692 Juli 1552.
ganzen Grafschaft Burgund, zugeordnet worden, um mit ihnen zum König zu reiten und sich daselbst umdie Neutralität zu bewerben. Die Gesandten haben dann verlangt, die Instruction der beiden Genanntenzu kennen, damit man dem König ein gleichförmiges Begehren vortrage; die Gesandten der Eidgenossenkönnten sich nämlich nicht weiter einlassen, als ihre Instruction laute. Die Verordneten der Burgunderhätten indessen gerne gesehen, wenn die eidgenössischen Bolen etwas schärfer mit dem König gehandelt hätten,für den Fall nämlich, daß der König nicht eine der frühern gleiche Neutralität annehmen würde. Aufdieses haben die Gesandten bemerkt, sie seien bereit, allen Fleiß anzuwenden, um durch freundliches Bittenund Ermahnen das Mögliche in Betreff der guten Nachbarschaft, des Salzes und des gemeinen feilen Kaufesanzustreben, doch Alles nach Inhalt ihres Befehls. Hierauf haben die genannten Verordneten ihre Instructioneröffnet und angezeigt, sie seien ermächtigt, mit den eidgenössischen Boten vorzugehen, damit sie zu einerNeutralität kommen mögen. Am 4. Juli seien sie dann mitsammen, 21 Pferde stark, von Dole nach Dijongeritten. In dieser Stadt habe sie und die Burgunder des Königs Statthalter mit Gasthaltung lind sonstwohl empfangen und ihnen eröffnet, er habe vom König ein Schreiben, daß er sie zur Königin weisen solle,worauf er ihnen einen seiner Edelleute mit einem Knecht und einem Herold beigeordnet habe. Am 6. Juliseien sie dann, 24 Pferde stark, von Dijon nach Laon in der Picardie zugeritten und daselbst am 15. Juliangekommen. Noch am gleichen Tage haben sie sich durch den genannten Edelmann bei der Königin umeine gnädige Audienz beworben. Diese habe die Sache verschoben, bis sie dann am k7. Juli, Nachmittags2 Uhr, nach den Gesandte» geschickt habe. Diese, nach verrichtetem Gruße, haben dann die Königin inAnwesenheit ihrer Räthe freundlich gebeten, ihnen ab den Kosten zu helfen. In Beisein der Gesandten habedann die Königin ihren Rüthen mündlich befohlen, sofort mit jenen zu verhandeln. Diese seien mit denGesandten aus dem Gemach der Königin in einen Nebensaal gegangen, wo die Räthe vorerst der Vollmachtder Burgunder nachgefragt haben, die ihnen gezeigt worden sei, sowie auch die eidgenössischen Gesandten ihreCredenz und Instruction vorgelegt haben. Darauf haben die Räthe die letzte Neutralität verlesen und danneröffnet, sie wollen mit Fleiß darüber sitzen und ihre Ansicht („was sp darin finden") der Königin anzeigenund am folgenden Tage Antwort geben. Während dessen habe man vernommen, wie des Königs Lager, dasanderthalb Tagreisen von Laon im Hennegau gewesen sei, aufgebrochen sei und wie der König alles Kriegs-volk in die Städte an die Grenzen lege, um sich wiederum zu erfrischen, und zur Zeit niemand Urlaubgebe, wie Konrad Nychmut, Haabs Schivager, der diesen Brief überbringe, berichten werde. Während dieGesandten auf die versprochene Antwort warteten, sei der Königin ein Schreiben von dem König zugekommen,sie solle mit ihrem Hof sich zu ihm in ein Städtchen, genannt la Faire, begeben. Als die Gesandten diesesvernommen haben, haben sie zu der Königin geschickt und seien sie angegangen, nicht zu verreisen, bevor dieversprochene Antwort ertheilt sei. Auf das habe die Königin erwiedert, die Gesandten sollen sich hierübernicht beschweren! die Königin gebe ohne Vorwissen des Königs keinen Bescheid; sie sollen aber versichertsein, sobald sie zum König komme, so werde sie ihr Anliegen demselben zuerst vortragen, und sobald sich derKönig zu einer Antwort entschlossen habe, wolle sie die Gesandten berufen und ihnen Herberge bestellen:inzwischen sollen die Gesandten zu Laon bleiben. Als dann die Königin im Begriffe war, zu verreisen,habe sie den Gesandten eine herrliche Verehrung mit mancherlei Fleisch und Wein gcthan. Nachdem hieraufdie Gesandten acht Tage lang auf den Bescheid der Königin gewartet hatten, haben sie am 22. Juli einenCourier mit einer Missive zum Herrn Garde des Seaulx (Siegelbewahrer) geschickt und verlangt, daß er beimKönig oder der Königin verschaffe, daß den Gesandten Antwort ertheilt werde. Während dieser Courier nachla Faire geritten sei, sei der junge Herr von Boisrigault mit einer Missive vom Connetable gekommen undhabe die Gesandten aufgefordert, in zwei oder drei Tagen zum König nach Coussy zu kommen, das fünfStunden von Laon entfernt sei. Am 22. Juli sei Hans Jost von Baden mit einem Briefe der XIII Ortenach Laon gekommen. Was die zwei Artikel der Burgunder betreffe, so seien diese gütlich davon abgestanden.Wie die Gesandten bei der Königin sich gemäß ihrer Instruction um die Neutralität beworben haben, sowerden sie es auch beim König thun, weiter aber nicht gehen. Anbelangend das Schreiben der drei Städtebetreffend die „frommen Christen", werde er, Haab, allen Fleiß verwenden, besorge aber, es werde wenig