82 August 1521,
2) 1521, 4. August (Sonntag vor Laurentii). Lucern an Schaffhausen (und andere mit Frankreich verbündeteOrte). „Uf nacht abends ist in unser statt kommen des Herren von Latreks botschaft, der Herr von Dranges, undvermeint, üwer und anderer unser lieben Eidgnossen Kotten, so setz by einander gewesen, bezogen (ze) haben, undso die verruckt, ist er uf hüttigen tag vor uns (Sch., kl. und gr. Rathen) erschinen und des ersten mit langerred den sürtrag päpstlicher botschaft tapfer widerredt, guoter maß wie der Hofmeister des Küngs ouch gethan hat,die k. Mt. entschuldiget, als ir das zuo siner zyt von im verneinen werden, daby anzeigt, wie b. Ht. sambt demKeiser sich merklich rüstend wider Mailand zuo ziehen, über das sich die k. Mt. keins argen noch sigendschaftversehe. Darum so habe der Herr von Latrett (sie) in harus geschickt in yl von den ix Orten, nämlich Ury,Schwyz, Underwalden, Zug, Glans, Basel, Schaffhusen und Appenzell und uns von Lucern noch vjm knechtüber die, so vor in Mailand sind, hinzuofüeren, damit man den sagenden dester bas widerstand thuon möge, undhat also die zal geleit jedem Ort, nämlich üch iij«. Und so wir nu sollichs gehört, haben wir im anzeigt den tag,so angesetzt ist widerum in unser statt uf Zinstag nach Laurentii, uf sollichs er uns gebetten, üch sin Werbung undobgeschriben Meinung zuozeschriben, damit ir und ander.. Eidgnossen sich beraten, uf denselben tag ane wyternVerzug antwurt zuo geben; dann wo er für sin Person hette mögen selbs erschinen, wäre er guotwillig gsin" ...
3) 1521, 31. Juli, Commarrien en Bourgogne. König Franz an Bern. Creditiv für Herrn von Lamet.
St. A. Bern: A.Frankrelch I.
Die Jahrzahl fehlt, wie leider in vielen andern Missiven der französischen Könige des 15. u. 1k. Jahrhunderts.
Zu «I, 3. Das Original enthält mit Bezug auf diese gleichzeitige Versammlung an zwei Orten die Rüge:„Und ist dapfer geredt, daß sich nit füegen (well), uf einem zit an zweyen orten zc tagen, als jetz beschcchen,dann not sin will, uns nundalame ze vereinen."
Zu «. 1521, 27. Juli (VI linl. Vu-;.), Rom. „Copy päpstlicher Bull wider den Herrn von Scut"(Thomas de Foix).
St. A. Zürich: Tschud. Docum.-Sammlung T. VIH. Xr. 37 b. — St. A. Bern: A. Ausland HI. (Papst). — K. A. Solothurn: Absch. Bd. X.
Zu !> . 1521, 13. August (Dienstag nach Laurentii), 2 Uhr Nachm. Basel an seine Gesandten in Lucern.„Uf hüttigen tag sind uns nüwe mär zuokomen von einem der Eidgnoschaft verwandten, den wir für gloubhaftigachten, der sagt, daß er stracks harus von Gent und Antwerf geritten; da habe keis. Mt. und (sunst) in allemNiderland harus zuo uns ein überswenklich mächtige große rüstung von,voll zuo roß und-zuo fuoß, derglychvor nie geseckstn sye, und sagt, wie keis. Mt. ob inj« schiffen Hab lassen machen, die man uf wägen füeren mag,damit, wa er au wasserflüß anzücht, daß er darüber brücken mag; ouch Hab er ein große zal gezclt und roßbarenund anders in das feld gehörig by einander, des willens, kimklich krön von Frankrich tapferlich (ze) (be)kriegen.Er sagt ouch, daß die landsknecht, so by dem Künig von Frankrich syent, sich lassen merken, so sy verneinen,daß wir Eidgnossen zuo demselben ziechen und er die annemen, so wölken sy sich darzuo schicken, daß sy von imkommen und den Eidgnossen eins uf den swanz, wie zuo Meiland (? 1515, Sept.) geben wöllen. Er hat ouchan dem usherryten gestehen, daß Francisc von Sickingen by vm zuo roß by im Hab und werd noch so vil über-kommen und by rrxm fuoßknechten. Es sye ouch der Küng von Tanmark in eigner person by dem Keiser; aberer Hab noch nit gehört, daß sich der Küng von Engeland in das spil welle mischten, sonder er und frow Mar-garita still sitzen und nit kriegen wellen, und sye luter das geschrei und gemeine red, daß sy den Küng vonFrankrich daran bringen wellen, daß er sich begeben werde und müesse, ^ wider uns Eidgnossen ze kriegen, undalle ansläg syent über ein Eidgnoschaft erdacht und angesechen; das wölle er . . in getrüwer Warnung gern gesagthaben. . . Solich Meinung haben wir üch zuoschriben wollen, der Meinung ob es üch guot bedüechte, das miteinzigen vertruwten Personen ze reden und nit in gemeiner session, es wurde dann not, und die, mit denen irreden werden, guot sin bedunken sürzehalten" ... K. A. Basel: MM»-»,