516 Juni 1551.
seine Regeuten ans Germania oder anderswoher in das Herzogthum Mailand zum Schutze desselben zusenden veranlaßt sein werden; doch sollen auf einmal nur Wenige passiren, sich gehörig verhalten und ihreZehrung bezahlen. 8. Die Eidgenossen sollen gute, wahre und lautere Freundschaft beobachten und wcd-r„gcstrags noch ungestrags" kommen oder fahren wider das Herzogthum Mailand, und ebenso sollen die ""Hcrzogthum Mailand gegenüber den Eidgenossen alle Treue, Liebe und Gunst beobachte». Gesuch, dieseVorschläge an die Obern zu bringen und auf dem nächsten Tag Antwort zu geben.
St. A. Lucern: Allg. Abschdc. 0 2, k. 4SS. — St. A. Zürich: Abschiede Band IS, k. 24S. — St. A. Bern: Alls. -idg. Absch. blbl, S. S27.— L. A. Schwyz: Abschiede. — K. A. GlaruS: Abschiede. — K. A. Basel: Abschiede Band 2«. — K. A. Freiburg: Badischc Abschied-Band lö, nach den Abschieden von 1S60. — K. A. Solothurn: Abschiede Band so. — K. A. Schaphausen: Abschiede. — 0. A.Appenzell: Abschiede.
Zu 1. Das Breve Papst Julius III., gegeben zu Rom den 22. Mai 1551, ermahnt, nach einerlängern Einleitung, die Eidgenossen, ihre „fürnemsten" Prälaten aufzufordern, auf den ersten September bem>Concil zu Trient einzutreffen; auf benannten Tag werde nämlich die zweite Sitzung gehalten. Mchlele->hierüber werde ihnen Hieronymus Frank berichten; auch werde der Papst nächstens einen Prälaten abordnen,um mit den Eidgenossen in Betreff des Concils Weiteres zu verhandeln. Unterzeichnet: Romulus Ainaseu -
Der Inhalt des Vortrags von Frank und Nosin ist folgender: Nebst der Uebergabc des Breve seiensie beauftragt, den Eidgenossen den geneigten Willen des Papstes zu ihrer Nation zu vermelden. Diesergute Wille habe unter Papst Julius II. begonnen, der die Eidgenossen mit vielen Freiheiten begäbet hu e.Dieses sei geschehen auf den Rath des Cardinals von Monte, des Bruders des Vaters des jetzigen Papstes-Da letzterer gesehen habe, wie angenehm den Eidgenossen der Name Julius sei, so habe er nach seiner Wu)auch so genannt sein wollen, welche Wahl, verbunden mit der Versicherung seiner großen Geneigtheit, rcPapst den Eidgenossen »»verzögert angezeigt habe. Aber bevor der Papst weitere Zeichen seiner Gunst huthuu können, habe er bedacht sein müssen, der gänzlich erschöpften päpstlichen Kammer zu Hülfe zu komnüN-Deswegen habe er die Garde der italienischen Reisigen entlassen; aber die Garde der Eidgenossen, verordnezum Schutze seiner Person, auch die in Bononia und Perusa (Perugia), habe er vollständig beibehalten.Der Papst habe sich daher verwundert, als es in der Eidgenossenschaft hieß, er achte diese Nation nwst'er hätte seinerseits mehr Grund zu klagen; während alle christlichen Fürsten und Potentaten den Papst dar)eigens abgeordnete Botschaften begrüßten, haben die Eidgenossen dieses nur durch einen Brief gcthan, benein Diener und ein Anderer, der ein Untcrthan des Papstes sei, überbracht haben. Nichtsdestoweniger s^der Papst und das heilige Collegium wohl zufrieden gewesen, wie er denn bekanntlich dnrch ein Brevegedankt habe. Nachdem nnn Frank wieder als Botschafter zu den Eidgenossen bestimmt, und Rosin, euAngehöriger dieser Nation, wieder als Diener und Verwalter des Papstes angenommen worden seien, sv^»sie die Eidgenossen crmahne», sich dem Beispiel der Altvordern gegenüber dem heiligen Stuhl gleichföriwSzu mache». Sodann sollen sie ihre Prälaten, Doctoren, Gelehrte und Prädicanten verhalten, auf ^1. September beim Concil zu Trient einzutreffen, welches, nachdem es am 1. Mai angefangen, dai »>zu >nuseine zivcite Sitzung habe. Der Papst werde übrigens einen Legaten senden, der diesfalls Mehreres uuden Eidgenossen verhandeln werde. Endlich verlange der Papst zu wissen, ob er sich der Gunst und Hu sider Eidgenosse» versehen dürfe, wozu es käme, es sei für den Schirm seiner Person, des Kirchenstaates u»dessen Freiheiten oder die ungehorsamen und ärgerlichen llntcrthnnen zu bestrafen. Die Gesandten wünscht'daß man eine schriftliche Antwort an sie übergebe. Unterzeichnet Frank und Nosin, ohne Datum.
St. A. Lueern: Allgcm. Abschiede 0 2, t. 417. — St. A. Zürich: Abschiede Band IS, t. 221. — St. A. Bern: Allgel». eidg. Abschiede bl«,S. 4W. — L. A. Schw?,: Abschiede. - K. A. Basel: Bei diesem Abschied. — K. A. Freiburg: Badische Abschiede, Band 15, nach deAbschieden von 1S50. — K. A. Solothurn: Abschiede, Band so. — K. A. Schaphausen: Correspondenzen. Das Breve ist abgcdruabei St eitler: Schweizer Chronik II 16L.
Zli in. Der etwas gedehnte Vortrag des französischen Botschafters bewegt sich in folgenden Sätzen-Nachdem Herzog Octavio gesehen, welchen Eifer diejenigen haben, welche die Stadt Parma einnehmen wolltcn-llnd in Betracht der geringen Mittel, die er zur Beschirmung derselben gehabt habe, und wie der Pupswenig Willeil habe, ihm Beistand zu leisten, so habe er den König von Frankreich zum Schutze der benannün