Februar 1536.
aus ihnen an den Kriegszug der Bemcr abordnen würden, um diesen zum Rückzug zu vermögen. Dasselbewollen sie gegen die von Wallis und Freiburg vornehmen, denn sonst lasse sich nicht verhandeln.
K.A. Basel: Acten zwischen Savoyen und Genf 16S0-1600. A. Nr.S. <Französisch>.
3) 1536, 23. Februar, Nümilly. Die Gesandten des Herzogs von Savoyen an die eidgenössischen Ver-mittlungsgesandten. In Folge des von den letztern an den Herzog gerichteten Schreibens seien sie nach Nümilli)gekommen, um über den Frieden zu verhandeln. Durch einen vom Marschall erhaltenen Brief aber habeman vernommen, daß die eidgenössischen Gesandten nach Bern verreist seien, um daselbst mit den Verhand-lungen zu beginnen. Die Gesandten des Herzogs werden sich inzwischen zum Marschall nach Chambcry begeben.
Ä. A. Basel: Acten zwischen Savoyen und Genf isso-lövo. A. Nr. S. (Französisch).
4) 1536, 24. Februar, Ehainbery. Eyalland an die eidgenössischen Gesandten. Gr habe ihren Brief er-halten und aus dem entnommen, daß sie nach Bern zurückkehren, um dortselbst die betreffenden Angelegen-heiten zu behandeln. Er bitte sie, dafür sorgen zu wollen, daß die Sache nicht gefährlicher werde; Bernmöge sein Kricgsvolk zurückziehen, wie er zufolge Weisung des Herzogs es auch angeordnet habe, andernfallsmüßte es sehr befremden, wenn während der Verhandlung der Krieg fortdauerte, und es könnte deßwegen jenesich zerschlagen; sie sollen das Mögliche thun und ihn wissen lassen, was vorgehe.
K. A. Basel: Acten zwischen Savoyen und Genf löM-isvo, U. Nr. S. (Französisch).
Diese vier Briefe übersendet abschriftlich Zürich an Basel vermittelst Missive vom 12. März 1536, aufdas Verlange» des letzter», „die verwilligung fttrstl. Durchlaucht von Savoy, welichcr form und gestal't diebeschechen, zuzeschiken." «. sr. Basel.- unsom.
Dahin fügen wir endlich folgenden, etwas räthselhaften, wahrscheinlich als Instruction für die Gesandtenzu Rümlliy berechnet gewesenen Act ein: „Copy der gedechtnus, so gemacht ist der zyt, als min Herren diepoten der evangelischen orten zu Jenff vcrsamlot gewesen". 1. Der Herzog will sich diesmal der Genfernicht beladen, sondern sie in der Untcrthänigkeit bleiben lassen, in die sie gehören (?). 2. Er begehrt, daßdie Herren von Bern versprechen, daß die Genfer den Unterthancn des Herzogs keinen Schaden zufügen, wiees bisher gcschehehcn, und in seinen Landen keine Umtriebe wider seinen Staat und seinen Glauben machen,wogegen er seinerseits verspricht, daß die von Gens hinfür ungehindert lind unangefochten (in seinem Gebiet)wandeln dürfen, lind man ihnen Speise und andere nothwendige Bedürfnisse zukommen lasse. 3. Vor allen Dingensoll das Kriegsvolk, ohne weitere Beleidigung der savmsischcn Unterthancn, heimkehren; auch sollen „sie" (die Bcrner)vor allen Dingen das Land und alle Plätze, die sie dem Herzog abgewonnen, samint allen Kosten und Schaden-ersatz ihm zurückstellen. 4. Denen von Bern glaubt er keineswegs Geld geben oder mit ihnen darüber unter-handeln zu müssen, da der ihm zugefügte Schade unersetzlich groß sei; würde dieses durch solche Mittel derSchicdbotcn nicht vertragen, so wäre er der ärmste Fürst in dieser Welt und nicht mehr im Stande, seinLand wieder zu erobern; dabei gibt er „ihnen" auch zu verstehen, wie wenig Ursache Bern gehabt, ihm solcheSchmach und Unbill anzuthun. 5. Wenn sich eine Aussicht auf gütlichen Frieden zeigt, so soll ein „aus-gedrückter" Artikel gemacht werden des Inhalts, daß das Bündnis;, das die Berner gebrochen haben, wiederin den ursprünglichen Zustand gebracht werde, und in Zukunft weder sie noch der Herzog befugt seien, das-selbe mit Gewalt zu brechen. 6. Die Schicdbotcn sollen auch nicht vergessen dahin zu wirken, daß die Walliser,die ohne Ursache auch einige Plätze eingenommen, wieder heimkehren. 7. Über alle diese Dinge soll endlichbeiderseits „eine sölchc sichernus und beschcidenheit gemacht werden, als jemer möglich sin mag." Hiebci istden Schicdbotcn zu eröffnen, daß der Herzog in diesem Handel nicht im Geringsten andere Vollmacht gebenkönne, weil die eingenommene Landschaft des Kaisers Lehen sei, dessen Antwort man zu erwarten habe. Datum:
Turin, 1536, 18. Februar. St.A. Zürich: AbschicdcBd.lS.k. 27. — K .A. Basel: Acten zwischen Savoycn und Genf lsso—iöog A. Nr 1
K. A. Schasfhauscn: Abschiede.
Zu VIII. Thcilweise vollständiger, theilweisc aber weniger umfassend theilt diese Verhandlung auchdas Rathsbuch von Bern Nr. 254, S. 198—206 in folgender Weise mit:
I. (29. Februar.) Vor dem Rath zu Bern eröffnen die „Schidlüt": I.Sie haben den von Challandbefragt, ob der Herzog wolle Frieden machen lassen, aber keine bestimmte Antwort erhalten; doch habe er gute
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