December 1544. 44z
Die im Text genannte Antwort des kaiserlichen Fiscals, Valentin Gottfried, d. d. 1. December 1544lu'gt abschriftlich beim Lucerner, Zürcher, Berncr, Schwyzer, Basier, Frciburger, Solothurner und Schaff-hauscr Abschied. Unter den Belangten wird auch der Abt von Einsiedel» genannt! übrigens beschränkt sichdie Antwort auf das im Text Mitgetheilte.
Das Schreiben der Eidgenossen an den Kaiser geht dahin:
1544, 18. December. Erinnerung an ihre frühere Beschwerde betreffend die Belangung einiger ihrerEidgenossen und Bundesverwandtcn mit der Kammergcrichts- und Türkensteuer. Als dann über die Neu-tralität von Burgund verhandelt worden, sei ihren Obern durch die Gesandten der benannten Grafschaft einmit dem kaiserlichen Majestätssicgel versehenes Mandat zugestellt worden, vermöge dem alle diesfalls beimkaiserlichen Kammergericht angehobenen Processe cassirt und aufgehoben sein sollen. Ebenso habe der Kaisergemeldet, er werde das Kammergericht und jedermann, der sich mit dem Einbringen der Anlage zu befassen habe,anweisen, alles weitere Vorgehen gegen die Betreffenden bis auf des Kaisers Ankunft im heiligen Reiche ein-zustellen. Nichts desto weniger werde vom Kammcrprocurator-Fiscal mit dem Procedircn fortgefahren, indemsich derselbe entschuldige, vom Kaiser keinen gegentheiligen Befehl .erhalten zu haben. Es gehe daher an denKaiser die unterthänige und dringende Bitte, er wolle verfügen, daß im Rechten gegen die betreffenden Orte,Bundesverwandten und Prälaten in der Eidgenossenschaft innegehalten und alles bisher diesfalls Verhandelte oderErkannte sammt dessen Folgen aufgehoben und cassirt werde. Es siegelt der Landvogt zu Baden, Jacob au
der Rüti. Beim Berner, Schwyzer, Glarner, Basier, Freiburger, Solothurner und Schafshauscr Abschied.
Der Zürcher Abschied fügt am Schlüsse des Artikels bei: Wenn die Antwort des Kaisers etwas Hitzigesoder Unfreundliches enthielte, so sollen die von Zürich auf den von ihnen auszuschreibenden Tag auch denBischof und die Landschaft Wallis und die drei Bünde von Churwalchen bescheiden.
Zu Der Zürcher und Schwyzer Abschied besagt am Schlüsse des Artikels: Die Boten von Zürichund Schwyz haben in diese Verkündigung nicht eingewilligt.
Beim Freiburger Abschied liegt eine Abschrift der angeführten Bruchrödel. Wir führen als Beispielefolgende an. „Item ein bruchrodel on ein compact im 15 jar uf des landtvogts und Hansen Werlis alshauptman angcleit, wist us, uf welche der selb cost gelegt ist: Kalchcrn, Fäldbach, Illingen, Thumpropsty,die Thumbstift, Steffner-Herren, Wagenhusen, St. Johanns zu Costanz, St. Katharinen, Gotzhus St. Gallen,Töß. — Item ein bruchrodel uf Meyländerzug angeleit, mit H. zeichnet, halt in, daß die, so nachvolgt angleitworden sigend: Illingen, Einsiedlc», Stat Stein dt., Ulrich Schenk dt., Töß, Kalchcrn, Wagenhusen, St. JohannsStiftherreu, Thumbropst, Stäffner-Herren. — Item in dem bruchrodel im 26 jar angleit und geben sindtman, daß die so nachvolgend Herr vater von Illingen und Wilhelm von Peycr angleit. N. Wagenhusen.Kalchcrn, Diesenhofen, der abt von St. Steffan, Klingenzell, Illingen."
Zu 11. Ein Original des Vortrages, unterzeichnet Albrccht Nosin von Zürich, findet sich im LucernerAbschied, aber versetzt (5. 344—49). Aus der übermäßig weitläufigen Exposition sind etwa folgende Punkteals von Belang hervorzuheben: Versicherung der „unverwänkteu" väterlichen Gunst sc. Es sei der päpstlichenHeiligkeit und dem Kollegium (der Cardinälc) gar angenehm gewesen zu vernehmen, daß die Angehörigen derEidgenossen aus vielen Schlachten des letzten Krieges sieghaft und mit dem geringsten Schaden heim zu Vätern,Müttern, Geschwistern und andern Verwandten haben gelangen mögen; wenn es aber anders gegangen, sowäre es ihnen von Herzen leid. Die Eidgenossen mögen sich jetzt aus vielen Kundschaften überzeugt haben,daß des Papstes Gesandter, der Ritter Hieronymus Frank, und er, Nosin, nichts Erdichtetes vorgegeben, daS. H. und das Kollegium nie etwas Anderes begehrt haben als einen allgemeinen, unparteiischen, redlichennnd stetigen Frieden. Es sei auch aller Welt bekannt, wie beharrlich und dringlich der Papst dafür gearbeitet,wie er keine Koste», keine Mühe, keine Gefahr gescheut, um in eigener Person oder durch Cardinäle, Legaten,Bischöfe und andere Diener dahin zu wirken, wie er auch letzthin, noch mitten im Kriege, die hochw. HerrenGrimaldi und Merone und andere mehr zu den Fürsten geschickt habe; deßgleichen habe er für ein gemeines