Druckschrift 
3,1 (1858) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1478 bis 1499
Entstehung
Seite
617
Einzelbild herunterladen
 

Juni 1499.

617

sei nun aber eine bedeutende Zahl der Uusrigen ins Oberland ausgerückt; auch liegen viele allenthalben>m Zusatz, daher man zu dieser Zeit ihnen zu ihrem Unternehmen nicht bchülflich sein könne. SieMöchten daher dasselbe verschieben, bis die Unsrigcn wieder zurückkehren, dann wolle man ihnen gernbeistehen. «. Der Verweser von Chur, Martin Vruggincr aus Arosscn, bringt eine Kundschaft folgen-den Inhalts vor: Als er und zwei seiner Gesellen aus Bünden aus Gutenburg bei dem Ramschwag gewesen,sei jeder von ihnen um 36 rheinische Gulden bestellt worden, in Bünden zu brennen; jeder habe einSäcklein mit Pulver, Röhrchcn aus Hollundcr und 5 Gulden auf Abschlag erhalten. Er habe ihnenauch drei Gesellen angezeigt, die durch das Schweizerland gehen und durch den obcrn Bund zurückkehrenund auch Alles verbrennen sollten. Diese habe er gesehen; sie tragen weiß und rothe Hosen, darin gelbe,graue und weiße Striche und gelbe Lcibröckc. Jedes Ort soll ans diese Leute Acht bestellen, t. DerHerzog von Mailand schreibt, der römische König habe eingewilligt, daß er die FricdcnSuntcrhandlungführe. ES werde also auf daö Geleit, das wir ihm schriftlich zugesendet, eine Botschaft, bestehend auseinem Erzbischof und zwei Rathöhcrren, abgehen. Beschluß: Jedes Ort soll bestens dafür sorgen, daßdas Geleit an der Botschaft von den Uusrigen gehalten werde. Dasjenige Ort, wohin sie kommen wird,soll sofort den übrigen Orten Tag verkünden, um die Vorschläge anzuhören. K. Jedes Ort erhält eineCopic des Schreibens, das der König von Frankreich auf diesen Tag geschickt hat. Da unsere Knechte schonwieder anfangen, zum König von Frankreich zu laufen, so soll jedes Ort, wo solche betreten werden, selbeanhalten und an Leib und Gut strafen. I». Auf diesem Tag ist angezogen worden, wie unsere Eidgenossenvon Bern sich eben schlechtlich in diese schweren Kriegsläufc schicken, und wir wenig Trost von ihnenhaben. Das soll man heimbringen, und falls etwa der Tag mit dem Herzog von Mailand zu Berngehalten würde, soll man ihnen ernstlich zureden, sich besser in den Handel zu schicken als bisher, unduns nicht so zu verlassen, da wir im burgundischen Krieg ihnen auch trostlich zugezogen sind und sie nichtverlassen haben.

Zu Das Schreiben, 6. «I. Suis 15. Juni, steht im bernerischen A. E. A. K. 3Ki>, und betrifft die Artillerie in Auronnc,die Pension u. s. w.

«.

Bade n.

4^i99, 37. Zlllttt (Donstag nach Johann und Paul>.

TtaatSar'chiv Luccr» I Allgemeine Abschiede. 0.381.

Der Großkellcr von Wcttingcn klagt, Graf Heinrich von Thicrstein habe dem Gotteshaus einenin der Herrschaft Röttcln gelegenen Zehnten weggenommen, was dem Gotteshaus zu merklichem Schadengereiche, zumal Lcibdinge und Gcgcuvcrpflichtungcn darauf angewiesen seien, die dasselbe nicht anderweitigzu beschaffen vermöge. Dabei verlangt er, daß man die Güter und Renten anderer außerhalb der Eid-genossenschaft liegender Gotteshäuser auch angreife und Wcttingcn daraus für seinen Verlust entschädige.Das wollen die Boten heimbringen, ordnen indessen bereits an, daß die Nutzungen auswärtiger Gottes-häuser iu der Eidgenossenschaft vor der Hand aufgeschrieben und bis zum Ausgang des Krieges inne-bchalten werden. ?». Auf diesem Tag ist den Eidgenossen berichtet worden, wie Straßburg, Colmar undandere Städte mündlich und schriftlich Basel aufgefordert haben, zu erklären, ob es mit ihnen haltenwolle oder nicht und zwar unter Androhung einer Belagerung. Hierauf hat man Basel geschrieben und