September 1541.
die wenigen, die sich verändert haben, sich allmälig von ihrem großen Jrrthum bekehren. 6. Um die großeLiebe und Begierde Ihrer p. H. zu der vortrefflichen Nation der Eidgenossen zu beweisen, wolle der hl. Vaterseine Person, den hl. Stuhl, die Kirche, den ganzen geistlichen Stand, Land und Leute in Gewalt undSchirm der Eidgenossen geben und befehlen. Wenn es ihnen gefällig sei, so verlange zu diesem Ende S. H.aus denen von Lucern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, aus jedem Ort einen Hauptmann nach seinemGefallen zu wühlen. Diese fünf Hauptleute würden mit achthundert Knechten in die bedeutendsten Städteder Kirche, nämlich nach Piaccnza, Parma, Bologna, Romania, Ancona und Perugia, mit der Zeit auch alsGarde nach Rom verlegt und nach gewöhnlichem Verhältnisse ehrlich besoldet werden. Wenn vermehrter Dienstverlangt werde, wie zu hoffen stehe, so würden dann, mit Bewilligung der Obrigkeiten, sowohl Hauptleuteals Knechte nicht bloß aus den V Orten, sondern ohne Ausnahme aus der ganzen Eidgenossenschaft undihren Bundcsverwandtcn angenommen. Sollte dann in Folge des Vordringens der Türken noch mehr Hülfenöthig werden und hierüber die Hauptleute berichtet und von S. H. ein Verlangen gestellt werden, so werdendie Eidgenossen, gleich ihren Vordem, die Person des Papstes, den päpstlichen Stuhl, die Kirche und dengeistlichen Stand nicht verlassen. Bitte um baldige schriftliche Autwort.
St. A. Zürich: A. Papst. — St. A. Bern: Allg. eidg. Absch. Nb', S. SS9. — K. A. Freiburg: Badische Abschiede Bd. 15,
nach dem Abschied vom lo. Januar 1517.
Zu einiger Oricntirung mögen noch folgende Missiven dienen:
1541, 6. September. Staus. Hieronymus Frank, Ritter, apostolischer Nuntius, an Freiburg. Vorvielen Tagen habe Albrccht Nosin, p. H. Gardcschreibcr, denen von Freiburg ein päpstliches Breve eröffnet,welches die Crcdenz für ihn (Frank) enthalten habe, und Geleit für ihn und seine Diener verlangt. Diehierauf erfolgte gute Antwort habe Nosin dem Papst, den Cardinälen von Farnese und Verulan, dem ganzenCardinalcollegium schriftlich und ihm (Frank), als er in die Eidgenossenschaft gekommen war, mündlich angezeigt,und es sei dieselbe von allen mit hohem Danke aufgenommen worden. Seit dem er in die Eidgenossenschaftgekommen, habe er von Uri, Unterwalden und Zug „noch" (auch noch?) von Lucern und Schwyz schriftlichesGeleit erhalten und sei von den „iiij" Orten Uri, Schwyz, Unterwalden ob und nid dem Kernwald in ihreLandschaften und Häuser, vor ihre Näthe und Gemeinden zugelassen und wohl empfangen und seine vomPapste erhaltenen Aufträge seien willfährig angehört worden. Zu gleichem Zwecke gehe er jetzt nach Luccrnund von dort sei er Willens, nach Freiburg zu kommen. Da er aber von denen zu Freiburg kein schriftlichesGeleit besitze, bitte er, ihm durch den mitkommenden Boten ein solches zu überschickcu. Wenn man ihn dannanhören werde, so werde man finde», daß er nichts Anderes vorzutragen habe, als was zum Frieden gemeinerChristenheit, zum Schutze des wahren Glaubens, des heiligen Stuhls und Land und Leuten der Kirche, widerdes christlichen Glaubens Erbfeinde, die Türken, endlich aber zu Frieden, Lob, Ehre und Nutzen der ganzenEidgenossenschaft gereiche. K. A. Freiburg: Acte» geistliche Sachen Nr. LDI.
1541, 17. September. Brcmgarten. Hieronymus Frank an Freiburg. Wenn er vor Beginn des Tageszu Brcmgarten das verlangte Geleit erhalten hätte, so hätte er sich in seinem Vortrage besser „einzulassen"gewußt. Er sei sehr geneigt, die Anhänger des alten Glaubens zu fördern und werde diesfalls Schrittethun, sobald er das Geleit erhalten haben werde (!); wegen Kürze der Zeit sei er gedrängt gewesen, vorherseinen Vortrag zuthun. Aus dem Abschied, den Capiteln seines Vortrags und durch den Gesandten werde manvernommen haben, daß er von einigen Orten einige Hauptlcutc und eine Anzahl Knechte als Garde verlangthabe. Wenn in seinem Vortrag die von Freiburg neben den andern V Orten „uf die sechs plätz" nichtgenannt worden seien, sei dieses nicht in schlimmer Absicht geschehen, sondern weil er das Geleit noch nichthatte, ansonst wäre er ganz geneigt gewesen, sie auch mit einer Hauptmannsstclle zu bedenken. In der Folgehabe dann Martin Sesinger ihn gcnüglich aufgeklärt und überhin sei dann das schriftliche Geleit angelangt,was er bestens verdanke. Er sei nun im Falle, denen von Freiburg ebenfalls einen Hauptmannsplatz anzu-bieten, womit er sie indessen nicht bloß ehren wolle, sondern mau würde sich der Betreffenden auch wennnöthig wider die Türken bedienen. a. A. Freiburg: Alte» geistliche Sachen, Nr. so».