August 1521,
Bei der Prüfung der Instructionen findet sich, daß einige Orte au der Vereiuuug festhalten wollen, andereaber nur zum Anhören und Heimbringen Vollmacht haben; weil aber nach dem Bericht des Cardinals (vonbitten) überall Rüstungen vor sich gehen, und man sowohl in Mailand als in Frankreich viele Knechte hat,bmen ein längerer Verzug verderblich sein könnte, so hat man einen Tag nach Zug angesetzt ans Sonntag nachBartholome (25, August), um sich da über die Sache endlich zn entschließen; davon werden auch die in Zürichversammelten Boten benachrichtigt, damit sie auf diese Zeit keinen andern Tag ansetzen, sondern diesen besuchen.^ ' Das päpstliche Schreiben betr. den Herrn von Scuto, das aus diesen Tag angelangt ist, will man in's Deutscheubersetzt abschriftlich jedem Orte mittheilcn. t. Jedermann soll sich mit Gewehr und Harnisch ausrüsten, damit manvorbereitet wäre, wenn die Eidgenossenschaft angegriffen würde. K. Auf das Schreiben deren von Basel hat man>hnen versprochen, sie jedenfalls rechtzeitig zu warnen; dasselbe hat man denen von Mühlhansen zugeschrieben.
», I» fehlen im Basler und Schaffhauser, Ii im Freiburger Exemplar, »—e im Stiftsarchiv St. Gallen.
Zu »I, l. 1) Vortrag des Herrn von Grangis. Grüße und Glückwünsche zn dem Bündniß zwischenbein König und den Eidgenossen; Versicherungen des herzlichsten Wohlwollens sc. Erzählung, wie er mit dem Papstcm Bündniß gehabt, das er auf's treulichste gehalten und deßhalb als unzerstörlich geachtet habe; dennoch sei ervon dem heiligen Vater in einem Augenblick, wo er am sichersten auf dessen Dank und guten Willen gezählt,ganzlich betrogen und angegriffen worden. Als jener nämlich gesehen, daß Lautrcc und einiges Kriegsvolk nachFrankreich gezogen, habe er sich mit dem „römischen König" zu einen? Ueberfall verbünde??, alle Banditen an sichWogen und in Bologna, Modena und Reggio gesammelt; von da aus hätten sie auf St. Johannis TäufersDag alle Städte des Herzogthums Mailand nächtlich angreife??, die Franzosen und ihre Anhänger tödten sollen.Allein Lautrec's Bruder, der Herr von „Lese??" (Lesen??), habe, sobald er das vernommen, sich mit einer AnzahlKürassiere nach Parma und da???? nach Nütz verfügt, um den Gnbcrnator zur Vertreibung der Banditen anfzu-ßtz'dcrn, und zwar kraft des Bündnisses zwischen den? König und dein Papste, und ii? den? guten Glaube??, daßicser von einem solchen vcrrätherischeu Anschlage nichts wisse; allein zur gleichen Zeit, wo dies geschehe??, seiManfred von Parvcsin mit mehr als 1000 Landsknechten und Banditen gegci? Como gezogen, die da???? abergvoßtentheils getödtet oder vertrieben worden. Ebenso habe man Cremona, Piacenza, Tortona, Novara, Genuamit starken Banden bedroht, was aber mißlungen sei; dennoch klage der Papst, man habe ihn ans seinein Gebieteangegriffen? als ob man mit bloßer Reiterei eine Stadt einnehmen könnte! Er hingegen habe in's Tirol 23,0vt)ronen geschickt, um einen Haufen Landsknechte in's Herzogthum Mailand zu ziehe??, unter dein „Schatten", de??Herzog von Bar einsetze?? zu wollen, um eine Partei der Mailänder für seine Pläne zu gewinnen. Ein fernererciveis, daß der Papst mit dein Kaiser sich zur Theilung des Herzogthums verbunden, liege darin, daß er de???etztern die Belehnung init de??? Königreich Neapel ertheilt, die er vorher, selbst gegen die Ansicht einiger Cardinäle,sucht habe dem „römischen König" verleihen wollen; aber jetzt habe er es gethan, sogar ohne Zuzug des Const-lloriums; an alldem sei der Cardinal von Medicis schuld, der nun zun? Lohne das Bisthum Toledo in Spanien"halten habe. — Ans allen Seiten bedroht, habe dann Lautrec's Bruder einen Edelmann, Treytorrcns, zu de??'idgcnossen geschickt ????? schleunige Hülfe; dieser, ii? solchen Geschäften unerfahren, habe aber ohne „Erfordern"( ei der Tagsatzung) Knechte geworben, was de?? Eidgenossen ärgerlich gewesen sei; wegen dieses Versehens bitteer Statthalter des Königs um Entschuldigung, da ihn die Noth getrieben, einen solche?? „ungebrauchten" MannMr die Sendung zu nehmen; sie mögen übrigens bedenken, daß die Rettung des Herzogthums auch ihnen zu guttvnnne, da sie an de?? Spanier?? und de?? Landsknechten keine angenehmen Nachbari? bekämen, wenn der Kaiser desandes Meister würde. Sic möchten nun, von der Erwägung geleitet, daß des Königs und ihre Interessen diebleichen, ihm noch eine Anzahl Knechte zuschicken und die Ihrige?? ermahnen, in? Dienste treu zu beharren. Endlichse Nachricht, daß der Papst an den? Tage, wo Lautrec's Bruder mit den? Gubcrnator van Rätz unterhandelt, de??llsosper Colonna zun? „Hauptmann" des verbündeten Heeres erhöbe?? und ihn aufgefordert habe, gegen die Fran-Zvsen zu ziehen, was abermals offenbar zeige, daß der erzählte Anschlag mit Vorbedacht unternommen worden.
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