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Mai 1542.
80.
Wern. 1542, 26. u. 27. Mai.
Staatsarchiv Bern: NathSbuch Nr. LL0, S. SSS, ZZS,
Vor dem Nathe zu Bern tragen die Gesandten von Fr ei bürg — Ulrich Nix, Venner, PetermannSchmidt, Burgermeister, Hans Krummenstoll und Ludwig Hans — vor: Als der Streit in Betreff des Grafenvon Greyerz auf die Boten der vier Orte gekommen, konnten diese keine Vergleichsmittel finden, worauf dieGesandten von Bern, ohne Antwort zu geben, verritten und der Handel an's Recht gewiesen worden sei.Da aber die von Freibnrg freundlich und brüderlich mit denen von Bern leben möchten, so seien sie hergeschicktworden, die von Bern zu bitten, die bedenklichen Zeitläufe zu betrachten und die von Freiburg bei der Vergleichungbleiben zu lassen; wo nicht, so verlangen sie schriftliche Antwort, ob man das vor den Boten der vier Ortevorgeschlagene Recht bestehen wolle. Am 27. Mai wiederholen die Gesandten von Freibnrg ihren Vor-trag vor Nöthen und Bürgern. Sie werden angefragt, ob sie der Meinung seien, über „vorberedte Mittel"weiter zu verhandeln, was sie verneinen. Rath und Burger antworten dann, sie wissen nichts Anderes, alsdaß sie den laut allen Acten nur für des Grafeil Lebenszeit gemachten Vergleich gehalten haben; das Rechtsbotbetreffend verwundere man sich, daß man so streng angesucht werde, denn die von Bern hätten weder mitdenen von Freiburg, noch mit dem Grafen etwas Ungebührliches vorgenommen; dabei lasse man es bleiben,und da die Gesandten nichts Schriftliches dargelegt haben, wisse man ihnen nichts Schriftliches zu geben.
Die Namen der Freiburger Gesandten aus dortigein Nathsbuch Nr. 59 vom 25. Mai.
81.
Lucern. 1542, 5. Juni (Montag nach Trinitatis).
Staatsarchiv Lucern : Allg. Absch. N. 1, t'. 50. KantonSarchiv Freibnrg: Abschiede Vd. 59. KantonSarchiv Solothurn: Abschiede Bd. L4.
Tag der V Orte.
t». Der Bote von Unterwalden zieht an, der König von Frankreich habe abermals eine große Anzahl Knechteweggeführt und gedenke noch mehr hinwegzuführen, was der Eidgenossenschaft zu großem Nachtheil gereichenkönnte, weil selbst die Orte, die in der Vereinung stehen, noch keineswegs einig seien, ob man ihm Knechteerlauben wolle; weil nun so viele schon ausgezogen seien und noch mehrere wegziehen möchten, so könnte demVaterland leicht ein großer Schaden begegnen; darum haben die von Unterwalden für nöthig erachtet, diesenTag auszuschreiben, um ernstlich zu berathen, was dem Vaterland zu Nutzen und Ehre gereiche. ?». AmmannAinberg von Schmilz berichtet, wie dem Abt von Einsiedeln von den Kurfürsten und Ständen des ReichsMandate zugekommen seien, die ihm auferlegte Steuer zu zahlen, damit die Türken desto eher abgetriebeilwerden können; der Kaiser sei fest entschlossen, sobald er mit der Hülfe Gottes den Türken besiegt habe, alleSäumigen strenge zu züchtigen; zudem habeil sich einige Orte erklärt, sie wollen sich in keiner Weise desKriegs annehmen und einen Rücken suchen, wenn in der Eidgenossenschaft Krieg ausbräche. Wohin dasdeute, könne jeder Verständige wohl crmessen. «. Da aus dem langwierigen Span zwischen Bern und Frei-