April 1524.
393
Der Bischof von Constanz begehrt abermals Antwort auf die zu Lucern und Frauenfeld gehalteneuVorträge betreffend das zu erlassende Mandat; man möchte ihm vergönnen, dasselbe in seinem Bisthum bekanntZu machen. Heimzubringen und beförderlich Antwort zu geben. I». 1. Die drei Fürstbischöfe von Constanz,^usel und Lausanne lassen durch eine ansehnliche Gesandtschaft ihre Anliegen mündlich und schriftlich vorbringen."iZeil aber nicht alle Boten hierüber instrnirt sind, so wird dies ernstlich heimzubringen beschlossen, damit auf^ui nächsten Tag bestimmte Antwort gegeben werde, und die drei Bischöfe wissen, was sie von jedem Ort zu^warten haben. 2. Ans dieses Anbringen der Bischöfe und die Betrachtung, daß andere schwere Sachen undHändel täglich begegnen, hat man ans diesem Tage allerlei davon geredet und dabei gemerkt, daß solche Jrrnngen)t jedermann zu Herzen gehen, wie sie sollten; daß ans den Tagen viele gute glatte Worte gegeben werden,^uber, wie zu besorgen, nicht ernst gemeint sind. Da nun einige Orte des festen Willens sind, solcher lutherischen"^ecie und Irrung" nach Kräften zu wehren, während es ungewiß ist, wessen sie sich von den andern OrtenZu versehen haben, so wirkk jetzt „lnter abgcrcdt", es solle jedes Ort ans nächsten Tag („mit lntern nnvcrdacktcn^orten") ci„c deutliche Antwort geben, ob es Willens sei, diese lutherische Irrung zu bekämpfen oder nicht,ainit Jedermann wisse, was er von dem Andern zu halten habe, und diejenigen, die dem Neuen wehren wollen,^ Zu einander thun und Maßregeln treffen können nach Nothdnrft. <». 1. Die französische Botschaft berichtet,die Untcrthancn des Herzogs von Savopen dies- und jenseit des Gebirges gegen den König und die Eid-^Uossea sich parteiisch und unschicklich verhalten, indem sie Briefe auffangen. Der Herr von St. Saphorin, der"ut den Herzogen von Mailand und Bonrbon gewisse Umtriebe gemacht, habe es übernommen, etliche Aufbrüche^llon die Eidgenossen zu bewerkstelligen, was durch aufgefundene Briefe bekannt geworden sei. Der Herzog habe. "Bischof von Genf noch immer nicht vermocht, über das Gebirge zurückzukehren, und halte zudem eine Bot-est des Herzogs von Bar an seinem Hofe, ?c. 2. Darauf hat man nochmals „in bester Form" an den^Z°g von Savoyen geschrieben, er möge die Seinen anhalten, sich gegep den König und die EidgenossenFuders za benehmen. Nichtsdestoweniger will man heimbringen und sich bcrathen, wie man sich ferner gegen den^/'Zog verhalten wolle, wenn er und die Seinen ans ihrem Treiben beharren. «I. Der päpstliche Gesandte,jj/los Veroli, hat auf diesen Tag geschrieben, es sei ihm von dem Papste befohlen, mit den Eidgenossenoinen Frieden zu reden; er bitte um Antwort. Da man von der französischen Botschaft vernimmt, daß der/pst nn den König von Frankreich in gleichem Sinne geworben, lind man zuvor des Königs Entschluß zu kennen."'/cht; da auch Niemand hiefür instrnirt ist, so will man den Antrag heimbringen; dem Bischof wird diesst^ch angezeigt. «. Auf Begehren der französischen Botschaft sollte Zürich endliche Antwort geben, ob es^ "> die Vercinung mit dem König treten wolle; weil aber die jetzigen Boten davon nichts wissen wollen,°j>ni inan „bis nn ein Hintersichbringen gerathen", ob man nochmals eine Botschaft von drei, vier oder mehrern^'u dahin senden wolle, um von ihnen (den Rathen) und ihren Gemcindcn Antwort zu fordern. Darüberdx? ^ "uf dkm nächsten Tag erklären, i. (Antworten von Zürich.)* 1. Betreffend die beklagte Nenßcrnng^ Wiehes zn Töß (5. Artikel) l Sie (die Räthe) haben denselben sofort, nachdem sie die Sache erfahren, ins. chugast) Iklegt und da er nichts eingestanden, viele Zeugen verhört, die aber nichts von dem wissen wollten; darauf
i>er g,, ' Abschiede enthalte» ein handschriftliches Aktenstück mit folgendem Titel! „Antwnrt so ein Bürgermeister, Rat nnd^ nempt die zweihundert der statt Zürich, iren getrüwen lieben Eidgnossen der rj Orten über ein teil deriuhalt einer Jnstrnction fürgehalten, mit handlicher gschrift geben habend, nnd bcschnchen ist us den rri tag desVgl. lv ^°kzen Anno Domini NOrriiij." — Als Ergänzung gehört dazu eine Druckschrift mit dem gleichen Titel (25 S. 4°)>'e unten folgende Note.