Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
760
Einzelbild herunterladen
 

760

Äugnst 1525,

ihr gütlich helfen könnte. Ob sie sich wieder zu Haufen vereinigen und ins Feld schlagen solle, stelle man ihrem »Ermessen anHeim, was sie Gutes damit schaffen möge. Da die'f. Durchlaucht noch nicht ins Land gekommen,Bern und Schaffhansen ausgeblieben, sodass man jetzt nicht viel zu handeln wisse, und da ans nächsten Montagin Lucern ein Tag gemeiner Eidgenosse» stattfinde, so wolle man dort in Treuen berichten, was bisher in derSache gehandelt worden, und was auf dem Spiele stehe, und dann des dringlichsten um Rath bitten, ob demFürsten oder dem Regiment in Ensisheim von gemeinen Eidgenossen geschrieben und nochmals Mittel gesuchtwerden sollen, um der Verwüstung des Landes und Blutvergießen zuvorzukommen; dafür wolle man sich keineMühe reuen lassen.

Zur Ergänzung und Erläuterung des Textes legen wir wieder einige Acten bei:

1) 1525, 2. August, Augsburg. Erzherzog Ferdinand au Zürich, Bern, Basel, Solothurn und Schaffhausen.Antwort auf die Werbung ihrer Botschaft. Er habe in Gnaden bewilligt, den Anstand gegen der Bauerschaftbis zUM 20. d. M. zu halten. K.A. Basel I A. Bauern-R-bMon.

2) 1525, 2. August. Derselbe au die v. östr. Regierung. Bescheid über die zu Basel aufgesetzten Artikel.Da einige derselben die fürstliche Obrigkeit nahe berühren, und er in Bälde nach den vordem Landen zu kommenhoffe, wo er die Sachen gründlicher zu erfahren gedenke, so habe er den Boten der fünf Städte, die um einenStillstand bis S. Galli gebeten, zu Gefallen eine Frist bis zum 2V. d. M. gewährt, zc.

K. A. Basel: A. Bauern-Nebellion. Schreiber, Bauernkrieg III, 72, 73.

3) 1525, 8. August. Basel an Bern (deßglcichcn an Zürich, Solothurn und Schaffhnusen). Gemäß demletzten Abschied berichte man, was den Namens der fünf Orte zu f. Dt. (Erzherzog Ferdinand) abgeordnetenBoten begegnet sei. Dieselben zeigen durch das heute eingelangte Schreiben dd. Augsburg 2. August an, daßseine Durchlaucht in die verabredeten Mittel nicht eingewilligt, sondern erklärt habe, sie wolle sich nächstenspersönlich in die vorderen Lande verfügen und über diese Dinge gründlich erkundigen und alsdann ihren Entschlußden fünf Orten zur Keuuluiß bringen; jedoch habe dieselbe, auf der Boten Ansuchen, den gesetzten Tag auf den20. August hinausgeschoben. Hienach werden nun die Orte ihre Gesandten noch länger zu Hause behalten, :c,

K.A. Basel: Missiven, t. 57. St. A. Bern: A. Basel.

4) 1525, 19. (nl. 20.) August. Basel an das Regiment in Ensisheim. Rekapitulation der bisherigen Unter-handlungen zwischen den Herrschaften und den aufgewiegelten Bauezn . . . Wiewohl die fürstliche Durchlauchtüber die von den Eidgenossen vermittelten Artikel sich noch nicht entscheidend erklärt habe, nehme man doch wahr,daß die Regenten in ernstlicher Rüstung begriffen seien, vcrmuthlich um etwas Unfreundliches gegen die Bauernzu beginnen. Mau bitte sie nun, zu berücksichtigen, daß morgen schon die Boten der Eidgenossen wieder hiererscheinen werden, um weiter für die Herstellung der Ruhe zu arbeiten, und begehre daher, daß bis zu Ende desbevorstehenden Tages nichts Feindliches unternommen, sondern der Tag durch Abgeordnete der Herrschaft besuchtwerde, zc. Das werde die Bauersame auch thun; sofern aber die Regenten dazu nicht geneigt wären, so begehreman umgehende Antwort, damit man die Bauern zu benachrichtigen wisse.

Wörtlichen Abdruck hat Schreiber, Bauernkrieg III, 01 03 (d.d. 20. Aug.). K. A. Basel: Missiven, s. 01 Ii, 02 u. A. Vaueru-Nebcllion (20.Aug.).

5) 1525, 20. August, vr. Ztclhans Rechburgcr, (bisch.) straßburgischer Canzler, an die Boten der fünfStädte in Basel. Bin. und Rath von Basel haben am 8. d. M. dem Vogt zu Ruffach, Peter von Westhuscn,unter nndcrm angezeigt, daß der Anstand mit der Bnucrsame im Elsaß und Snndgau bis zum 20. d. verlängertsei, zc. Nachdem dies dem Bischof und der Stift Straßburg zur Kenntnis; gekommen, haben sie den Vogt zuRuffach und ihn, Rechburger, als Boten auf den Tag in Basel bezeichnet; aber in Ruffach haben sie beide gehört,daß ein Tag in Basel jetzt nicht stattfinde, und darauf habe er, Rechburgcr, sich um Auskunft an Basel gewendetund die Antwort erhalten, daß die Botschaften der vier Orte doch erwartet seien. Sic haben dann vielfach erfahren,daß das Regiment in Ensisheim noch keine Boten nach Basel gefertigt, und daß derzeit, nachdem die Frist desStillstandes abgelaufen, die Reise gefährlich sei. Nun bedenken sie, daß wenn die f. Durchlaucht nicht an dergütlichen Handlung theilnehme, mit- einem Vergleich zwischen dem Bischof von Straßburg und seinen Unterthanennicht viel erreicht wäre, da der Erzherzog gegen die Letztern auch mit Strafe einschreiten könnte, weil sie sich auch