October 1550. 431
haben zwischen Heidelberg und Frankfurt eine Kirche aufgebrochen und darin 160 Gulden in einem TrogPfunden; darunter seien 36 Gulden an Gold, bei 20 Thaler und das Übrige Constauzer und andere Münzegewesen. Das Alles haben sie unter sich zu gleichen Theileu getheilt. Seitdem das geschehen sei es in derletzten Fasten ein Jahr gewesen. 6. Einer, genannt Langhans aus Britannien, ziehe auch im Lande umher,^hle nnd er und seine Gesellen kommen mitunter zu Lucern beim Falken zusammen. 7. Der, welcher^ Alpenhorn mache und herumziehe, sei auch in einer Gesellschaft lind stehle. 8. Mathis mit der geschwollenenHand von Genf sei nicht in seiner Gesellschaft, sondern in einer andern, helfe aber Speicher aufbrechen und^hle was er finde. 9. Einer heiße Niklaus, sei ein Deutscher; als er ihn zuletzt bei Zurzach gesehen habe,er bekleidet gewesen wie ein Bauernknecht, habe weiße Hosen, eine Jüppe und einen schwarzen Huttragen, w. Er und Langhans haben enncl Pillingen, wie man gegen Straßburg gegangen, einen Speicheraufgebrochen und 14 Batzen, weniger 6 Kreuzer, und einige Leinentücher daraus genommen. Dabei sei^genannter Niklaus auch behülflich gewesen. — Ebenfalls berichten die von Baden, wie ihnen Graf FriedrichFürstenberg die Verzicht eines Übelthäters, genannt Jörg von Genf, zugeschickt habe, der folgendehellen angegeben habe: 1. Mathis mit der geschwollenen Hand; der sei von Genf. 3. Niklaus vonLothringen, trage ein graues spanisches „wulli" Göller, das er unter den Beinen zusammenknüpfen könne.^ »Lude us dem Schwyzcrland", er wisse aber nicht woher, eine kurze Person mit einem rothen Bart, trage"Ue weiße Zwilchjuppe. 4. Hans aus Britannien, ein langer Gesell ohne Bart, habe eine Hure bei sich,soll es wissen und jeweilen inne werden, wenn man ihn sangen wolle, weßhalb er immer entgehens. Peter von Abendanz bei Lausanne, eine kleine, junge magere Person mit rothen Hosen undö"ulchenen Strümpfen, an denen ein „lidery" zerhauenes Göller sei, mit einem schwarzen Barchctwamsel undrothen Baret. Dieser habe einen Gesellen gehabt. Fudin (oder Hudin?) genannt, mit dem er unterotweil einen Speicher aufgebrochen und soviel darin gefunden habe, daß jedem wohl 20 Kronen gewordenli. Einer liege zu Lucern im Wirthshaus zum Falken, wo der Wirth auch ein Wälscher sei; dieser"""e- die eisernen Instrumente verfertigen, mit denen man Kirchen und Speicher ausbreche. Er heiße PlasinGurgin, sei ein Wälscher; wenn sie zusammenkomme», nehme er auch Theil am gestohlenen Gut. Die^üfenden Instrumente haben diesen Character (folgen zwei Figuren). Die bemeldten und andere Kirchen-Speicherbrecher, deren viele seien, sollen auf den Winter nach Lucern zum Falken kommen, f. I. Vonletzten Tag hat man mit Bezug auf das Begehren des Martin Tresch, Schaffners zu Müusterlingen,Landvogt im Thurgau beauftragt, Bericht über des Dreschen Haushaltung zu erstatten. Dieser sendet'UN alle Rechnungen des Tresch von einem Jahr zum andern ein nnd hat alle recht und gut befunden.. uneben vernimmt man von dem Landvogt und andern Ehrenleuteu, daß Tresch dem Gotteshause gut
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