Druckschrift 
3,1 (1858) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1478 bis 1499
Entstehung
Seite
387
Einzelbild herunterladen
 

Juni 1-494.

geantwortet und wie ihm die begehrte Vereinigung abgeschlagen worden ist aus Grund derswebendcud»gewüssen lönff, so setz sind, dera sich niemand weiß zu halten". «. Bürgermeister und Rath zu Ucbcr-^ugeu schreiben, sie hätten gehört, die Rede gehe aus, cS sei Einer gefangen, welcher bekannt habe, erzu Ucbcrlingcn durch ciuen Wirth mit weißem Bart von den Anwälten des römischen Königs Geld^psangen, damit er Feuer einlege in der Eidgenossenschaft. Nun sei in ihre Stadt in Jahresfrist keine^'»'gliche Botschaft gekommen, es sei auch da keiu Wirth mit weißem Bart, man möchte doch solches nichtglauben. Ihnen ist geantwortet, man traue ihnen nichts derartiges zu. «I. Zwischen der königlich frän-kischen Botschaft und den eidgenössischen Boten ist auf diesem Tag wiederum Unterhandlung gepflogenworden der zu machenden Vereinigung und namentlich des Artikels wegen, welcher den Vorbehalt des^'Mhchen Stuhls und Reichs und der vorhergehenden Bündnisse und Vereinigungen enthält, von wel-chem die Eidgenossen nicht abgehen wollen, den aber zuzusagen die königlichen Anwälte nicht Gewalthaben. Da die lctzteru hoffen, der König, der großen Werth auf die Freundschaft der Eidgenossen setze,^rde diesfalls alle Beruhigung geben, so wird beschlossen, die französischen Boten sollen einen ihnengestellten lateinischen Abschied, dessen deutsche Ausfertigung die Eidgenossen haben, an ihren Herrn^gen, und sofern sie nach eingeholtem Befehl wieder einen Tag zu leisten wünschen, so sollen sie esanzeigen, welches denselben den Eidgenossen verkünden wird, v. Man soll allenthalben mit Ernstglorgeu, daß der Eidgenossen Knechte in keine Kriege laufen, Dem Martin von Odcröhcim ist eineEmpfehlung an den österreichischen Landvogt (im Elsaß) gegeben.

Zu «I. Dcr lateinische Entwurf steht im Berncrabschiedband IZ. S33.

AIS.

Bern.

4A. ZlUlti (Samstag nach U. H. Fronlcichnamstag>.

Ttaatsarcinv Liicer»: Allgemeine Abschiede. 0. 43.

Auf neuerliches Begehren dcö Herzogs von Lothringen, wie das schon vormals zu Luccrn ge-^hen, die Eidgenossen möchten mit ihm eine Einung und Freundschaft machen, haben die BotenAntwortet, man habe sich der Erinnerung dermalen nicht versehen, und besitze keine Vollmacht; wenngcnö verlangt werde, so wolle man die Obrigkeiten davon in Kenntniß setzen. I». Der Bischof von"utalban und Antonius de Lamcth, als Boten des Königs von Frankreich, legen ihre Beglaubigungs-vor, und melden, wie sie gesendet seien, um unS die besondere Neigung des gegenwärtigen Königsden x Orten, welcher diesfalls ganz seinem Vorgänger König Ludwig nachfolge, zu vermeldenmit^"ren vil schriftlicher vnd löblicher Hhstoricn der Römer vnd anderer, hie nit not zu melden". Sieauch, aus welchen Ursachen der König Nantes, die Stadt und Grafschaft des Herzogthumö Bre-^ eingenommen: es sei daö sein besonderes Lehen, und der römische König, zu dem er seine Botengeschickt, habe sich wenig an seine Freundschaft gekehrt, sondern mit den Engländern undgemacht, die nach Avignon und andere Orte gesetzten Tage nicht besucht, dasBretagne vermählet und ihm daö verkünden lassen u. s. w. Ein Theil dcö brctagnischcnbi/ ^ König von Frankreich einverstanden, und dieser nun habe Nantes und daö ganze Land

zwei Schlösser eingenommen, sei auch stark genug, zu behaupten, Alles mit Mehrerin. Darauf

st9*