sache seinem Rathe vorgelegt; man möge daher die Ansprecher einstweilen init diesem Erbieten vertrösten-5. Der König vernehme gerüchtsweise, daß einige Fürsten sich Hinterrucks um Eidgenossen bewerben; er bittesie aber, sich wohl vorzusehen und ihre Leute daheim zu behalten, indem er vielleicht bald Leute brauchenwerde gegen seine Feinde, namentlich gegen die Engländer. Es wird mit dem Gesandten über diese Artikelund Ansprachen weiter gesprochen; er will sich aber nicht weiter einlassen, «z. Die Hauptleute, die dem KoMgin Piemont gedient, zeigen an, sie haben Anwälte zum König geschickt, aber ohne Erfolg, indem man 1. :ß»e»die fünfzehn Tage des Monats, in welchem sie die Schlacht geliefert, nicht bezahlen wolle, was gegen das Kriegsrecht sei. 2. Man habe ihnen eine Summe Geldes abziehen wollen für Lebensmittel, welche den Knechten i>»Piemont verabfolgt worden. 3. Den sieben Fähnchen, die im August entlassen worden, werde für den HeiwMnichts gegeben. 4. Den Schlachtsold habe man zwar bezahle:: wollen, aber für die Ehrenämter nichts, und ihnenaußerdem zugemuthet, auf alle ander«: Ansprachen zu verzichten. Ferner erscheine«: die Amtleute aus deinPiemont und bitten dringend, ihnen beholfcn zu sein, daß ihnen die ausstehenden Besoldungen bezahlt werde»-Endlich beschweren sich die Hauptleute, die i«: der Picardie gedient, daß der König vo«: den: letzten M»»^nur zwanzig Tage bezahlt und zehn Tage abgezogen, obwohl sie in so kurzer Zeit nicht habe«: nach H»»stgelangen können; sie bitte«:, ihnen zu vollständiger Bezahlung zu verhelfe«:. Auch andere Ansprecher rufe»um Vermittlung an. Ueber alle diese Klagen «vird a«: den König geschrieben mit den: Ersuchen, daß etseinen Gesandten hinlängliche Vollmacht ertheile, mit den Ansprecher«: gütlich abzukommen; für den ande:»Fall habe man auf den 1. Mai einen Rechtstag nach Peterlingen angesetzt, wohin er seine Nichter u»dZusätzer senden möge, dainit diese Ansprache«: gemäß den: Frieden und der Vereinung erledigt «verde»-i». Sodann «vird beschlossen, es soll jedes Ort an: 22. März seine«: Boten nach Lyon abordnen, um da^Friedgeld und die Pensionen in Empfang zu nchinen; zu diesen: BeHufe hat man dein König, seine«:genten und de««: Tresorier ernstlich geschrieben, sie sollen verschaffen, daß das Geld auf die genannte Zeit '»