November 1544. 427
Ferner ist folgende Missive zu beachten:
1544, 2.October, Solothurn. De Castion ail Freiburg (wohl auch an andere Orte). Der König habeihn geschickt, die Eidgenossen von dem zwischen ihm und dem Kaiser geschlossenen Frieden in Kenntniß zusetzen. Bei diesem Frieden habe der König die Eidgenossen nicht vergessen, sondern sie ebensogut als seine eigenePerson und sein Königreich miteingeschlossen. Nachdem er (der Gesandte) in Solothurn zu Blancfosse gekommenund von diesem vernommen habe, daß dermalen keine Tagleistung stattfinde, hätten sie beide für gut erachtet,baß er sich sammt seiner Credenz zu den Herren von Lucern verfüge und sie alles Handels berichte, woherdann die von Freiburg, „wie bishar gebrucht", in Kenntniß gesetzt werden. Der König wende sich nungegen den König von England, der den ihm angebotenen billigen Frieden nicht habe annehmen wollen.
A. Freibuvg: Acten Frankreich.
Der Berner Abschied schließt mit der Bemerkung, der Gesandte derer von Bern habe in dieser Missivenicht begriffen sein wollen, weil er diesfalls keine Vollmacht habe.
Zu ll»>» 3 Das Stadtarchiv St. Gallen: Truke XXII. 38 enthält über diesen Artikel eine besondereAusfertigung in Form einer Pergamenturkunde. Die Anwälte von St. Gallen sind hicnach: Martin Huxund Jacob Krumin, beide des Raths. Rheineck wird vom Landvogt Joseph Grüninger, des Raths zu Schwyz,vertreten. St. Gallen stützt sich auf das Herkommen, Rheincck führt für den von ihm behaupteten Ansatz denim Text genannten Grund an; der Zoll sei der Stadt von den Eidgenossen um eine bestimmte Summe ver-liehen worden; damit sie den betreffenden Betrag um so eher ausrichten können, bitten sie, bei jenem Ansatzbeschützt zu werden. Es siegelt der Landvogt zu Baden, Jacob an der Rüti, den 12. November (MittwochNach Martini). Das Siegel hängt.
Zu vv. 1) 1544, 13. December, Mailand. Peter P. Castaneo, Richter, an die zu Baden versammeltenBoten der Eidgenossen. Antwort auf ihren Brief aus Baden vom 14. November. Er habe sich beim Markgrafenüber die Ablieferung von Getreide, Reis und andern Früchten an die ennctbirgischen Unterthanen verwendet.Es sei die Meinung gewesen, 4000 Saum verabfolgen zu lassen. Als aber der Landvogt („Capo") vonLugano mit drei Credcnzbriefen erschienen, sei dann das Quantum bedeutend vermindert worden; er glaubewegen der Theurung. Wenn Auftrag ertheilt werde, auf Vollzug des ersten Anerbietens zu dringen, so werdeer das Mögliche thun. St. A. Zürich: Acten Mailand. cJtalicnisch.,
2) 1544, 16. December, Mailand. Alphonsus de Avalcs, Markgraf zu Basti, kaiserlicher Majästctoberster Feldhauptmann in Italien und Statthalter zu Mailand, an die Rathsboten und Gesandten gemeinerEidgenossenschaft. Ungeachtet der schon früher gemeldeten Theurung, die nicht absehen ließe, wie man deneidgenössischen Unterthanen diesseits des Gebirgs Getreide zukommen lassen müßte, habe man das unterm 25.verflossenen Monats von Baden aus an den Markgrafen erlassene Schreiben erwogen und wolle den eidgenös-sischen Unterthanen diesseits des Gebirgs monatlich zweihundert Sauin zukommen lassen, doch mit den Vor-behalten, wenn das Getreide nicht mehr aufschlage, als dasselbe jetzt im Preise ist, und daß eine Ordnungeingeführt werde, geinäß welcher durch verordnete Beamte die betreffeirden Licentien erwirkt werden sollen.
St. A. Zürich: Acten Mailand (schlecht geschriebenes Original).
Ab demselben Tage crgicngen bezügliche Weisungen an den Vogt von Lauis, wie aus dessen nachfolgen-dem Schreiben hervorgeht:
1545, 9. Januar. Jost Freitag, Landvogt zu Lauis, an die „jetzt" zu Baden versammelten Boten derXII Orte. Er habe ihnen „vormals" in Betreff des durch den Markgrafen von Gasti («1«) abgeschlagenenfeilen Kaufs auf den Tag nach Bade» geschrieben. Darauf sei ihm von ihnen eine Missive an den Mark-graf zugesendet worden, mit der Weisung, ihm dieselbe, wenn möglich, selbst zu zu übergeben. Er habe sichdann nach Mailand verfügt und seinen Auftrag verrichtet. Der Markgraf und seine Regenten haben ihmdann geantwortet, den feilen Kails wie von Altem her zu gestatten sei zur Zeit unmöglich; aber wegen guterNachbarschaft wolle er den eidgenössischen Unterthanen ennet dem Gebirg monatlich 200 Saum Korn ausdein Herzogthum zukommen lassen, wie die Boten durch sein Schreiben, das der Vogt „hiemit" schicke, berichtet