April >524,
Dann sust für sich selbs nnd abgesünderter Meinungen in gemeiner cristenlicher kilchen ordnnngcn (on allenzwyfel dem heiligen Euangelio nit widcrig) on gemeine Versammlung und bcmilligung deren, so es zuostat zeändern, will on erlobtnis und zuothuon beider oberkeiten mit gepüren; es wäre ouch denen, so sömlichs fürnenienwelltend, gegen andern cristcnlichen ständen unverantwurtlich, von welichen er für nichtig und frävenlich geachtet,verursacht merklich ärgerniß nnd zimstracht, schafft zertrennung in der kilchen, welichc doch on zwyfel nß »nt-würkung des heiligen geists und göttlicher geschrifren vor tnscnt jaren deren dingen halb, so setz in mißverstandgezogen, in einigkeit gebracht und also bishar bliben, wie dann hievor unfern besundcrn lieben fründen, Burg«-meister und Rat der statt Zürich, nf ir schriben, uns beiden bischöfen zuo Costcnz und Basel irs gesprächs ode>Versammlung halb beschehen, mit mer Worten ouch geantwurtet, und die selbig antwnrt hie bygelegt ferrer inhaltel(S. Nr. 158, N. 2, S. 344).
Und daß mergedachte unsere lieben fründ gemeiner Eidgnossen verordnet hieruf diser sorglichen fachen ha^'nach cristenlicher tugend nnd gottesforcht, wie ire altvordern, ouch sy bishar loblich und erlich gethan, sichufenthaltung cristenlichs gloubens und sa^uugen beivysen, sigent wir ongezwyfelt, sr> deß belonung in glückseligen'syend (sie) und sin) allen anligcnden fachen von gott und hie von der weit Höchen rnom, lob und eer empfast>^werden, zuo dem wir sölichs alles unsers Vermögens umb st) ze beschuldcn guotwillig erbotten haben wöllen-
Ob dann glichwol etwas mißbrüch sich mit der zrst in geistlichem stand oder sust zuogetragen, sygend >">>
erbüttig, so das an uns begert, mit guotem zptlichem rat dnrsiber helfen ze sitzen nnd was nnsers awpü-'
Verwaltung belangt und uns gepüren will, ouch in unser macht stat, helfen abzestcllen, deß sy uns gänzuH
vertruwen söllen. Sl. A. Zürich: Abschiede Bd, 9, t. 142 ss, stoppelt), — K, A, Basel: Abschied-, — K. A. N -ibmg: Abschiede Bd, bii,
K. A. Solothurn: Abschiede Bd. XII. — K. A. Schasfhauseu: Abschiede.
Zu l. Die erwähnte Druckschrift müssen wir sowohl der bisherigen wie der späteren Verhandlungen weg'"in extenso aufnehmen, wobei sich einige Wiederholungen leider nicht umgehen lassen^):
Antwurten so ein Bürgermeister, Rat und der groß »tat, die man nempt die zwei) hundert der Statt Zürich'iren getrüwen lieben Eidgnossen der einlif Orten über etlich artikel, inen inhalt einer instruction fürgehalten, ge^"habend, und beschehen ist uf den rrj. tag des monats Merzen Anno :c. M. D.xriiij.
Fromm, fürsichtig, wys, insunders guot fründ und getrüw lieb Eidgnossen. Als dann ir kurz verruckte'tagen üwer ccrsam und loblich botschaften vor uns, mit verkündung üwer früntlichcil willigen diensten geheA'deß sagen wir üch zum höchsten flyssigen dank, uns hiemit gegen üch nüt minders, sunder aller eeren und g»ot^ ^erbietende. Wir haben ouch die selbig üwer cerlich botschast und iren fürtrag guotwillig inhalt ir instrru'tw"gehört und verstanden. Demnach sind wir darüber stattlich gsessen und uf das aller kürzest, so wir mochte" 'üch diß nachgesetzten antwurten früntlichcr Meinung ze geben uns entschlossen, und in dem truck (dann esvon kürze wegen der zyt von Hand nit geschriben macht werden) zuogeschickt, wie ir dann solichs in h>e 'bygesandten missiven wol verston werden^).
Und als in üwer instruction nnd anzüchten artiklen erfunden wirt, daß der erst, der mint und zwölftüwer ordnung im grund, doch mit Veränderung vil Worten, ein materi) und Meinung innhaltend, sodie selben artikel nach einandern hierin setzen lassen, und demnach uf die selbigen unser antwurten gestellt,ist der ansang (des) ersten artikels also.
Demnach dann setz etlich jar und z»st har sich leider so vil seltsamer, vor meiner gehörter unrüew'tstHändel sich znotragent, und von tag zuo tag sich merend, und besonder die einigkeit unsers christenlichen glo" '
") Da die Schreibung des Originals eine ziemlich correcte ist, so erlauben wir uns darin nur so weit Aenderunge»' "eine gewisse Consequeuz es erfordert.
") Mit diesen Missiven sind wohl folgende genieint:
1524, 2l. März (Montag »ach dem Palmtag). Zürich an Freibnrg (dergleichen an die Mehrzahl der übrigenZusendung der gedruckten Antwort auf die letzthin vorgebrachten Beschwerden, mit Bitte, sie vor Gemeinden und„ohne Verdrießen" zu verhören, mit der Zusage, aus dem angesetzten Tag (zu Lucern) sich weiter zu erklären, w.
K. A. Freiburg: Abschiede, Bd. 12. — St. A. Zürich: Tschud. Docum.-Sammlung, Bd. VIII. b8 (Glarner Exemplar