Druckschrift 
3,1 (1858) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1478 bis 1499
Entstehung
Seite
630
Einzelbild herunterladen
 

August 1499.

Herzog vou Oesterreich, der sie vou dem von Mctsch gekauft, geschworen haben, sollen ihm wieder hul-digen; die zwei Gerichte, die noch nicht geschworen, sollen ihm schwören, doch das, er sie wegen diesesKrieges nicht strafe, sondern sie gänzlich halte, wie der von Mctsch gcthan. s) Die Streitigkeiten zwischendem König als Grafen von Tyrol und dem Bischof von Ehur, seinem Stift und seinen GotteShausleutensollen wieder ans den Weg Rechtens zurückgesetzt werden. Z) Todtschläge, Brand n. s. w., in diesem Kriegvorgegangen, sollen ohne Abtrag gegenseitig aufgehoben sein, s) Gegenseitige Herausgabe aller Erobe-rungen im gegenwärtigen Zustand, doch unvorgreiflich allen vor dem Krieg schon erworbenen Rechten,s) Bei hoher Strafe sollen fortan alle Schmähungen untersagt sein. ») Kein Thcil soll fortan Angehörigedcö andern ThcilS in Burgrccht, Landrccht, Schutz, Schirm u. s. w. aufnehmen, auch keine Partei Schlösser,Städte, Herrschaften n. s. w. der andern ohne der Obrigkeit Willen durch Kauf, Tausch u. s. w. an sichbringen; auf Zehnten, Gülten, Zinse u. s. w. soll jedoch daö keinen Bezug haben. ?) Alle noch nichtbezahlten Brandschätze und Schatzgcldcr von Gefangenen sollen abgethan sein und alle Gefangenen gegenUrfehde und bescheidenes Atzungögcld lcdig werden, s) Zwischen dem HanS Oesterreich und seinen Auge-hörigen und den Eidgenossen und ihren Angehörigen soll für alle Streitigkeiten ein AuStrag gestelltwerden ans den Bischof von Constanz und die Stadt Basel, wie er vordem im Erbsricdcn gestellt war.Daö Gleiche soll für den schwäbischen Bund die zwölf Jahre aus gelten, ans die derselbe jüngst von könig^lichcr Majestät erstreckt ist. »> Der römische König soll anö Gnaden alle Acht und Processc abthun, welchein dem Krieg und vor dem Krieg wider die Eidgenossen und ihre Angehörigen ergangen sind und sie alsGlieder des heiligen Reichs zu Gnaden und Huldcn kommen lassen. Alle andern Sachen, die hierin nichtbegriffen sind, sollen beidseitig bleiben, wie sie vor dem Krieg gewesen sind. Insbesondere bitten dieEidgenossen dcmüthig, daß Graf Georg der Acht entlassen werde, ro) In diesen Frieden schließt der Königein das Hans Oesterreich, den Herzog zu Mailand und alle andern Churfürsten, Fürsten und Ständedeö Reichs; die Eidgenossen dagegen schließen ein den König von Frankreich »nd alle die, welche »illihnen in Bündniß oder Bereinigung sind. K5. Alle diese Artikel nehmen beide Thcilc in AbschicdSwelUan ihre Obern zu bringen und auf einem weiter» Tag zu Schaffhauscn auf Mittwoch nach St. Verene»tag (4. September) ferner darüber zu verhandeln an. Der FricdcnSentwnrf wird mit dcö mailändilch^'Boten und Untcrtädingcrö Galcazzo Visconti Siegel bewahrt, doppelt ausgefertigt und jedem Thcil ci»uzugestellt zu Basel am Sonntag nach Bartholomäi (25. August) l499.

Der Abschied gibt den Anfang des ZageS nicht an. Derselbe ergibt sich aus einem Berichte der lucernerischcn Abgeordmte»-,1. ,1. ttg!>, Donstag vor Bartholomäi (LS. August). Hans Sunncnberg, Schultheiß, und Zacob Vramberg, des Raths, bcrubn"ab dem Zag zu Basel an de» Rath zu Lucern: Der Tag habe am Sonntag vorher (18. August) begonnen. Am gleiche»seien auch die Königliche» eingeritten, der junge Markgraf von Brandenburg, Graf Philipp von Nassau, Paul von Lichte"!^'und der Serentiner. Montags darauf seien beide Parteien auf der Pfalz zusammen gekomme» in Beisein des HerrnDie königlichen haben allererst de» Eidgenossen den Ansang des Krieges vorgeworfen, dessen mau sich bestens verantwortedie Schuld ihnen zugeschoben habe. Nachher haben sie « bis 8 Artikel verlesen lassen, welche sie als Bedingung des Frieden'begehrte», so z. B. die Herausgabe der Grafschafte» Zoggcnburg, Kvburg und HabSburg und anderer Lande, so vormale ^Hause Oesterreich gehört, Eidesleistung dem Reich u. s. w. Diese Forderungen seien der Eidgenossen Boten so stark vorgekommen,daß sie gar auf keine Berhandlung eingetreten seien, sonder» dem Vermittler Galcazzo ihre Artikel übergebe» haben mit Ersuchtsie beförderlich zu berichte», wenn Besseres zu erlange» sei. Auf heute Donstag haben sie von der Widerpart durch Hrn. Galeazs'Antwort erhalten, die zwar noch nicht ganz gefällig gewesen, doch sich bereits ziemlich genähert habe. Man werde nu»zusammentreten und suchen, sich noch mehr zu nähern. Auch sei auf gestern der Bischof von Sens nach Basel gekommen,

Gefahr durch die welsche Garde geritten sei. Man habe ihm vom Stand der Unterhandlung Kenntnis, gegeben. Im WcG"'