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Februar 1524.
10. Man könne indessen nicht verschweigen, daß glaubwürdige Personen zu Tagen berichtet haben, wie Zwingtunter Anderm gepredigt! „Die Eidgenossen verkaufen das christliche Blut und essen das christliche Fleisch", """ihre Ehre und Seele berühre, soda^ sie es nicht können ruhen lassen, da sie solche Leute nie gewesen und niemalswerden wollen.
11. Auch habe ein Priester zu Rifferschwyl offen gepredigt, die Taufe sei unnütz, und es gelte ganz gleichviel,ob man einen alten hölzernen Stock, eine Kuh, ein Kalb oder einen Menschen taufe, mit andern ungeschicktWorten, wodurch das hl. Sacrament geschmäht werde.
12. Es wisse auch Jedermann, wie es unter den Geistlichen mit der Leichtfertigkeit so weit gekommen, dassie Weiber nehmen, daß Mönche und Nonnen aus den Klöstern laufen, um ehelich zu leben, dabei aber vergesstdaß sie ihre Gelübde gebrochen, die sie Gott und ihren Obern geleistet; das werde Zerrüttung und AbgangGotteshäuser und Stifte zur Folge haben und könne unmöglich länger geduldet werden. Da nun durch dmlutherische Secte die löblichen Gottesdienste gemindert und vernichtet, alle Zierden, ja die Kirchen selbst, die gatchristlichen Werke und die Priesterschaft verachtet, Singen, Lesen und Veten nach christlicher Kirchenordnuag-deßgleichcn Beichte und Buße für unnütz gehalten, die Gotteshäuser und Ordenslente zertrennt, die Pfrü»du>zerrüttet, die hl. Messe gescholten, das Sacrament ohne Beichte, Reue und Buße empfangen, die Mutter G»ü^und die Heiligen geschmäht, ihre Bilder zerschlagen, die hl. Sacramente zum Thcil vernichtigt werden, und wc»>!imehr fehlte, daß auch an dem zarten Leib Jesu Christi in des Priesters Hand gezweifelt werde, so müsse >jedem Christen zu Herzen gehen, um solchen: Einhalt thun zu helfen.
IL. Ans der letzten Taglcistnng sei auch die Pricsterschnft der IV Waldstätte samt Zug mit Klagen cingekow»"^daß sie, wenn ihnen und der Kirche nicht geholfen werde, ihr Amt als Seelsorger nicht mehr versehen könnte»-
14. Die von Zürich seien von Ort zu Ort geritten, theils um sich wegen etlicher Händel zu entschuldigtheils zu klagen, daß einige Orte Willens gcwesim, sie mit Krieg zn^überziehcn; von solchen Absichten wisse ggar nichts, könne auch nicht glauben, daß solches von Jemand geschähe, und wolle sich hiemit verantwortet v» s 'wenn sie aber jemand wüßten, der solches geredet („gethan"), so mögen sie den anzeigen, damit er nach ^el»bestraft werde; denn man sei des Willens, die Bünde treulich zu'halten, erwarte aber von ihnen dasselbe-
15. Die Scheltungen, welche Zürich angezogen, bedaure man sehr; denn daß es päpstisch oder kaiserlichund bei ausländischen Städten Hülfe suche, glaube man gar nicht; denn solches traue man ihm durchaus » ^zu, sondern versehe sich zu ihnen als zu getreuen lieben Eidgenossen alles Guten. Der Pensionen wegenman gar nichts einreden, indem man van Zürich das Gleiche hoffe. ^
16. Man habe es auf vielen Tagen zum allcrernstlichsten ersucht, die Hauptleute und andere gute Gesi ^ans seinem Gebiet, die mit den Eidgenossen gezogen, deßgleichen andere ihnen anhangende Ehrenlente, du ,verbannt und mit Strafen bedroht, wieder zu begnadigen; das sei aber bisher umsonst gewesen, was m»" ^bedauern müsse, da doch jene als gute redliche Eidgenossen gehandelt, zumal auch Einige von Zürich ,päpstlichen Zuge (1521) Andere aufgewiegelt und gegen die Eidgenossen geführt haben, weßhalb die
doch nicht so hart verfolgt morden seien, wiewohl man dazu mehr Recht gehabt hätte als Zürich; den» ,Gutes für die Eidgenossen aus jenem Zuge erwachsen, möge Jeder leider wohl erkennen. Darum stelle IN»"nochmals die dringendste Bitte an Zürich, von seiner Härte abzulassen und den guten Leuten zu verzeihe" -ivas mündlich weiter ausgeführt werden mag. ^
17. Da solcher Händel schon so viele vorgefallen, und man nahezu annehmen müsse, daß die alte
Liebe unter den Eidgenossen zum Theil erloschen und vergessen sei; da auch das nicht wenig den Argwohn w ^daß Zürich seit einiger Zeit den Bitten der Eidgenossen fast nie willfahrt, so habe man endlich für noth""erachtet, eine Botschaft abzuordnen, um über alle diese Dinge eine gütliche Unterredung zu pflegen. ^
18. Darum bitte, mahne und ersuche man Zürich zum allerhöchsten, crnstlichsten und dringendsten,als treue liebe Eidgenossen, erwäge, was man einander gemäß den Bünden schuldig sei, und was »»6Händeln zuletzt entstehen könnte, wenn man nicht einmüthig Treue und Liebe zu einander setze, zuwies"als der Buchstabe der Bünde selbst erheische. Darum sollen sich die von Zürich bewegen und weisen laße"'