Druckschrift 
4,1,e (1886) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1549 bis 1555
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208

Januar 1550.

«. Der Gesandte des römischen Königs, Hans Melchior Heggenzer zu Wasserstelzen, zeigt an: 1. Der römischeKönig habe ihm geschrieben, er habe in Folge des freundlichen Schreibens der Obern der Orte die auf dieGüter des Ulrich Hochrütiner von St. Gallen und Heinrich Hagg von Frauenfeld in der Stadt Constanzgelegten Hüfte und Arreste gnädig aufgehoben, und es mögen dieselben (sy", die Genannten oder die Eidgenosse»überhaupt?) in den Landen des Königs und im heiligen römischen Reiche frei und sicher handeln und wandeln,der König wolle der Erbeinung getrerPch nachkommen. 2. Alan verlange, daß die Ungehorsamen, die au-der Stadt Constanz auf das Gebiet der Eidgenossen entwichen sind, ebenso Sebastian Schärtlin, verwiese»werden. Da man in Betreff der Abgetretenen von Constanz ohne Instruction ist, so soll jeder Bote dasheimbringen und auf dem nächsten Tag mit Vollmacht erscheinen. >». Den Tryt von Como wird ein gemeine»Geleit gegeben, «z. Hauptmann Anton Poccobello, Seckelmeistcr zn Lauis, erscheint und eröffnet, wie e>von den Nathsboten der Eidgenossen den Zoll zu Lauis für zwei Jahre gepachtet habe gemäß dem diesfällige»Lehenbriefe. In demselben sei vorbehalten, bei Krieg, Theurung, Pest oder Hemmung des Durchpasses de»Pächter bescheioen zu halten. Nun seien in Folge der scharf regierenden Pest die Straßen leer geblieben u»bden Mailändern der Besuch der Märkte verboten worden, wodurch dem Zoll eine ganz bedeutende SuM>»^abgegangen sei; er bitte daher, ihn in Folge dieser Verhältnisse gnädig zu halten. Da man ohne Jnstruetio»ist, so wird die Sache heimgebracht, damit jedes Ort seinem auf die Jahrrcchuung zu Lauis gehenden Bote»Vollmacht gebe, die Sache genau zu untersuchen und nach Ermessen zu handeln, i. Nachdem SchultheißFleckeustein bereits verritten war, erscheint Albert de Sala wieder und eröffnet, da Fleckenstein angezeigt, ^wolle vorab den Rath seiner Obern und denjenigen guter Freunde einholen und dann bei den XII Orten »o»Ort zu Ort reiten, und er solcher Art die Sache auf die lange Bank ziehen möchte, wobei er, de Sal»/oder einige Spruchleute inzwischen sterben könnten, so bitte er, dem Fleckenstein für das Reiten von Ort Z»Ort einen Termin zu bestimmen. Da man dieses in Abwesenheit des Fleckenstein nicht thun kann, so w>>berkennt, wenn Fleckenstein sich entschließt, von Ort zu Ort zu reiten, so sollen die von Lucern im Rai»"'der übrigen Orte ihm ein Ziel sehen, in welchem er beginnen und umreiten solle; das soll dann zum Verhakauch dem Albert de Sala angezeigt werden. «. Der Laudvogt zu Lauis zeigt an, er habe einen Weib^'der ihm treu und redlich diene; dieser habe einen Bruder, der vor achtzehn Jahren einen Todtsch^begangen und sich seither im Herzogthum Mailand aufgehalten habe; dieser sei zu arm, um von Ort Z"Ort zu kehren; er bitte daher dringend, ihn zu liberircu und ihm das Land wieder zu öffnen. Weil >»»"ohne Instruction ist, wird das Gesuch in den Abschied genommen; Antwort auf dem nächsten Tag. t S"Bote von Freiburg zeigt instructiousgemäß an, die verstorbenen Anton Bafalart (Pavillard) und PeterM»>»'Schmid, beide der Rüthe, nnd Petermann Maier, von dem man nicht wisse, ob er lebend oder todt sei, Hab"'dermaßen hausgehalten und sich verbürgt, daß die Obern über ihr Guthaben die Hand geschlagen und st"die Ansprecher einen rechtlichen Tag auf Sonutag Lätare (10. März) augeseht haben. Wenn daher ein ^oder einzelne Personen Forderungen gegen einen der Genannten oder gegen alle drei zu führen haben, >»bg"'dieselben in Kenntniß geseht werden, daß sie am bezeichneten Tage Nachts mit ihren Gewahrsamen in der St»Freiburg erscheinen; man wolle jedem nach dem Recht dieser Stadt Recht ergehen lassen. «. Schult'^Bircher von Lucern erinnert, es sei am letzten Tag vorgeschlagen worden, daß zwei Männer von Zb"und Unterwalden und zwei von Lucern mit Beizug von Ammann Gartenhauser von Appenzell als Ol»»»"''die streitige March zwischen den VII Orten und Lucern festsehen sollen; das habe man in den Abs«)"genommen, aber noch keinen Bescheid ertheilt, ob die sechs Orte diesen Vorschlag angenommen haben. ^