Octobcr 1521.
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8- Da man in letzter Zeit viel Bedenkliches wahrgenommen, namentlich die seltsamen Umtriebe des Cardinalsvon Sitten, denen man nicht ruhig zusehen kann, indem der Eine seinen Vater, der Andere seinen Bruder bei^n Herren hat, ist beschlossen: Wenn der König von Frankreich abermals 5000 (sio) Mann annehme, den""dern zur Hülfe und Verstärkung, so wolle man das heimbringen. Ii. Den Antrag einiger Orte, dem Cardinalvon Sitten, der „uns überlägen will sin und ist", an Leib und Gut abzusagen, will man heimbringen.
^"zeige des Herrn von Lamet, der König habe geschrieben, wie sich der Kaiser mit seinem Heere zurück-lüzogen, und wie die bei ihm dienenden Knechte sich wacker halten.
I> fehlt im Zürcher Exemplar.
Zu l'. Man bemerke folgenden Bericht über die Vorgänge in Italien:
1521, 20. September, Cremona („Kramanen"). Wernher von Meggen, Ritter, Hauptmann im Feld, anSchultheiß und Räthe zu Lucern. Dank für das erhaltene Schreiben, ?c. Ihm sei nun befohlen, Bericht zuerstatten. „Zum ersten von den knechten, so dann mider heim hindcrsich sind zogen durch üwer Statt und andereDrt zogen sind mit vilerley verantwurtung, üch das zuo erlüteren. Dem ist also: Da wir gan Meiland kamend,da sind dieselbigen knecht an iij oder iiij Hufen ouch gan Meiland kommen; da Hand wir houptlüt nach inengeschickt etlich gewaltig, (den) Bütschelbach und (den) Zender und ander von der Statt Bern, und mit inenallerlei geredt, warum sy hinder sich von den iren honptlüten und knechten ziechend, so doch wir hie sigend undZuo inen wellend in das feld, wie es doch zuogangi, uns zuo sagen. Hand sy uns geantwnrt, es syg inen gefeit,wir körnend nit inen nach, und hettend sy das gewüßt (nämlich) unser zuokunft, so wärend sy nit verruckt hinder
und ire Herren und obren habend inen so stark gcschriben, sy sollend nit über wasser rucken, bis wir kommensdenns zu inen. Uf das so hend wir sy (ge)betten, daß sy so wol wellend tuon und ire knecht samlen an eingmeind und mit inen reden, daß sy wider kerend und mit uns wider gan Kramanen zuo stechen; daruf uns dievorgenannten zum teil gwüß zuoscitend, sy welltend ane seien wider mit uns hinder sich gan Kramanen, undvernreintend, die gemeinen knecht ouch mit inen wider mit uns zuo frieren; der antwurt wir uns ganz enthieltend"s znosagen und guote wort, so sy uns gabend. Aber als nf nrorndeß früe schüttend wir »ach inen, mit unsvatig (zx) W^'den, nf iveli stund uf zuo sin; da warend die vor genempten und all gemein knecht mit inen hinweglügen Tütschland und (also) unser znosagen nüt gehalten/als sy dann iren honptlüten ouch Hand tan. Es istnoch einer, der ist der gröst under inen gstn, der heißt Wilending uß der statt Bern; der het den größten Unwillenunder die knecht bracht und gmeindet und geraten, daß die knecht sind also ungehorsam worden. Nüt dester minderÜ sit iren, deren von Bern, Fryburg, Soloturn, Basel und Wallis by vj tusig, ist gwüß, und Bündter undSarganser ouch ob ij tnsig, und wir darnach vj tusig völlig. Es ist snß jctz kein not me; denn nf nächstettwuchen vor datum dis briefs so sind die Spanger und des Bapsts züg allen hinder sich geruckt über das"^sser nf des Bapsts erdrich, und sind üwer sandtbotten nf morndeß Donstag vom Herrn von Lautrek hinüber mitcm gleit in des Bapst(es) läger geritten und handle» nach dem und inen empfolen ist. Man richtet noch täglichlchelmen hie . . und zuo Meiland, die mit verrntcry und mördcry uingand. Iis disen tag sind iiij gcvicrtcilt, dieh"s und die statt K. wolltend verraten han." Bitte um Aufsehen. „Es gat wol ein red hie us, es wölk oderbig ein nfbruch in der Eidgnoschaft znm -Bapst mit knechten, wcnd wir nit gloubcn; dann ir mögend wolr e)trachten, was es üch daheimen und uns hie für nnrnow wurdi bringen," ?c.
K. A. Freibm'g: A. Frankr-ich i Copie >.
Zu «I, l. Auch hier ist eine Stelle aus der Basler Instruction beizustehen (Absch. k. 123):
Die Boten sollen zuerst beobachten, ob die Mehrheit beschließen wolle, mit den Pannern auszuziehen, um>c Knechte, die der Cardinal nach Italien führt, zu „wenden", und in diesem Falle den Eidgenossen Folgendesvortragen:
»Daß wir in Meiland nf des KüngS von Frankrich sytcn ouch unsere knecht haben; deßglichcn sind etlichecv unfern (so wider unfern willen hinweg zogen) bym Cardinal, und wollen gern sy alle sampt andern Eid-gnossen zum rechten weg schieben, damit sy und ander n. l. Eidgnossen, so uf beben syten sind, nit an einander"wen oder snnst etwas anficngcn, das gemeiner Eidgnoschaft lob, nutz und ccr nit wäre, wollen ouch gern darzuo