554
September 1551.
Näthe und Burger zu Bern schreiben, sie wären ganz willig gewesen, diesen Tag zu besuchen, wenn derselbenicht so schnell und unvermuthet herangekommen iväre und sie wegen des Herbsts, der jetzt am strengsten sei,und der Abwesenheit des MehrtheilS ihrer Miträthe, namentlich auch beider Schultheiße, nicht verhindertworden wären; überhin haben sie die jüngsten Abschiede von Lauis und Baden noch nicht verhört. Siebitten daher freundlich, ihr Ausbleiben zu entschuldigen und die Verhandlungen ihnen auf ihre Kosten inForm eines Abschiedes zukommen zu lassen, um über dieselben, wie über die genannten Abschiede für dennächsten Tag berathschlagen zu können. Man übersendet ihnen den Abschied. Tschan Goryn von Lauiserscheint und zeigt an, die Brüder Andrea und Philipp von Colinenia haben an Franz Ampon von Sessaeinen ^.odtschlag begangen. Da sie nun von den Freunden des Getödteten begnadigt worden seien, vielekleine Kinder haben, Jahr und Tag geleistet haben, und nicht vermögen, von Ort zu Ort zu kehren, so bitten sieum Liberation. Ebenfalls meldet er, wie Anton Bellino von Vira Peter, einen Priester, getödtet habeund anch Liberation begehre. Endlich ist iin Abschied von Lauis heimgebracht worden, wie ein Priester vonSyfonen, genannt Andreas, unterthänig um Liberation gebeten habe. Da man hierüber ohne Instructionist, so wird Alles in den Abschied genommen um auf dein nächsten Tag Antwort zu geben. »»»,, Als manvon den Gesandten des Kaisers und des Statthalters von Mailand, Johann Angclus Nitius und AscaninsMarsus, Antwort über die mit Mailand abzuschließeirden Capitel gefordert hat, legten sie abermals eineAbschrift ihres Vorschlages ein und begehrten, es möge derselbe angenommen werden. Die Instructionenstimmen aber überein, nicht nur keine Zusage betreffend Hülfe zu thun, sondern auch keinen Durchpaßfür Munition oder Kriegsvolk zu gestatten. Das wird den genannten Gesandten angezeigt, mit der Bitte,den neunten Artikel fallen zu lassen und (diesfalls) bei dein zu bleiben, was die Eidgenossen auf der Jahr-rechnung entworfen haben; dann wolle man versuchen, sich mit Bezug auf die übrige.. Artikel mit ihnen znvergleichen. Die Gesandten erwiedern, ihnen sei aufgetragen, nicht nur bei dein neunten, sondern bei allenvon ihnen schriftlich vorgelegten Artikeln zu verbleiben. Die Sache wird nun wieder in den Abschiedgenommen. Den mailändischen Gesandten werden auch die Artikel im Abschied vou Lauis augezeigt, nämlichwre von den Mallandern einigen der Unsrigen Korn und Vieh auf eidgenössischem Gebiet mit Gewaltwegguionimen morden, und Andern, die den Eidgenossen „zu versprechen" stehen, schwere Strafen auferlegtworden seien, ivas Alles nicht gute Nachbarschaft erzeuge; man möge besorgt sein, solches abzustellen undden Unsrigen feilen Kauf zugehen lassen, ansonst man des Fernern überlegen müßte, ivie diesen geholfenwerden könnte. Dem entgegen zeigen die mailändischen Boten, ivie lind in welchem Maße einigen derUnsrigen das Ihrige wieder geworden sei; auch die Tröstung der fünfzig Kronen sei nachgelassen worden;beinebens erbieten ste sich, dem Statthalter zu Mailand ernstlich zu schreiben, daß Alles beobachtet werdenmöge, wwo geeignet sei, gute Nachbarschaft zu beweisen. Dieses freundliche Erbieten hat man ihnen verdanktund man mnimt an, daß demselben stattgethan werde. I»I». Für die vorstehenden und andere Sachen hatmail einen fernem Tag auf Sonntag vor Katharinä, das ist den 22. November, Nachts zu Baden au derHerberg zu sein, angesetzt. Jedes Ort soll die Abschiede von Baden und Lauis durchgehen und seine Botenmit Bezug auf dieselben instruireu. ee. Die kaiserlichen Gesandten übergeben einen Vortrag in Betreffdes vom König von Frankreich gegen den Kaiser begonnenen Krieges. «R,t. Es erscheint der Gesandte desKönigs von Frankreich, der Herr von Marche-Ferriere, und übergiebt einen Vortrag nebst einer Protestatio»und ^andern Sachen schriftlich, wovon den Boten Abschriften gegeben werde», ev. Derselbe Gesandte eröffnet,die Eidgenossen haben an den König geschrieben, er möge die Grafschaft Burgund unangetastet lassen. Schon