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4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
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375
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Februar 1524. 375

2) 1524, 18. Februar (Donstag nach Jnvocavit). Zürich an die eidg. Boten in Lucern. Die Verwandtendes zu Klingnau gefangenen Niklaus Hottinger haben heute um schriftliche Verwendung für seine Lcdigung gebeten.Da man von dessen Verfehlung gar nichts wisse, als was er hier an einein Crucifir begangen, wofür er sechsWochen in Haft gelegen und ans zivei Jahre von Stadt und Land verwiesen worden, so bitte man, sofern ernichts anderes verbrochen hätte, ihn ohne weitere Strafe lcdig zu lassen ...

St. A. Lucern: Missw-n. — St. A. Bern: Abschi-dc, V. p. IV2. — K. A. Kmburg: Abschi-de, Bd. Sti. — K. A. Schasshausc»: Abschiede.

3) Kundschaften über Niklaus Hottingcr:

1. Vor Junker Hans Grcbel, Vogt zu Klingnnu, Heinrich Fleckcnstcin von Luccrn, Lnndvogl zu Baden, und'Mdern ehrbaren Leuten bezeugt Hans, der Wirth zum Engel in Znrzach, bei geschwornen Eiden, es sei derSchuhmacher Hottingcr (von Zürich) in seilt Hans gekommen und habe da mit Andern gegessen und getrunken,"nt ihnen über „allerlei Läufe" geredet und dabei sich geäußert, daß die Geistlichen bis anhin die Schrift „ebenschlcchtlich" ausgelegt haben; die Messe „brauchen" sie nicht, wie Christus sie aufgesetzt, indem sie viel und mehr dazuV'than als sich gebühre; dabei habe er „gepredigt", daß wir unsere Bitte, Hoffnung und Trost allein aus Gotlsetzen sollen und sonst auf Niemand, nebst andern Meinungen, die er als Wirth nicht alle habe behalten könne»,weil er während dieser Reden Wein und Brot zugetragen; den Einen habe es wohl gefallen, den Andern übel.

2. Der Schuhmacher Schutz gibt an, er habe in letzter Zeit in dem Wirthshnns zu Schneisingen gearbeitet,wohin auch Hottinger gekommen und mit den Gästen gezecht und geplaudert habe; auf die Frage, was für einen"eucn Glanben eigentlich die Priester zu Zürich predigen, habe er geantwortet: Die lautere heilige Schrift; ihreReden bewähren sie aus dem Evangelium, und zwar, daß in der Messe die größte Gotteslästerung „gebraucht"werde, die je erhört worden; sie sei auch kein Opfer, wie die „sehlechten Priester" sagen, da Christus Einmal allerchnstglänbigen Menschen wegen sich aufgeopfert und dadurch sie von ihren Sünden erlöst habe; das andere sei""Betrug; darum wolle er (Hottingcr) daS Saerament nicht mehr anders empfangen, als wie die „verständigenachten Priester" es genießen, und wie Gott dasselbe am letzten Nachtmahl eingesetzt. Was die Bilder betreffe,s° verbiete sie Gott in der Schrift; darüber habe dann Hottinger ans einem oder zwei Büchlein, die er bei sichbetrage», den Leuten vorgelesen und manches andere dazu gesagt; wider den Rath des Zeugen sei er nach Znrzach

begangen, um dort auch zu predigen.

3. Klüuc von An deponirt, der Hottingcr sei in das Haus des Wollcnwebers Simprecht gegangen und habeResen gefragt, ob er auch unter dem Prior von Lcnggern sei; ans bejahende Antwort habe Hottinger gesprochen,wenn derselbe mehr predige als das Evangelium, so sei er ein Seclcnmörder und ketzerischer Prediger, und nachcnicr weiter» Frage, das Opfer sei Narrenwerk; und da Kläue dennoch erklärt, daß er die vier Opfer geben werde, 'Hobe jener erwidert, es sei das wider Gott; er wolle ihm für alles, was er geredet, „stillstem".

4. Frau Krenkcrin bringt vor, daß Hottingcr, da sie ihre» Glauben an die Heiligen bezeugt, zu ihr gesagt,dann sei sie böser als eine Hure, eine Götzenhnrc, und noch andere ketzerische Dinge gepredigt habe.

5- Das Obige wird von Kleinhans Krenker bestätigt; weiter weiß er nichts anzugeben.

St. A. Luc«»: Allg. Abschiede, <z. s. — K. A. Freibmg: Abschiede. Bd. SS. — K. A. Schlisjhausen: Abschiede.

Zu Die einseitige Fassung des Abschiedtertcs macht die Aufnahme einiger Arte» nöthig:

1) Ans der VaSler Instruction ist zu bemerken, daß die (hier genannten) Boten Befehl haben, nurs^w gütliche Besprechung mit Zürich zu stimmen. Wenn nur irgend ein anderes Ort bei der Sendling nachZürich nicht vertreten sein wollte, so soll C. Koch auch nicht mitreiten, sondern mit H. Meltingcr (sofort) heiin-^hren. Sofern aber alle Orte dahin gehen, soll der genannte Bote in jedem Fall nur Mittler sein lind nach

ftcn verhüten, daß etwas Rauhes geredet würde, ?c. «. A. Basel: Abschiede.

2) 1524, 18. Februar (Donstag ante Ncminisccre), Luecrn. HanS Ziegler an Bin. und Rath in Schnss-lnusen. 1. ^ hgt haben sich alle Kotten (nach) ir(cni) befclch von unser aidgnosscn von Zürich wegen ir(er)"ntiviwt entschlossen, und des erstell hat der bott von Bern sin instruction darglnit, lntend glich wie ir mir in

eftlch gebe» haben, der von Zürich antwnrt zuo erwarten und unter nit zuo handle»; darnach die andern Ort,^ uf Glaris, ivend lutcr by dein alten glauben bliben und daran.setzen lib und guot, und mit deil(cn) von