Druckschrift 
3,1 (1858) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1478 bis 1499
Entstehung
Seite
417
Einzelbild herunterladen
 

August 149Z.

417

Saumsal und Kosten habe er dem Meister Cnnrad Rede zu stehen. «I.Die Boten wüßcnd zc sagendas Anbringen vnscr lieben Ehdtgnossen von Luccrn, wie sh dann in kurzen Jarcn mcr denn einen Priestergefangen, so merklich kczerh volbracht, deßhalb sh mangcn, mit denen sh solich kczerh pflogen, vcrbröntvnd die Priester vnserm Herrn von Kostenz gcschikt haben vnd aber alwcg vßkomen sind vnd icz aber einen>n gcfcngniß Hand, der ouch kczerh begangen hat vnd ratz begcrt haben, wie sh denen tun sollen. Solicder Bot heimbringen vnd vff dem tag, so Zürich vff vnscr frowen tag ze herbst sin Wirt, antwnrt zegeben, vnd Inen als dann, wann man die antwnrt von vnserm Herrn von Kostenz vff vnscr Eidgenossenvon lucern schribcn verhört, Inen in den fachen ze raten, wie sh sich fürer damit halten söllen. Vffdisen tag ist ein antwort von vsem Herrn von Kostenz komcn, die gcsin ist, er welle den Priester nachstnein vcrdincn strafen vnd begert, Im den zuzeschicken. Hand der Eidgenossen Boten geraten, das vnscrEidgenossen von Lucern In gan Kostenz sincn gnaden antwnrten vnd sin gnad versuchen, wie er In haltenold strafen wolle. Einen gnaden ist ouch ab disem tag geschribcn trcffcnlich, den vnd ander Priester, soIm In sölichcr maß geschickt wcrdcnt, ze versehen vnd zcstraffent nach eins verdienen vnd den noch anderVit zc lassen; dann wo das nit bcschcch, wolle man gedenken, wie man sölich mißtätcr sclbö straffe."

Dem Landvogt im Thurgau und dem Hauptmann von St. Gallen ist empfohlen, die Hinterlasscn-vhast des verstorbenen Herrn von Tobel in Schrift zu setzen und an die Eidgenossen zu bringen, I. DerHauptmann von St. Gallen bringt an, wie der Vater des AbtS von St. Gallen, der alte Gicl, nebstväncr Hausfrau zu Whl am Hofe sitzen und ohne Zuzug des Hauptmanns mancherlei regieren, was ihmVicht im Nutzen dcS Gotteshauses zu liegen scheine. Ans dem nächsten Tag zu Zürich soll man rath-ichlagcn, wie man dem ein Ziel setzen könnte, und ans dem Tag, den Lucern zwischen dem Abt von^t. Gallen und denen von Konstanz setzen wird, soll man dann dem Abt die Meinung der Eidgenossen^öffnen. Derer wegen, die üppige Kleider und bloße Schwerter tragen, ist gerathschlagt; doch willMan den Gegenstand noch einmal heimbringen. I». Den Boten gefiele, daß eine gemeinsame Ordnung3kgcn das Weglaufen der Knechte aufgestellt würde. Darüber soll man auf den nächsten Tag die Ent-schließung der Obern bringen, I. Des Spans wegen zwischen den sieben Orten und Zürich in Betreff desIalls zu Klotcn nnd der Landzüglinge zu Kaiscrstuhl soll jedes Ort seine Botschaft, auch die Nathgcbervvd Zugesetzten zu Baden haben auf Sonntag nach des heil. Kreuzes Tag im Herbst (16. September),Mit Vollmacht, die Sache gütlich oder rechtlich zu beseitigen. It. Dem Landvogt im Thurgan wird dieWeisung gegeben, etliche Edle im Thurgau, die nicht schwören wollen, sondern die Ihrigen zur Eides-leistung schicken, zn persönlicher Eidesleistung anzuhalten. I. Auf diesen Tag haben die von Straß-geschrieben, daß sie die zu Baden jüngst gestellte Vereinigung für den Bischof von Straßburg, fürllv) selbst und die von Schlettstadt annehmen nnd verlangen, daß auf Sonntag nach des heil. KreuzesTc>g nächsthin (16. September) ein Tag nach Baden gesetzt werde, um die Vereinigung zu beschließen"vd aufzurichten. In einem beigelegten Zettel haben sie dann noch verheißen, in der Zwischenzeit an den^sichof von Basel nnd die Städte Colmar und Basel zu werben, daß sie auch beitreten, wollten aber auchnicht, so bleiben sie selbst dennoch dabei. Hierauf haben die Boten angesehen, in gleichem Sinn denvtrag bei ihren Obrigkeiten zu bcvorwortcn, besonders soll der Bote von Uri trachten, daß seine Herrenm der Sache sich von gemeinen Eidgenossen nicht sondern oder daß, wenn sie das nicht thun wollten, sie^ch die andern Orte nicht vom Beitritt abhalten möchten. Darüber soll Uri bis nächsten Montag sichVach Lucern erklären. Schlägt es ab, so sollen die von Lucern es in alle Orte verkünden, damit man

53