Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
758
Einzelbild herunterladen
 

758

August 1525,

5) 1525, 8. August (Dienstag vor Laurent«). Bern an Zürich. Ablehnung dieser Einladung, mit Hin-weisung auf den Beschluß, sich keiner fremden Händel anzunehmen, ?c. St. A. Bern: T-uNch NMven, i>, k. 420.

6) 1525, 9. August (St. Laurenzen Abend). Zürich an diedrei Gemeinden" im Kleggau, KüsscnbcrgerThal und Thüngen. Man höre, daß sie den Frieden zu halten abgesagt haben und im Thurgau und anderswoZuzug suchen. Da man bisher nach allem Vermögen für sie gehandelt und ihretwegen noch einen Tag inSchaffhauscn beschriebet! habe, so wolle man, daß sie diesseits Niemand aufwiegeln, indem die Eidgenossen solchesnicht dulden würden; dann würde sich Zürich ihrer entschlagcn und sie sich selbst überlassen; wohin das führte,können sie selbst ermessen. Daher begehre mau, daß sie am Samstag zu Schaffhauscn erscheinen und ihre Meinungeröffnen. St. A. Zürich: A. Kleggau.

7) 1525, 9. August (St. Lorenzen Abend). Zürich an Schaffhauscn. Man vernehme, daß die Kleggauerden Frieden abgeschlagen haben, daß Angehörige Zürichs ihnen zuziehen wollen, und der Forstmeister von Bühletliche hundert Knechte aus dem Thurgau dahin führen werde, was man im Hinblick auf die nach Sch. bestimmteTaFsatzung mißbilligen müsse. Unddiewil die Welt (setz) gar unrichtig ist", so habe man denen im Kleggaugeschrieben, mau könnte solchen Umtrieben nicht zusehen und würde, wenn sie nicht davon abstünden, sich ihrerentschlagen. Dabei lasse man allenthalben die Pässe verschließen und Niemandem Durchzug geben; auch werdemau die Laudvögtc im Thurgau und zu Baden anweisen, die dienlichen Anordnungen zu treffen ...

8) 1525, 14. August, Zell. Alexander Bollstctter,' Stadtschreiber zu Zell, an Schaffhausen. Antwort aufdessen Begehren: Gestern Nachmittags um 5 Uhr sei Herr Christoph Fuchs auf der Post von Fürstl. Durchlauchtzurückgekommen; bis Jcttingen sei letztere von Augsburg her mit ihm geritten, und in der vergangenen Nachtmit der Gemahlin in Anrnch gewesen; in der nächsten werde sie in Tiburg sein und da bis zum 24. d. M.bleiben, alsdann mit dem Kriegsvolk nach dem Sundgau und Elsaß aufbrechen; die Näthe seien nur bei demFürsten am Hof zu finden, befinden sich zwar augenblicklich hier, werden aber wohl sofort wieder verreisen. DieStände des Bundes tagen jetzt nicht mehr (in Ulm) und werden sich erst auf Martini in Nördliugen wiederversammeln, dringende Nothfälle ausgenommen. <C°p!e >»i Abschied).

9) 1525, 14. August, Schaffhausen. Die Voten der vier Städte au die österreichischen Näthe und Coin-missaricn in Zell. Durch Besorgnis) vor Blutvergießen und Verheerung des Landes seien sie bewegt, sich hierzu versammeln und für eine Milderung der aufgestellten Artikel zu arbeiten, wcßhalb sie ernstlich und freundlichum die Bewilligung bitten, nach Zell zu kommen und in solche»! Sinne zu handeln; wenn aber die Räthe keineVollmacht besäßen, sich darauf einzulassen, so wünschte man sich um einenAnstand" zu bemühen, bis sie dieVollmacht erhalten hätten; darüber bitten sie um rückgehende schriftliche Antwort, w. w.

1V) 1525, 15. August, Zell. Die Räthe und Commissarien ?c. au die Boten der vier Städte. Antwort:Man habe vormals ihnen zu Gefallen die Artikel der Kleggauer mehr als andern Uutcrthancu gemildert, obwohldiese sich daran nicht gekehrt, weßhnlb es nicht gut wäre, wenn sieAndern zu Erempel" ungestraft blieben,da solches mit der Zeit allen Obrigkeiten, auch den Eidgenossen, zum Nachthcil gereichen würde. Um aber darinfreundlichen Willen zu zeigen, wolle man nochmals vergönnen, daß sich die Boten zum förderlichsten hichcr ver-fügen und um eine Milderung der fraglichen Artikel handeln, -c. n>.

11) 1525, 16. August? (den nächsten nach U. Frauen Tag"). Rudolf Thumisen und Niklaus Setzstnb,Boten in Schaffhausen, an Bm. und Rath in Zürich. Die Herrschaft zu Zell habe heute geschrieben und ein-gewilligt, über die Artikel der Vaucrsnme halb zu handeln; man finde aber denjenigen, der das Gotteswortberühre, so schwer, daß man hiemit um schriftliche Weisung bitte, was für Mittel in dieser Frage zu suchen wären.

St. A. Zürich: A. Hegau.

12) 1525, 23. August (Mittwoch vor Bartholomäi). Schaffhausen an Hauptmann, Räthe und CommissarienF. Dt. von Oesterreich,, zu Radolfzell. Die Botschaften von Zürich, Basel, St. Gallen und Schaffhausen habenletzthin um Milderung der Artikel für die Kleggauer gebeten und solche zum Theil erreicht, wofür man geflissencnDank erstatte; aber die Bauern haben ihnen die Antwort gegeben, sie könnten so schwere Artikel nicht annehmen;