184
Octobcr 1542.
meldet, daß sie sich nicht habe verehelichen wollen, und sich immer unklagbar verhalten habe, und ferner be-richtet wird, daß ihre Ahnen im Schwabenkriege den Eidgenossen gute Dienste geleistet haben, so hat manauf Gefallen der Obern hin ermehret, daß der Vogt zu Dänikon ihr lebenslänglich 5 Miitt Kernen und>/ü Fuder Wein jährlich verabreichen solle, womit dagegen eine frühere Verfügung abgethan ist. Sobaldsie aber stirbt oder heiratet, soll dieses Leibding aufhören. «R. Anwälte der Gemeinde von Zurzach bringenvor, daß einige von Waldshut und Thiengcn großes Gut bei ihnen geerbt haben, das sie über den Rheinhinausziehen; da nun die Ihrigen, die zu Waldshut erben, dort den Abzug geben müssen, während sie bishervon niemand den Abzug genommen haben, so bitten sie um die Gunst, denselben künftig auch zu beziehen;von Angehörigen der VIII Orte wollen sie jedoch keinen nehmen, v. Gesandte des Königs von Frankreich,nämlich Wilhelm Maillart und Jörg Will, Seckelschreiber zu Solothurn, zeigen an, wie der Cardinal vonTournon und Herr von Boisrigault berichtet worden seien, daß eine Tagsatzung anberaumt sei wegen einesBriefes von den (zu Nürnberg versammelten) Reichsständen, worin sie begehren, daß wir unser Kricgsvolkin des Königs Dienst wieder Heimrufen. Der Cardinal hat nun deshalb geschrieben und die Copie einesBriefes, von einem Diener des Königs aus Nürnberg, beigelegt, des Inhalts, daß jenes Schreiben an dieEidgenossen nicht von allen, sondern nur von einigen dem Haus Oesterreich anhangenden Ständen herrühre;der Cardinal erwarte aber, daß die Eidgenossen in ihrem guten Willen gegen den König verharren werden.L. Herr von Boisrigault schreibt, er liege zu Lyon krank bei dem Cardinal von Tournon, des Königs Lieu-tenant, und sei dadurch verhindert worden, der Musterung beizuwohnen und zum König zu gehen; er wollenun seine Genesung erwarten und dann die Anliegen der Eidgenossen dem König vortragen; wenn er unsdienen könne, so möge man ihm nur schreiben. Als Neuigkeit berichtet Boisrigault, daß an: 23. Herbst-monat ein Ausfall aus der Stadt „Barpeion" gemacht worden sei, bei den: die Feinde zwei Fähnlein und800 Mann verloren haben. Der Feind sei gegen Snsa vorgerückt, aber in aller Eile, mit Zurücklassungder geraubten Kaufmannsgüter, wieder abgezogen; die Sachen stehen vor Barpeion und in: Piemont gut,den Umstand ausgenommen, daß viele unserer Knechte aus Piemont heimlausen; darum begehre der König,daß wir solchen: ernstlich begegnen und an die Truppen schreiben, daß sie ehrlich und gehorsam dienen undgemäß der Vereinung mit den: König gehen, wohin er ziehe. Heimzubringen. Es wird an die Hauptleuteund Knechte geschrieben, sie sollen redlich dienen, aber nur der Vereinung gemäß; man sehe ungern, daß sieden Obrigkeiten nicht berichten, wie es ihnen gehe und wo sie liegen ; man erwarte, daß sie fleißig schreibenwie es um sie stehe. K. Die französischen Gesandten übergeben einen Brief des Königs sanunt der Copieeines Schreibens, das ihn: ab dein Reichstag zu Nürnberg zugekommen; es werden jeden: Bote:: Abschriftenzugestellt. Die Gesandten zeigen ferner an, wie der König ihnen geschrieben habe, daß einige Hauptleute undKnechte heimkehren wollen und daß er ernstlich begehre, ihnen solches zu wehren, so lange er sie bezahle.Heimzubringen, ob jedes Ort den Seinigei: besonders schreiben wolle. I». Der Anzug, daß einige Knechte,die von ihren Hauptleuten Paßporte haben, (voi: dei: Franzosen) ausgezogen, verwundet und übel mißhandeltwerden, und daß man dei: König ersuchen sollte, solches abzustellen, wird in dei: Abschied genommen, um aufden: nächste,: Tage Beschluß zu fassen, i. Nach Verlesung der Missiven des Königs beschwert sich Burger-meister Haab von Zürich, daß Zürich gestern einmal und heute in zwei Briefen getadelt worden sei, als obes den König hinderte und die Kaiserlichen begünstigte, so daß der Verdacht nahe läge, es hätte mit denNeichsständen Verträge abgeschlossen; damit würde ihn: aber Unrecht geschehen, denn was es bisher gethan,ziele nicht auf den Schaden des Königs zu, sondern auf die Wohlfahrt der Eidgenossenschaft hin; es begehre