412
August 1544.
192.
Westenz. 1544, 25. August (Montag nach Bartholomä).
Laildcsarchiv Schw»z: Abschiede.
Jahrrechuung der III Orte.
t». Etil Schreiben des Commissars und der Stadt Bellenz veranlaßt die Frage, ob man das verfalleneGut eines Todtschlägers von Sementina dessen Kindern schenken wolle. Im Auftrage ihrer Obern untersuchendie Boten den Fall und es hat sich hiebet Folgendes ergeben. Der Betreffende befand sich eine Zeit langim „Nömerland". Nachdem er heimgekehrt mar und kurze Zeit daselbst gewohnt hatte, fand man einesMorgens seine Frau todt im Bette; er selbst war flüchtig. Die Sage ging, er habe im Nömerland eineandere Frau genommen und daher die zu Hanse getödtet. Die Boten sind berichtet, er besitze ein Erblehen(„mit Erblechen beschwert sig"). Es bitten nun des Thäters Brüder nebst der Bürgerschaft, dieses geinelteGut dem armen Kinde des erstem zu schenken; das klebrige wissen die Boten. I». Auftragsgemäß wird mitdem alten Fiscal Zopp geredet, daß er sich in keinen Theilen mit den Geschäften des Schreiberamts zu Bellen;zu schaffen mache. Würde das gleichwohl geschehen und der Schreiber sich dessen beklagen, so hätte der Fiscaldein Schreiber Kosten und Schaden zu vergüten und überhin die Strafe der Obern zu gewärtigen, v. Statt-halter Gorin von Lauis stellt vor, seine Altvordern hätten Briefe und Freiheiten betreff des Zolls zu Bellenzerlangt. Diese Briefe seien nun verloren gegangen, er bitte aber, ihn nichts desto weniger bei ihrem I"'halte zu beschützen. Nachdem die Boten sich bei den alten Zollern erkundigt und die alten Rödel und Blichetdurchgangen haben, hat sich gezeigt, daß die Gorin von jedem Saum Käse und Leder anstatt wie Andere8 Kreuzer, nur 5 Kreuzer geben mußten. Die Boten bestätige,? dieses auch für die Zukunft. Von Rosse»,als Hengsten, München und Stuten bezahlen sie von jedem Stück 4 Kreuzer; von „feigen" Rossen 8 Kreuzer;von feißen Ochsen 4 Kreuzer; von Kühen und Zeitrindern 1 Schilling; von einem Saumroß 4 Kreuzer««I. Peter Martyr Giringhelli schwängerte die Frau des Octavian Bnrgo, weßhalb die Obrigkeiten große undgefährliche Feindschaft zwischen den beiden Geschlechtern besorgten. Die Boten bethätigten sich daher vielfachin dieser Angelegenheit, doch gelang ihnen nicht, die Bnrgo zur Beschwörung eines Nebereinkommcns zu ver-mögen („des die von Bnrgo den eid zethnnde nit vermögen mögen"). Ans dieses haben die Boten beide»Parteien den Frieden geboten, so zwar, daß dieselben bei Verlierung von Ehre, Leib und Gut nur dieserSache willen nichts Unfreundliches vornehmen sollen, außer mit den wahren Rechten. Die Bnrgo bemerkte»zwar, daß einige ihrer Verwandten abwesend seien; die Boten aber erkennen, diese sollen in dem Friede»auch begriffen sein. Wenn dieselben aber mittlerweile von den Obrigkeiten eine Erleichterung dieses Gebotserwirken sollten, so mögen die hier Anwesenden derselben auch genießen. Beinebens soll unter gleicher Ver-bindlichkeit keine Partei unter dem Schein, eine andere Sache zu rächen, etwas vornehmen, sondern derFriede ohne Arglist und Gefährde in guten Treuen gehalten werden, v. Die Koren (Chorherren?) »»^Kirchenvögte bitten um eine Gottesgabe an den Bau zu St. Stephan. Da man hieran nie etwas gegebe»hat und die Boten ohne Instruction sind, will man dieses heimbringen. 1'. Die Boten zeigen auftragtgemäß dein Zoller an, er solle den Zoll empfangen, aber in der Meinung, daß ihm keine Nachlassung '»cl»gestattet werde; er solle sich also fürderhin nicht mehr um „Ußenfackt" und Nachlaffnng bewerben. ^der Eidesleistung der Gemeinde Bellenz verlas der Schreiber folgende zwei Artikel, die jene zu beschwören sich