Februar 1549.
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Oberster über sechstausend Manu; es gehe im Geheim die Rede, er ziehe in das Piemout, denn der Kaiserwolle den Herzog von Savoyen einsetzen; Gewisses aber wisse man nichts; man sehe auch Nachts in einigenDörfern und auf den Straßen in der Landschaft Lanis Personen aus dein Herzogthum Mailand mit Gewehrund Panzer, ohne daß man ihre Bestimmnng näher erführe. 2. Die Obern der Orte habe» in den genanntenennetbirgischen Landvogteien die Handelswaaren des Kaisers ohne Zoll fürfahren lassen; anderseits aberlasse Don Fernand den eidgenössischen Unterthanen ennct dem Gebirg allen Proviant abschlagen und ihnenviel weniger als früher verabfolgeil, iveßhalb die armen Leute große Thenrnng haben. Man schreibt denVögten, sie sollen ihre Kundschafter bestelleil und was sie erfahren dem nächsten Ort berichteil. «I«R. DieGesandten von Basel führen an, der Kaiser sei von seiner Krankheit genesen und halte sich zu Brüssel auf;bei ihm sei wenig Volk; im Niederland gehe die Rede, der Kaiser wolle an die „Schwytzer" und den jungenPrinzen von Savoyen wieder einsetzen. Der Herr von Büren und noch zwei große Herren an des KaisersHof seien schnellen Tods gestorben. („Andere nüwe zytung"). Der Kaiser sei in Brüssel und habe seinemSohn, dem Prinzen von Spanien, 2900 Reisige entgegengeschickt; die sollen ihn zu Speyer antreffen. —Am 20. Januar sei Markgraf Albrecht von Brandenburg mit zwölf Hauptleuten nach Brüssel gekommenlind am Sonntag habe der Kaiser diesen Fürsteil vor sich kommen lassen, und hernach Morgens den 23.Januar „bin ich nach Prüssel kommeil"; da sei die Sage gewesen, der Krieg wolle nach Frankreich verlegtwerden, wegen der savoyischen Lande, die der König von Frankreich eingenommen habe. — Die Könige vonFrankreich und Schottland halten zusammen und bekriegen den König von England; auf den letzter« sei einMordversuch gemacht wordeil. — In Brabant, Seeland, Holland, in den Ländern zwischen Antorf undLothringen, nämlich im Herzogthum Luxemburg, in Lothringen und im Elsaß sei das Korn und der Wein imgleichen Preise, wie lim Martini, geblieben, ve. Die Boten von Schaffhausen eröffnen, sie haben eineilBürger gehabt, Bartli Koller, eineil Küfer, der einige schändliche verrätherische Briefe geschrieben und an dieZäune aufgehenkt habe, und zwar folgender Art: 1. Warnung an die Landschaft Zürich von einem gutenFreund, der bei allen Rathschlägen sitze. Sie solle sich wohl in Acht nehmen; in ihrer Obrigkeit seien zweiMänner, die Stadt und Land verrathen. Solcher seien viele in den V Orteil, die vom Kaiser Geld nehmen.»Ich weiß wol, daß der landvogt 1300 taler genommen hat zu Überlingen zu dem Löwen, und die vonConstanz verrathen; darby bin ich gsaßen, da ers empfangen hat." Wenn man ihm „den grind von denachslen hüwe", so würden taufende daran denken. Mahnung an das Bauernvolk, zusammenzuhalten, dieObrigkeit sei falsch. Wenn die Gemeinde wüßte, „was ich weys" in der Stadt Zürich, sie würde die Augeilbesser anfthun, n. s. w. Ihre Obrigkeit habe gegen Constanz gehandelt ivie gegen Waldshut, „sy Hand inenvierhundert man in die statt gelegt und inen den wyn ustrnnken und demnach wider heimzogen und mitgehandlet"; so gehe es denen von Constanz auch, man habe ihnen vieles zugesagt aber wenig gehalten;daher werde man Feinde an ihnen haben. Der Briefsteller weise darauf hin, weil er ein Freund derEidgenossen sei, er dürfe sich aber nicht zu erkennen geben, „wan ich ouch einer, der nit ein kleiner geachtetwirt." Man möge die Sache von Gemeinde zu Gemeinde verbreiten, an die Stadtgemeinde und wennmöglich an die Gemeinden der Länder, aber nicht an die Obrigkeit, denn alle seien auf den Fleischbankverkauft; wenn sie nicht zusammenstehen und eineil „Bundschuh" aufwerfen, so werden sie bis St. Johannstagnicht mehr Eidgenossen sein. Die Obersten der V Orte reiten häusig zu des Kaisers Anhang. Der Briefstellerhabe einem Landfahrer zwei Thaler gegeben, daß er diesen Brief in das Gebiet von Zürich trage lind ineiner der nächsteil Gemeinden an einen Zaun henke. Nach Verlesung dieses Briefes eröffnen die Gesandten