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December 1522.
abgestellt worden, so sehe man sich genöthigt, Bern zu bitten nnd zu ermahnen, dafür zu sorgen, daß die StiftMünster bei ihrem alten Herkommen bleiben könne, indem man sonst veranlaßt würde, dieselbe (anders) zuschirmen. Bitte UM schriftliche Antwort. St. A. B-m-Kkchl. Angelegenheiten.
Zu «. 1522, 1. December (Montags nach Andrea). Zürich an Lucern, Solothurn, Schaffhausen (undandere Orte). Die Boten ab dem letzten Tage zu Baden berichten, daß Uri beauftragt worden, Mendris undBalcrna zunächst zu „bevogteu", was man um so befremdlicher finde, als es die Vogtei schon früher zwei Jahre,so lange Zürich den Vogt zu Lauis gehabt, besessen habe. Aus mancherlei Gründen möchte man wohl wünschen,daß die Vogtei für einstweilen unbesetzt bliebe; weil es nun aber so beschlossen sei, nnd Zürich den ersten Anspruchhabe, so könne man das ohne Recht nicht nachlassen; daher bitte es hiemit, die Botschaften auf den nächsten Tagso zu instruiren, daß die bundesmäßige Ordnung beobachtet werde und die Kosten eines Nechtshandels erspart
öleiöm können. St. A. Lucern: Missiven. — K. A. Solothurn: Abschiede, Bd. XI. — K. A. Schaffhausen: Korrespondenzen.
Zu 1) 1522, 19. November. Bern an den König von Frankreich. 1. Was seine Gesandten über dasVerhalten Hauptmann Frischings angebracht haben, vernehme man mit dem größten Bedauern (molastuw etuvördissimum kuit), indem man geglaubt, die Angehörigen würden dem König so eifrig dienen, daß es ihm zu»'Vortheil und der Obrigkeit zum Lob gereichte; da dies nicht geschehen, und der Beklagte, soviel man wisse, sichjetzt in Frankreich aufhalte, so möge der König denselben verhaften und nach Verdienen bestrafen lassen oder aberihn nebst den Anklageacten an Bern ausliefern, damit man gebührend gegen ihn verfahren und Andere durch einBeispiel von solchen Vergehungen abschrecken könne. 2. In Betreff des Fierabras und der in Sitten gefangenenFlorentiner wolle man sich bei den übrigen Orten dafür bemühen, daß des Königs Gesuche entsprochen werde,
St. A. Bern: Latein. Missiven, X. 4 b.
2) 1522, 11. December (Donstag vor Luciä). Bern an Freiburg. Der König habe abermals geschrieben,wie ungebührlich einige Hauptleute sich in der Picardie gehalten, und namentlich Haus Frisching der junge; daraushabe mau ihn schriftlich ersucht, den Genannten zu fangen und zu strafen oder herauszuliefern. Freiburg w>sstwohl auch, was die Eidgenossen deßhalb kürzlich zu Baden beschlossen haben, und da nun die französischen Bote»anzeigen, daß Frisching in Freiburg sei, so habe mau dies alles berichten wollen, damit es gegen denselben stzu handeln wisse, daß es sich gegen den König und die Eidgenossenschaft verantworten könne; wäre Frischingdiesseitigem Gebiet zu betreten, so würde man ihn nach Verdienen selbst bestrafen, zc.
K. A. Freiburg: A. Bern. — St. A. Bern: Teutsch Missiven, I>. 167-
Zu Die Erklärung dieses Artikels liegt in folgendem, einzig in Schaffhausen erhaltenen Actcnstüchdas wir seiner Merkwürdigkeit wegen wörtlich geben:
1) „Es syen uns etwas embörung und ansläg von Herzog Uolrich von Wirtemperg und seinen anhängetby etlichen sondern Personen in der Aidguoschaft angericht und praticiert haben sollen (sie), nachfolgender gesstllangelaugt, nemlich:
So sye ain weiß damastin fendliu gemacht, darin ain sonn mit einem guldiu buudschueh gemalct »uddaby geschriben mit ainem reimen, welher fry well sein, der ziech her zu disem sonnenschein. Daß auch st^pratik und pact nit in stellen, sondern (in) den vorHöfen und hölzern uf dem land geschehen in nachfolgende»'anslag: Nachdem der wolgeborn Herr Jörg von Heweu, Fryherr, sich kurzlich mit ainer Gräsin von Hoheill»'»^clichen verHeirat, und die haimfürung in wenig tagen soll gehalten werden, und dann ctlich orten in dergnoschaft der gebrauch und gewonhait, daß sie der braut etwan mit ainem Haufen irer knaben entgegen koine»,deßhalb vor äugen, daß ir(er) ctlich guter mainung willens, bemelts Herrn von Hewen gemahel demselben »>'nachbeurlichem gutem gefallen entgegen zu ziehen und die zu entpfahen zc., wellend die gedachten bannerfierer »"praticierer under selbigem Haufen mit treffcnlicher anzal undcr ainem schein des guten einmisch und wind"Verdachts und argwons willen verneinen lassen, daß sie zu der angezaigten eutpfähung zu gefallen und ceren »""ziehen; doch so sy darunder dis geschwind bös listikait und verkert gemiet by inen verborgen, daß si)zuo Frawenfeld sameln nnd alsdann ungewarnoter fachen mit obnngezaigtem fliegenden banner des nfgewocs'»"bundschuchs den nächsten Hohentiviel zu und dannen uf das fürsteuthumb Wirtemberg ziehen wellen; st st