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ihn zu ermahnen, abzuziehen; sollte das nicht geschehen, so will der Rath weiteres Einsehen thun. Inzwischensollen die Gesandten beider Parteien in Bern verbleiben, um je nach Umständen weiter zu verhandeln.II. (20. Januar.) Vor dem Rath zu Bern wird dem Farel vorgehalten, er habe letzthin vorgegeben, esseien nur fünfzehn oder sechszchn, die ihn nicht haben wollen. Dieses werde bestritten. Darauf antwortetFarel, der „Urhab" komme von sechszehn her, die aber mehrere an sich gezogen haben; ja wenn man nursechs stillen könnte, so würden die übrigen bald versöhnt sein. Man rede ihm nach, er trachte nach deinweltlichen Schwert; das sei gar nicht der Fall. Was er übrigens zu Bern wegen der Sechszehn geredet habe,sei vor seinen vertrauten Freunden geschehen; er begehre, daß es richtig verstanden und hieraus kein Streitgemacht werde; käme es weiter, so würde er erhärten können, daß der Ansang von sechszehn ausgegangensei. Lebensunterhalt und Pfründe hindern ihn nicht, wegzugehen; der Herr sei reich genug, ihn zu erhalten;aber die Kirche könne er nicht verlassen und man solle ihn nicht gegen sein Gewissen bedrängen. Der Rathbeschließt dann das in der unten folgenden Note ausgezogene Schreiben an Neuenburg vom 20. Januar.
1542, 20. Januar. Bern an Neuenburg. So viel Mühe und Fleiß man aufgewendet habe, denzwischen Farels Gegnern und Freunden waltenden Zwist beizulegen, sei doch Alles fruchtlos geblieben, indemdie Hitze beider Parteien und der Widerspruch ihrer Eröffnungen die guten Bestrebungen derer von Bernvereitelt haben. Da das seiner Zeit in der Sache aufgenommene Mehr angefochten und als nichtig behauptetwerde, so halte man für das Beste, wenn die Ministralcn und der Rath den Entscheid der Angelegenheitohne eigene Einmischung (borg cls vous mains) dem Gutdünken der Mehrheit der Gemeinde anHeim geben.Zu diesem BeHufe sollen die früher ergangenen zwei Mehr als nichtig erklärt und um den bestimmtenWillen der Mehrheit zu erfahren, ein neues zuverlässiges Mehr erhoben werden. Zu diesem Ende ersucheman, zu gebieten, dass niemand, der das Recht hat, dem Mehr beizuwohnen, sich von Neuenbürg entferne,sondern jedermann auf Sonntag den 29. Januar bei der Gemeindeversammlung sich einfinde, damit daselbstin Gegenwart von Gesandten, welche die von Bern dahin abordnen werden, jeder seine Meinung ruhigund ohne Tumult abgebe. Das, wofür sich dann die Mehrheit der Stimmen entscheide, es sei die Bei-behaltung des Farel oder etwas Anderes, soll als Veschluss gelten, und es werden die von Bern, gemäßder im Burgrccht enthaltenen Pflicht, die Partei der Mehrheit unterstützen. Inzwischen möge dafür gesorgtWerden, dass bis zur Ankunft der Gesandten von Bern Alles ruhig bleibe. St. A. Bern- W -is -y Missivcnbuch v, k. -?6.
Hieher gehören Wohl folgende Parteischriften:
1) Der Rath zu Neuenburg an Bern. Da man durch Briefe von Seite derer von Bern vernommenhabe, es wollen dieselben zur Beschwichtigung des Anstandcs wegen Farels Gesandte nach Neuenburg abgehenlassen, so habe man, mit Zustimmung der übrigen Freunde und Anhänger Farels, zum besseren Verständlichdessen, was in der Sache verlaufen sei, folgenden schriftlichen Bericht abgefaßt. Am letzten Sonntag deSverflossenen Juli seien auf dem Kirchhofe von einigen Privatpersonen gewisse Anschläge gefaßt worden,veranlasst durch einige Ausdrücke, derer sich Farel in der Predigt bedient haben soll, von woher dieser Streitentstanden sei. Diesen zu beschwichtigen und die gehegten Anschläge zu unterdrücken, sei auf den folgendenTag der Rath versammelt und am Freitag darauf die ganze Gemeinde der Stadt berufen worden, bei derauch der Gouverneur und einige Räthe der Gräfin erschienen seien. Daselbst sei kein eigentlicher Beschlußgefaßt worden, ob Farel bleiben oder sich entfernen solle; jedermann aber habe ihn: das Zeugniss gegeben,dass seine Lehre recht und sein Leben tadellos sei. Man habe dann die Sache auf den Sonntag verschoben,wodann nach der Predigt in der Kirche darüber bcrathcn werden sollte. Da der Gouverneur Tumultbesorgte, so habe er die Angelegenheit zur Hand genommen, den Parteien in vierzig Tagen eine Erklärungverheißen, von der er hoffe, dass sie Alle befriedigen werde. Während dieser Zeit hätten die von Bern,um den Frieden herzustellen, eine Gesandtschaft anher geschickt; die Angelegenheit sei dann in deren Anwesenheit