88 August 1521,
schriber und noch zwölf Achter under inen gesetzt werden, die gewalt habent ze richten über pot (gebott) undoerbott, ouch alles das, so sötich bergwerk antrifft und berüert.
„Es soll ouch der bergrichter allen berglüten zuo gebieten und zuo erfordern haben in allen fachen, so dasbergwerk antrifft, und wo es not wurd, die geschwornen Achter zuo erfordern, die als glych Achter jedem nachsiner übertrettung die straf ufleggen und anders ze handlen, wie er dann inhalt der verbellten oder sust verschuldthat, welche straf dem bergrichter an sinen kosten und arbeit dienen soll; usgnommen was das malefiz und dieHöchen gericht antreffe, wöllent wir hiemit uns und unfern vögten vorbehalten haben.
„Item, wo hoch oder fronwäld sind, die uns zuogchörent, da soll der bergrichter flyß ankeren, daß darinnieinan abhow und verwüeste; dann wer das täte, den soll der Achter zuo strafen haben. Und Mich wäld sollder bergrichter den bcrgherren und schmelzern verlyhm zun Hütten und bergwerk, es sye zuo holzen, zuo kolen,doch daß es nit zuo jung abgehowcn werde, und soll inen das usmarchen, wie vil er jetlichem verlycht, undsölichs in ein buoch schritten, und wo einer so vil überflüssig abhowt, daß es fulet, der soll ouch gestraft werden.
„Und darmit die, so diß bergwerk in unser grafschaft Salgans entpfangen haben, bester flyßigcr und be-giriger arbeiten, suochen und werken, so lassen wir beschehen, daß sy ir silber, kupfer, gold und anders, so syallda erfunden und geschmelzt oder nit geschmelzt haben, fry, wo sy am besten deß wissen zuo genießen, hinfüerenund verkaufen mögen on wyter beschwerd.
„Ob es sich ouch begäbe, daß die so in der Eidgnoschaft ire wonung habent nmd in disem bergwerk begriffen,ander ußländig lüt, was stands oder wesens joch die wärent, um ir kunsi, guoter ratschlagen und wissenheitwillen zuo fürdrung des bergwerchs zuo inen nemen, dieselbigen ußländischen ir guot allda anlegtent und etwasüberkomm möchtent, daß dann dersclbigen Hab und das sy dahin brächtent oder überkomm, ob schon zwischenuns und ir oberkeit und Herrschaft offen krieg und vecht uferstüende, dann soll nüt dester minder der selbigensondrigen Personen Hab und guot zuo iren und dero erben Händen fry und sicher heißen und sin, von uns undsust mänklichem unverhindert, es wäre dann, daß sy in unser Eidgnoschaft (mit) rechter schuld jemants schuldigwärent; das mag man nach den rechten behalten und inzühen."
(Ungefähr zur Hälfte von der Hand des zürch. Stadtschreibers Frey.)
Z8.
Areiöurg. 1521, 19. August (Montag vor Bartholoms»).
Staatsarchiv Bern: Allg. eidg. Abschiede, r. p. 495. Kantonsarchiv Areiburg: Nathsmanual Nr. 99.
Jahrrechnungstag der Städte B.ern und Freiburg. — Abgeordnete von Bern: (Konrad Willading,Venner; Lienhard Hübschi, Seckelmeister).
t». Denen von Murten, die um eine Beisteuer an „ihren Bau" und die Kosten in dem Handel mit demBischof von Lausanne gebeten, haben die Boten der zwei Städte 20 Kronen zu geben verordnet. ?». Die Unter-suchung des Spans zwischen dem Schultheiß von Murten und den Vögten der Erben der „Villgen", einesZehntens wegen, wird auf die Tagsatzung wegen der Hölzer in der Balm verschoben, v. Derselbe Schultheißund Amtmann zeigt an, daß der Zehnten zu Agerswyl, den er vor einige» Jahren dem Bertschi Mäder sel.auf Lebenszeit um 8 Pfd. jährliche» Zius verliehen, jetzt bedeutend mehr gelten könnte. Da Mäder gestorbenist, so wird dem Schultheiß befohlen, den Zehnten für das nächste Jahr zu steigern, so hoch es gehe; desMäders Söhn werde man dann gütlich bedenken, «l. Da man gefunden, daß es nöthig sei, die Hölzer in derBalm besichtigen und säubern zu lassen, so ist verabredet, Bern solle den Tag dafür bestimmen und denselbenFreiburg verkünden, v. Einer von Wyler, der Korn aus der Herrschaft beider Städte durch Murten geführt