Januar:c. 1534.
tt sei bereit, ihnen und ihren Dienern über Alles, was mau ihm vorhalte, mit der Schrift zu antworten,°">gedenk dessen, was der heilige Petrus sagte, daß man jedem über den Glauben Rechenschaft geben solle.T'e Gesandten nehmen dieses Anerbieten an, doch mit Vorbehalt ihrer Rechte, und es disputiren nun derPrediger und Farel über die von den Gesandten vorgelegten Punkte während zwei Stunde». Wegen vor-gerückter Zeit verschiebt man die Fortsetzung auf den folgenden >rag.
XV. (gg. Januar.) Die Gesandten treten mit Farel und Viret vor den Rath der Zweihundert und^ dispiüiren letztere mit dem Mönch vier Stunden lang. Auf das Verlangen, sich wieder um drei llhr zu^sammeln, wird erkennt, daß für heute genug disputirt worden sei.
XVI. (3. Februar.) I. Vor dem gewöhnlichen Rath verlangen die Gesandten von Bern, daß man denP«th der Zweihundert versammle; sie hätten demselben Einiges vorzutragen. Alan beschließt die Berufung^selben auf morgen. 2. Um vier Uhr kommen die Bürger Etienne Deda und Rülaus Porral, letzerer stark ver-wundet, in den Saal und klagen, daß Claude und Rülaus Pennet, begleitet von Jagnes Desel und^"igen andern, sie auf dem Platze St. Peter angegriffen und verwundet haben; sie verlangen Recht. Sofortkommen mehrere andere in großer Aufregung und sagen, Rülaus Berger, ein Hutmacher, sei in seiner Werk-^tte am Perron von Claude Pennet durch einen Dolchstich getödtet worden; dieser Mord habe großenTumult erregt und Alles bewaffne sich. Es erscheinen auch die Gesandten von Bern vor dem Rathund eröffnen, daß eine große Zahl von Leuten bewaffnet durch die Stadt laufe, es sei ein Gemetzel zu befürchten,"U"> "löge dem zuvorkommen; sie anerbieten sich, das Mögliche zu thun, um die Sache beizulegen. DieS'ndics bitten die Gesandten, den Bewaffneten entgegen zu gehen und sie zu ermahnen, die Waffen nieder-em. Auf dieses erscheinen über fünfhundert Bewaffnete vor dem Stadthause und erklären, daß sie nurdeßwegen sich versammelt haben, weil sie befürchten, daß die Priester einen vierten oder fünften Auflauf erregen; siew°llen sich vor ihrer Wuth fern halten und die Sindics unterstützen, daß der Mörder aufgefunden werde;sw verlangen, daß gegen die Urheber des Tumultes Recht ergehe. (Claude Pennet und I. Portier werdenm der Kirche St. Peter bewaffnet aufgegriffen und verhaftet.)
XVU. (4. Februar.) Die Gesandten von Bern erklären vor dem Rathe, daß ihnen die Streitigkeiten^ Genfer mißliebig seien; wolle man diese vermeiden, so müsse man das Recht walten lassen. Man gibtllmm von den vorgenommenen Verhaftungen und daß ein daheriger Ploceß angehoben sei, Kenntniß.
XVIII. (5. Februar.) Claude Pennet wird des Mordes schuldig befunden, zum Tode verurtheüt undwichen Tags hingerichtet.
XIX. (g. Februar.) 1. Vor dem Rath der Zweihundert verlangen die Gesandten, daß mau die Angclegen-lkü des Predigers fortsetze lind verwahren sich vor den dießfälligen Kosten. Acan antwcnlet ihnen, sie kennenw drängenden Geschäfte, mit denen der Rath behelligt sei, man möge denselben für entschuldigt halten.
T Es erscheint I. Bourgeois, Gesandter der Stadt Lausanne, und eröffnet, seine Obern haben vernommen, wie
^ens Zwiespalt herrsche, und ihn deßhalb abgeordnet, Behufs Beilegung der Angelegenheit ihre Hülfe an-mieten. Ter Rath verdankt dieses; wenn die Hülfe derer von Lausanne nöthig sei, werde man sie ver-""llM; man hoffe indessen zu Gott, daß Alles sonst zu Ruhe komme. 3. Bei I. Portier hat man BriesePfunden, die sich auf die Bestellung eines Gouverneurs für die Stadt Genf beziehen, was deren Freiheiten«»wider wäre; man ernennt für die Untersuchung dieser Sache einen Procureur general. Diese Briefe tragen^ Siegel des Bischofs und das Datum vom 12. Januar 1534. Ebenso sind bei dein gleichen BlankenKunden worden, welche Unterschrift und Siegel des Herzogs tragen. Mail will mit den Gesandten von