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August 1522.
Die Botschaft der zehn Orte (Basel nicht dabei) sei am 1. Angust in Zürich gewesen vor großem und kleinemRath und habe sich große Mühe gemacht, denselben zu bekehren, aber vergeblich. Schaffhausen und Appenzellhaben bereits erklärt, die Zürcher nicht weiter drängen zu wollen. — In der Schweiz sei große Unzufriedenheitüber den Herzog, weil er die cidg. Unterthanen durch Grenzplackercicn u. dgl. bedrücken lasse; darum wäre dringendzu rathen, das abzustellen, sonst könnten sich einige Orte entschließen, ihn anzugreifen; schon habe sich ein Bote vonBern geäußert, seine Herren wollten sich rächen, auch wenn der König von Frankreich nicht mehr nach Italien käme;ein andrer in Lucern, es werde wol nöthig sein, diese Drangsale durch einen Auszug zu vergelten. Einen zürcherischenVogt haben die Eidgenossen darum nicht nach Mendris lassen wollen, weil man wisse, daß derselbe für den „Frieden"thätig wäre. — Am 23. Juli seien zwei Herolde von dem Kaiser und dem König von England erschienen, dieaber wider Verhoffen keine kaiserliche Botschaft gefunden; die Furcht vor der französischen Partei habe die früherda gewesenen fortgetrieben; man sehe in jedem Schatten einen geharnischten Mann; Zürich habe nun auf die Tag-satzung in Bern und an alle Orte geschrieben und einen Tag nach Einsiedeln (5. August) angesetzt. Stampaverspricht sich im Ganzen wenig Erfolg von all seiner Thätigkeit, ?c.
St. A. Zürich: A. Mailand, id. Tschud. Docum.-Sammlung, VIII. 52 a. — K. A. Basel: Abschiede, k. 223—224.
K. A. Solothurn: Abschiede, Bd. XI. — K. A. Schaffhausen: Abschiede.
3) 1522, 2. August (circa). Zürich. Stampa an seinen Sohn Alerander. Viele haben geglaubt, dieBotschaft der zehn Orte, die in Zürich gewesen, werde ihn vertreiben; aber mit Ausnahme Berns haben ihn alleGesandte» im Geheimen freundlich behandelt und gebeten, die ihm zu Ohren kommenden Drohungen nicht übelzu nehmen; „jetlicher arbeitet damit und die bttchs usgelärt werd". — Ritter Grebel habe ihn gebeten, seinenSohn, der früher in Flandern gewesen, dem Herzog für den Hof zu empfehlen. Er (Stampa) gedenke am 4. Augustnach Schaffhanscn, dann nach Einsiedel» zur Tagsntzung, nach Appenzell und überall hin zu reiten, wo man ihnannehmen wolle. Da Zürich des rückständigen Soldes wegen zwei Boten nach Rom zu schicken vorhabe, die ohRZweifel durch Mailand gehen, so sei dem Herzog zu empfehlen, daß er sie ehrlich behandle, da sie das verdient Habels
Et. A. Zürich: A. Mailand. Tschud. Docum.-Sammlung. VlII. KS l>. — St. A. Bei»: Abschiede, r, 8»«—sc?. A. Schweiz. KriegSzüge II.
K.A.Basel: Abschiede, t. 225. — K. A. Solothmn: Abschiede, Bd. XI. — K. A. Schasfhausen: Abschiede.
2) und 3) sind wörtlich abgedruckt bei Hottinger (Müller) VI. 483—486.
4) 1522, 18. August (Montag nach U. Frauen Himmelfahrt), 9 Uhr Vorm. Zürich an gemeine Eidgenossenin Lucern. 1. In dieser Stunde habe Johann Stampa vorgebracht, er habe dem Herzog etliche Briefe,allein uf frid und rnow lutent", zuschicken wollen, werde aber benachrichtigt, daß ein Bote des Herzogs, obwohler den Eidgenossen, die nach Mailand kommen, Sicherheit und Geleit gebe, niedergeworfen und ihm die Briestgenommen und vielleicht den versammelten Boten übergeben worden; er bitte, ihm wieder zu jenen Briefen sthelfen. Weil man von solchen Briefen nichts gewußt, auch deren Inhalt nicht näher kenne, so stelle man dasfrenudliche Begehren, alle weggenommenen Briefe den Boten von Zürich zuzustellen, oder zum mindesten glaubhastEopieen davon, damit man sich überzeugen könne, ob etwas Feindliches darin enthalten sei; denn käme etwaoanderes zum Vorschein, als Stampa vorgebe, so würde man thun, was sich geziemte. 2. Ferner habe Stawstneuerdings eröffnet, wie er bevollmächtigt sei, mit den Eidgenossen um Frieden und Einigkeit zu unterhandeltund sich erboten, seine Vollmacht an Zürich abzutreten, um gute Nachbarschaft und Ruhe zu suchen; er wo^auch nicht glauben, daß des Herzogs Volk die Unterthanen der Eidgenossen schädige, w. Darüber mögen sich
die Boten berathcn, u. s. f. St. A. L»cm>: AMm»-
Zu 1522, 20. August (Mittwoch vor Bartholomäi). Die zu Lnccrn versammelt gewesenen Botenziuölf Orte an Zürich. Ritter Ncnward Göldli beklage sich abermals, daß ihm der Weg zu der anerböte»"'Verantwortung für den Zug nach Mailand noch nicht eröffnet sei, und bitte um Verwendung, damit er ein G""erhalte und seine zurückgelassenen Güter nicht veräußert werden. Da man sein Gesuch nicht unbillig finde,stelle man die freundliche Bitte, ihn beförderlich zur Verantwortung kommen zu lassen und im Fall eines AbsäM^Göldli's Güter nicht zu verganten, „bis er vielleicht Gnade finde". — Nachschrift: Da Zürich einigenHauptleuten, die sich mit Wegführnng von Knechten weiter vergangen, Geleit gegeben, so möge es um st ^entsprechen und das Geleit Lucern zuschicken. Es A. Züsch: A. Lu«m.