Juni 1551.
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und eine schriftliche Antwort, die sich über jeden Artikel verbreite, aufgesetzt, die er vorlegt. Da dieselbe inwälscher Sprache abgefaßt und sehr lang ist, und daher nicht wohl möglich ist, dieselbe „ursatzlich" indeutscher Sprache zu lesen und gründlich zu verstehen, und die Boten von Freiburg wegen der Besetzungdes Regiments gerne heimkehren, so wird beschlossen, die benannte Schrift soll ins Deutsche übersetzt, nichtsdestoweniger aber ihnen eine Abschrist der wälschen Abfassung nachgeschickt werden, dieselbe ihren Herreuvorzulegen Dann wolle man auf Samstag (27. Juni) sich wieder versammeln und die deutsche Verdolmetschungverhören Aus gewissen Ursachen hat sich dann die Sache bis Dienstag (30. Juni) verzogen. IV. (30. Juni,Dienstag) Vor dem gesessnen Rathe in Beisein der Bolen von Freiburg wird die genannte deutsche Über-setzung der Antwort des Grafen verlesen und hierauf dein Grafen folgende Meinung eröffnet: In seinemschriftlichen Vortrag habe er keine willfahrige Antwort auf das Schreiben beider Städte niedergelegt unddie letztern in keinem Punkte geehrt. Man bitte ihn daher nochmals als lieben Burger beider Städte,denselben sich freundlich und willfährig zu erzeigen. Er möge bedenken, wie diese mit Mühe und Arbeitzwischen ihm und seinen Unterthanen einen freundlichen Spruch gemacht haben, der letztern sehr nachtheilig,ihm aber von Nutzen gewesen wäre; wie sie mit dringenden Worten jene beredet haben, den Spruch anzunehmen,-r aber denselben abgeschlagen habe. Wenn er auf seiner Antwort beharren würde, so wären die Städteveranlaßt ein Einsehe.: zu thun, damit ihre Bürger beim Recht, ihren Freiheiten, alten hergebrachten Bräuchenund Gewohnheiten verbleiben könnten. Nach begehrtem und bewilligtem Verdank eröffnet der Graf, erverwundere sich sehr, daß mau ihm vorhalte, er habe über keinen Artikel Antwort gegeben. Er habe sichaller Billigkeit beflissen und auf jeden Artikel so geantwortet, daß man zufrieden sein könne. Wäre dasnicht geschehen, so wäre es ihm leid; er wolle Alles thun, was ziemlich, billig und recht und ihm möglichsei; namentlich wolle er die Unterthanen bei ihren Freiheiten belassen und die letztern eher vermehren alsvermindern. Er erinnere sich auch nicht anders, als wie es göttlich, ziemlich und ehrlich sei, gehandelt zuhaben. Wolle man sich hiemit nicht begnügen, so möge man ihm jene Punkte, in denen er gefehlt habensollte, vorführen; er werde'weiters gebührende Antwort geben. Hierauf ist der Graf abgetreten. Nachdem'"an ihn wieder'vorberufen hat, wird ihm angezeigt, entweder habe er die Sache nicht richtig verstandenoder dann habe ihm der Schultheiß dieselbe nicht gehörig erläutert; man beschuldige ihn nicht, daß er überkeinen Artikel Antwort gegeben habe, sondern daß er in keinem Punkt die Städte geehrt und ihnen willfahrthabe; er werde daher nochmals zur Antwort aufgefordert. Auf dieses bekennt der Graf, daß das Mißverständnißauf seiner Seite gelegen sei, und begehrt nochmals einen Verdank. Nach demselben eröffnet er, er glaubegenug gethan zu haben und aller Billigkeit nachgekommen zu sein. In Folge der Bitte der Städte habe erseine Unterthanen ziemlich und gnädig gehalten, sei gegen sie stillgestanden und habe die abgetretenen undungehorsamen wieder zu Haus und Heim gelassen, obwohl sie ein Anderes verdient hätten. Er bitte, ihmwie früher in diesen und andern Dingen beholfen und berathen zu sein, und möchte gerne wissen, ob dieStädte ihre Unterthanen, wenn diese in gleicher Weise wider sie handeln würden, nicht in gleicher Weisehalten und strafen würden Es wird ihm geantwortet, man hoffe, er werde sich eines Bessern besinnen und'"orgen mit willfähriger Antwort begegnen; denn an die bisher gegebenen Antworten könne man nicht kommen,U"d müßte man sonst zusehen, wie der Sache weiter zu begegnen märe. V. (1. Juli, Mittwoch). Auf dieau den Grafen gerichtete Frage, ob er sich eines Bessern besonnen habe, erklärt er, er habe sich nach seinemVerstand und Vermögen beflissen, sich den beiden Städten willfährig zu erzeigen und legt diesfalls eineschriftliche Antwort ein, welche verlesen wird, worauf der Graf sich wieder entfernt. Die Städte vereinigen