Mai 1536.
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». 1. Dieser Tag ist auf Begehren der heimlichen Kricgsräthe (sie) von Straßbnrg durch Basel angesetztmorden, weil Dr. Martin Luther einen Tag nach Eisenach festgesetzt hat, wie die bezüglichen Missiven weiterausweisen. 2. Die Gesandten haben nun hierüber viel geredet und berathschlagt und endlich befunden, essei derzeit nicht gebührlich, jemand hinauszuschicken, aus nachfolgenden Gründen: 1) Daß Or. Martin Luthereine geringe Zahl unserer Gelehrten fordert „und aber hinwiederum (durchgestrichene Stelle: wol ze vermuten,uer de» gegentheils vil sin werden, darus etwas) vil practck ze besorgen der widerwertigen." 2) Daß dieseVeisnmmlung nicht durch Verfügung einer ordentlichen Obrigkeit, sondern auf Antrieb einzelner Personen vor-genommen wird. 3) Die Schwierigkeit und Weite des Weges, und die Gefahr, die namentlich für Prädi-canten zu besorgen ist. 4) Da die Doetoren Capito und Nutzer, die uns im Glauben gleich sind, dahinkommen, so laßt sich wohl vermuthen, daß sie nichts versäumen werden. 5) Die Hartnäckigkeit Luthers möchteuns und denen, die hinaus geschickt würden, zum Nachtheil gereichen. 3. Demzufolge hat man beschlossen, anStraßburg, sowie an die Doctoren Capito und Butzer zu schreiben, es sei um der kurzen Zeit und des weitenWeges willen nicht möglich gewesen, jemand zu schicken; man stelle daher au die beiden Gelehrten die dring-liche Bitte, die Abwesenheit freundlich zu entschuldigen, wenn etwa Luther oder Andere das anziehe» würden -desgleichen mögen sie, wenn sie ctwelchen Unwillen oder Abscheu gegen uns wahrnähmen, uns verthcidigenund solchen aufheben, auch darauf dringen, daß Verleumdungen und Schmähworte, die bisher von beidenSeiten durch Mittelpersone» gebraucht worden, hinfür abgestellt und verhütet werden. Damit aber Lutherund Andere über unsere Religion des Nähern berichtet werden, sollen die Straßburger Gelehrten die jüngstzu Basel aufgesetzte Confession, welche sie mit unfern Prädicanten vereinbart haben, vorlegen, „guter Hoffnung,wenn sie (die Lutherischen) die ernstlich und christlich ermessen, so werden sie allerdingen wohl befriedigt sein."Man begehre auch über die Handlung (in Eisenach) unverwcilten Bericht. ?». Auf die von Zürich gestellteFrage, was man von der zu Basel eingelegten Confession der Straßburger halten und ihr „tribuiren" solle,ivird von der Mehrheit erklärt, man sei gar nicht dawider („in ansechen, der zit als sy usgesetzt, notwen-digklichen unhitziger worten sich gebruchen müssen"), wiewohl die Worte etwas anders lauten als in derBasler Confession. Bern und Biel wollen sie wegen der dunkeln Worte über das Sacrament der Dank-sagung gar nicht annehmen, sondern bleiben bei dem Basler Bekenntnis). Mühlhausen will der gutenNachbarschaft wegen und weil die Straßburger Confession gedruckt ist, während die unsrige nicht, sich an jenehalten. Da nun die Boten nicht gleicher Meinung sind, so soll mau auf dein nächsten Tag weitere Antwortgeben, e. Zuletzt erklärt Bern die Bereitwilligkeit, wegen Dingen, welche die evangelische Sache berühren, mitden andern Orten und Städten Tage zu leisten.
Die Namen der Gesandten von Bern aus dortigem Jnstructionsbnch 0, 5.59; der des St. Kaller ansdortigem Rathsbuch 1533—41, S. 149.
Zu «, 1. Es mögen hier folgende Missiven einbezogen werden:
1) 1536, 18. April. Die Dreizehn der Stadt Straßburg an Basel zc. In dem Streit über dasSacrament des Leibes und Blutes Christi, worin bisher Wohl mehr in den Worten als in der „Hanptsumma"Zweiung gewesen, habe vr. Martin Luther letzthin begehrt, daß eine kleine Anzahl der vornehmsten Gelehrtenzu einer freundlichen Besprechung zusammen käme, um sich zu vergleichen. M. Nutzer habe dazu eingewilligtund die Wahl des Ortes dem vr. Luther überlasse», doch mit dem Winke, daß diese „österliche" Zeit undein Platz gegen Hessen zu am gelegensten sein möchte. Nun haben die Geheimen von Augsburg die Copieeines Briefes von Luther an Nutzer, der jetzt dort sei, geschickt, worin der vierte Sonntag nach Ostern, der