A. II 116. 167
1. Der vorn eingeklebte brief lautet: „ Durchlauchtigster Herzog,Gnädigster Herzog und Herr, Eurer herzoglichen Durchlauchtivird bereits unterthänigst gemeldet tvorden seyn, dass in höchsterAbwesenheit einer derer drey Mann, so die Reichs-Stadt Hallezu der Herzogt. Legion unterthänigst verehrt, im Urlaub ausge-blieben. Kaum wurde solches dem Magistrat daselbsten bekamt,als er mich seine grosse Verlegenheit hierüber, und einen demStandes-Hauptmann Wiebel gemachten Auftrag baldmöglichst einenandern hübschen Mann anzuwerben, wissen Hesse. Es bedurftedahero meiner dem Obristen von Wolfskehl zugesicherten Ver-ivendung nicht, und der Magistrat dieser Iieichs-Stadt überschicktezu gleicher Zeit für die Herzogt, grosse Biblioteck ein seltenesManuscript, eine Abschrift von dem sogenannten Benner, desHugo von Trymberg, dessen Geliert in der Vorrede zu seinenFabeln und Erzählungen erwähnt. Der Dichter lebte gnädigst-bekantermassen zu Anfang des 14. Jahrhunderts, und die Ab-schrift seines Buches wurde von dem Stadt-schreiber zu Halle,Peter Wesel, im Jahr 1520 gefertiget; so ich hiemit unterthänigstanzuschliessen unermangle, und in tiefster Unterwerfung ersterbeEurer Herzoglichen Durchlaucht unterthänigst treu gehorsamstervon Myüus, Obrist Lieutenant und Flügel-Adjutant.
Stidtgart den 24ten Februar 1787."
Das 2. unbeschriebene blatt dieses briefs ist ungeschickt andas erste blatt der hs. angeklebt und dadurch der name DavidWetzet halb verdeckt. David Wetzet ist der älteste söhn desSchreibers. Vgl. meine alten guten schwanke s. 8, 2. aufl. s. 13.
2. Begister zum Benner. Anfang: Von dem schlangen vnnddes menschen missetat xliij.
Bl. 5 (alte Zählung 2). Bruchstück eines lateinischen liedes.Anfang: omne sed nunc fessa curis pressa u. s. w. Vgl. Benner,Bamberg 1833, s. 7.
Ain merkliche rede von dem alter.Ich bins das alter,Daä von kalterArte sich miiss wermen hie.