Druckschrift 
4,1,d (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1541 bis 1548
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

06 Juli 1542.

habe man doch gespürt, dos; dos Ansuche» der NcichSstände bei etliche» Orte» wenig beuchtet werde, indemsie so gut wie unter den Auge» jener Botschaft dem König von Frankreich eine Anzahl Knechte bewilligthaben, was höchlich befremde, da wohl zu gedenken sei, das; man dadurch bei dem Reich wenig Gunst, sondernFeindschaft und Vorwürfe gewinne. Znr Vermeidung solchen Unwillens, und vielleicht schwerer Gefahren,Acngsten und Nöthen habe Zürich die Eidgenossen nicht bloß schriftlich, sondern auch zu Tagen vielfältigmündlich ermahnt, diefranzösische" Hülfe als der Erbcinnng zuwider abzuschlagen und allein nach glücklicherErhaltung einer frommen Eidgenossenschaft zu trachten. Da nun dies Alles bisher fruchtlos geblieben, sohabe man zu besorgen, das; die Orte, die an den Grenzen liegen, im Fall einer Unruhe empfindlich beschwertund geschädigt würden und vielleicht entgelten müßten, was sie nie genossen, sondern mißbilligt haben, ja das;leicht ein für Alle verderblicher Krieg daraus folgen möchte. Da der Kaiser, wie man wisse, die Eidgenossenverantwortlich mache, wenn sie seinen Feind unterstützten, so wäre es ihnen vor allen Christen unglimpflich,in ihrer Widerspännigkeit zu beharren; darum erachte sich Zürich vor Gott und der Welt, auch um deralthergebrachten Freundschaft und gemeiner Wohlfahrt willen verpflichtet, von seiner Warnung nicht abzu-lassen, in der Hoffnung, daß Gott ihr doch endlich Eingang in die Herzen verschaffe, damit der drohendeSchaden bei guter Zeit gewendet würde.Und diewyl dann ungezwyfelt zu vermuten. Sc.. Kay. Mt.,die yetz in cntsitzlicher anscchlicher macht und nit so gering zu verachten ist, zusampt den ständen des heiligenRychs über diß ir hoch ansechlich entschnldigung und träffenlich protestacion bekümert, geschädigct oder in ireinCristenlichen hochnotwändigen fürncmen durch uns Eidgnossen gehindert, sy solichs übel für gut und villichtmit der zyt räch darumb von uns »einen, dardurch wir hoch geängstiget und wol alsbald us göttlichemverhängen, so wir all unser Nachkuren zu fygenden gemacht, vcrherget, von unseren löblichen fryhciten getrungenund us frygen erlößten lüten zu knechten gemacht, wider in schwäre untrügliche beherschung bracht werden möchten,so langet nochmalen an üch, unser aller gcliepteste fründ, gctrüw lieb Eidgnossen, unser aller höchst früntlichcstträffenlichest und flyssigest bitt, ir wellind in erwegung göttlichs zorns, der ab vergissung Cristcnlichs plutsschwäres mißvallcn treyt, ermässen und zu herzeu füren, wenn wir Keyser und Künig und all gut fründ,die uns all gern by friden und rüweu liessind, zu fygenden machen und uns die on alle not und ursach,allein umb eigens nutzes und schnödes gclts willen, us den hals richten und sy sich mit macht und Heerskraft(als es nit alles meer von uns erlitten werden kan) wider uns setzen, wie schwär nnd untrüglich uns dassin wurde; darzu ermässen, was Ir. Key. und. Mt. in craft der löblichen erbcinung, so die cltercund in der französischen cinung vorbehalten ist, schuldig sind, und wes; ir üch vcrschriben habind, und wasunglimpfs, Unwillens und unraats uns und unseren kinden us den hals wachsen, dardurch wir in tödtlichund vcrderplich krieg, umb land, lüt, lyb, cer und gut kommen möchten, und üch disc schwäre fachen basdenn bishar zu herzeu gan lassen, und denen allen, wohin sy reichen, im grund nachdenken und üch noch hütby tag, diewyl es noch im besten ist, umb unser aller hcyl, lob und eeren willen gedachter französischerhilf und kriegen, als ir des gut fug Hand, diewyl es die Krön Frankrych nit antrifft, rüwigen und üwcreknecht wicderumb ab- und heim manen, oder doch znm wänigesten, so üch söllichs unglimpflich düchte, inenan ernstlich lybsstrafcn gepicten, den Herren Keyser ald die sine» in iren landen keinswegs zu übcrzüchc»noch zu schädigen, sunder sich vilgedachtcr erbeinung gemäß zehalten und unser aller lob, eer und frid zesnchenund uns vor schaden zesin, in Mischung das doch dem Herren Künig niemand nützid thut noch zethun understatund ir üch in discm fal mit allem glimpf wol uszüchen mögend, als wir uns gwisslich aller trüw und liebeus eidguössischer früntschaft zu üch vertrösten und gcnzlich verhoffen wellent, ir wcrdint erwegen und zumallcrfrüntlichestcn verstau, das diß unser vilfaltigs warnen und pitten us glychmässigcr trüw und ganzerwarheit beschechen sige, und uns die nit zu ungutem ufnemen. Dann so solichs alles in wind geschlagenwerden und nit wyter geachtet, dann das uns das schnöd gelt on alle not und über das man gern fridenmit uns hatte, in last und leid füren und vcrat, schad oder schand daraus volgcn wurde, welleut wir unsglychergstalt vor Gott und der weit hiemit unserer Unschuld, und das wir es gern gcwert hettint, bezügctund darneben, so es ye nit anders sin möchte, nachgedenkens haben, wie wir söllichs lasts entprosten, unserland nnd lüt by frid und rüiven schirmen, wohin das reichen möchte, bitten wir üch in trüwen zu erwägen . .