204 October 1542.
und vor den nideren grichten das ufrichten, und dann nach sinem tod die erben vermeinten, daß sölichsunbillichen beschechen, daß sy dann das recht vor den nidern grichten darumb üben und bruchen mögen; undwölicher da der urteilen beschwärt, der mög die züchen, appellieren, wie das von alter har gcbrucht ist.)
Zum fünfzechcnden. So aber zwei cemenschen mit bedingten warten und articklen zusamen komm undverhirret wurden, wie sy dann das bcdingent ald sich des gegen einanderen verschrybent, daby soll es blyben,dann bedingt recht bricht landrecht; deßhalben die hürrat, so göttlich und dem rechten gemäß syn mögen undKishar ufgcricht sind oder künftiger zyt ufgericht werden, in crcften beliben und beston sond ungsumt dislandrechtens.
Zum sächszcchenden. So soll fürnemlich dis landrecht gemein edellüt und grichtzherren deHeins wegsbinden noch begriffen, sondern inen an iren hüraten, die sy ietzt habent oder künftiger zyt überkomend, ouchan allen iren fryheiten, rechten und herrlikeiten, ouch alten harkomcn und brüchen in allweg unnachteilig sin,und mögend sy hinfüro wie bishar früntschaft und hirrat machen sund ire celiche kinder nach eeren und wiesy das von alter har im bruch gehept, versorgen und usstüren nach ircm willen und gfallen; ouch sy, dieedlen und grichtzherren oder etwelich undcr inen, (es?) wärind wyb oder man, die nit celiche kinder hetten, undmit niemand in teil und gmein wärind, sunder eigen gut hettind, die mögent dasselb ir gut verschaffen undvermachen iren geschwüstergoten, stünden oder andern lüten, denen sy es gunend, nach irein willen, von mengk-lichem ungesumt und onverhindert; und dise testamcnta, geschäft, geinächt oder lesten willen füllend öffentlichvor den grichten, darunder sy, die also testamentierend, gesessen sind, oder vor gloubwirdigen notarien undgezügen nach forin der rechten beschechen).
Zum sibenzechenden. Ob aber zwei cemenschen einanderen geschäft oder gcmächt thäten, so unzimlichund nit billich Wären, und die oberen (erben?) vermeinten, daß inen solichs nit lidenlich, alsdann behaltenwir unser» Herren und ober» bevor, harine ze sprechen nach gstalt der fachen.
Und diewyl aber bisher in kurzen und vil verschinen zyten und jaren vil und mengerlei erbfäl bis ufdise zyt gefallen sind, da etlich vermeinen möchten, sich derhalben dis landrechtens und der gesetzten artickelzu getrösten, ist obgemelter unser Herren und oberen will und Meinung, daß sölichs nit nachgelassen »ochgestattet, in ansechung, daß darmit wyter hindcr sich gelangt und groß unru, zanck und rechtvertigungen darusentston wurden, sunder sölich artickel und erbrecht von wegen der erbfälen, die hinfür gefallen, in und ußer-halb dem rechten gelten und gehalten werden, und die vorgefallnen erbfäl in alten rechten beston sollen.
Und als unser Herren und obern sölich artickel und erbrecht gehört und verstanden, so ist derselben will,Meinung und erkanntnus und uns bevclch und gwalt geben, daß wir söllich ordnungen und satzungen, w>edie von eim artickel an den anderen abgeschrieben stond, bckreftigen und bestätigen füllend, also daß sömlichartickel in gemeiner landgrafschaft Thurgöw der erbfälen med aller obgeschriebnen fachen halb gebrucht unddaruf im rechten geurtheilt soll werden; deßhalb so confirmiren und bestätigen wir dieselbigen hiemit wüssent-lichen, also daß denselben nun hiefür gelebt, statgethon und nachgangen söli werden onc mengklichs yntragund widerred, doch unfern Herren und obern ir recht und fryheit, die zu minderen und zu mercn vorbehalten,alles erbarlich, getrüwlich und ungefarlich. Und des alles zu einem waren, stäten, vesten, ewigen urkund sohat der from fürnem wys, unser getrüwer lieber landvogt zu Baden im Ergöw, Jacob a Pro, des ratszu Uri, sin eigen insigel im namen unser aller gehenckt offenlich an disere brief in registers wyse gemacht, dwgeben sind uf Dunstag vor Simon und Juda der zweien heiligen Zwölfboten tag nach der gepurt Christgezahlt thusent fünfhundert vierzig und zwei jare."
Vorstehendes eine Abschrist der im St. A. Lucern liegenden Handschrist, die »ach der Schreibweise zu schließen, zu den altern g<h°^'wenn sie auch keineswegs durchaus correct ist. Andere Abschriften finden sich im St. A. Zürich: Thurgauer Abschiede, k. 56- 7"St. A. Bern: Thurgauer Abschiede II, S. 777 und Thurgau-Buch lv, k. lsi. — K. A. Zug: AbschiedeßBd. s. — KantonSbibbThurgau: Abschiedebuch S. 0S7 und ebendaselbst Landbuch von S. 127. — Nach zwei andern Zürcher Handschristen
dieses Erbrecht abgedruckt in der Zeitschrist für schweizerisches Recht, Bd. I, Quellen S. S<.
Im St. A. Zürich: Abschiede Bd. 14. k. 262. St. A. Bern: Allgem.seidgMbschicde ckil. p. 301 undSt. A. Lucern: Acten Thurgau, liegt der vom Landvogt und den zugezogenen Gerichtsherren formirte Ent-wurf dieses Erbrechts. Außer einigen selbstverständlichen formellen Verschiedenheiten weicht derselbe in Folgen-