Juni 1552.
andern Orten seine Güter angreifen und verganten wollen. Dadurch aber entstehen große Kosten. Er seinun des Willens, seine Herrschaften und Güter selber zu verkaufen und seine Schulden zu bezahlen. Erbitte daher die von Lucern, Unterwalden, Zug und Basel zu vermögen, drei Monate Geduld zu haben,wodann er ihre Ausstände bezahlen wolle. Die übrigen Orte bitten nun die genannten vier Orte, daß siein Betreff ihrer Obrigkeit die drei Monate, wenn möglich, gütlich zuwarten und auch besondere Personen,Bürger und Landleute, denen der Graf schuldig ist, hiezu vermögen wollen. «. Der Landvogt in denFreien Aemtern, Jost Krepsinger, des Raths von Lucern, macht die Anzeige, daß die Angehörigen seinerVogtei einander unbilliger Weise herumziehen und um unbegründete Sachen appelliren, nur um einanderaufziehen zu könneu; wenn er in ein Dorf komme und Gericht halten wolle, müsse er fast den ganzen Tagdie Appellationen verhören und dann nichtsdestoweniger den Nichtern das Mahl bezahle»?, wodurch den Oberngroße Kosten erwachsei?, weßhalb man die Appellationen in Bescheidenheit beschränken sollte. Es wird nunverordnet: wer künftig ii? den Freie?? Aemtern vor de?? Landvogt appelliren will, der soll demselben vorabeinen halbe?? Gulden erlegen; und wenn dann die Appellation auf einen? Gerichtstag behandelt wird unddie Richter auch damit zu thun habe?? oder hiedurch versäumt werden, so sollen der oder diejenigen, welcheappellirt haben, den? Landvogt und de?? Richter?? das Mahl bezahlen. Das soll übrigens jeder Bote heim-bringen, ob man es so halte?? wolle. »«,. Der Abt zu Wettingen giebt seine Rechnung, die ordentlich undwohlgestellt ist, und läßt dabei vorstelle??: Nachdem den? Abt von Kreuzlingen, den? Commenthur von Tobel,den Aebten zu Rhema??, Fischingen und Muri und andern Gotteshäusern die Rechnung erlassen worden sei,so werde ihn? von Einigen verächtlicher Weise vorgehalten, er sei weniger als andere Prälaten. Nun aberhabe er bisher ii? seinem Gotteshaus« ehrlich und redlich hausgehalten und sei Willens dieses ferner zu thun.Er bitte daher, ihn? die Rechnung ebenfalls zu erlassen. Er sei nichtsdestoweniger urbietig, jährlich seineRechnung gehörig zu stellen und auf Verlange?? dieselbe zu jeder Zeit de?? Ober?? vorzulegen; auch mögender Landvogt und die Amtleute zu Baden seine Haushaltung beobachte?? und nöthigbeglaubten Falls Berichtgebe??. Endlich erbiete er sich auch, den eidgenössischen Bote?? die bisher wegen der Rechnung gewohntejährliche Verehrung auszurichten. Wird ii? den Abschied genommen um auf dein nächsten Tag darüber zuantworten. I»I». Zu Ende des Tages erscheint der kaiserliche Gesandte (ivieder) und meldet, es seiensechstausend Spanier zu Genua gelandet und habe?? zwei Tonnen Goldes mit sich gebracht. Sobald dieSchiffe wieder hergestellt seien, werden diese ivieder nach Spanien fahren um noch mehr Spanier herauszu-bringen. In Neapel stehe?? die Sache?? g??t. vv. Die Freundschaft des Jacob W?)ß von Bade?? ersticht ihrbehülflich zu sein, daß sie sich mit der Verwandtschaft des durch einen Todtschlag Umgebrachten vergleichenkönnte. Man hat darauf an Schultheiß und Rath zu Bremgarten geschrieben, sie mögen des EntleibtenFreundschaft anherbescheiden und sie vermögen, sich gütlich vertragen zu lassen. Schultheiß und Rath zuBremgarten antworten, des Getödteten Bruder und seine Verwandten haben sich berathen und dann angezeigt,sie wollen bei dein Urtheil verbleiben. Man hat dann den Urtheilbrief verhört und darin verstanden, daßalle Kundschaften sagten: „eb er das thun, ee (eher) wellte er, daß der thäter ein ku ghpt hette"; ivorauf die vonBaden ein Urtheil gesprochen haben, daß des Entleibten Bruder und Freundschaft den Thäter, Ivo sie ihnbetreten können, keine Obrigkeit ausgenommen, vom Leben zum Tod bringen mögen. Man ninmit nunauf die dringende Bitte von des Thäters Freundschaft den Handel in den Abschied; die Boten sollen aufdem nächsten Tag mit Vollmacht erscheinen. Es erscheinen der Abt von Mnri und Rudolf Stapfer,
Burger zu Bremgarten, in einem Streit wegen einer Rechnung, die der alte Abt von Muri mit dein Stapfer