Vorwort.
Das langgepflegte Verzeichnis altdeutscher haudschriften,aus dem bisher nur bruchstücke bekannt geworden waren, voll-ständig zu veröffentlichen , ist dem verewigten Verfasser nichtmehr vergönnt gewesen. Nach seinem letzten wünsche sollteBartsch für ihn eintreten. Dieser hatte sich denn auch in einermündlichen besprechung mit dem unterzeichneten zu ostern 1884bereit erklärt, die herausgäbe des manuscriptes zu übernehmen,zu der er wie kein anderer gerüstet war. Leider aber sollteauch diese hoffnung nicht in erfüllung gehen, und so wardschliesslich der unterzeichnete von den hinterbliebenen v. Kellersmit der Veröffentlichung des Verzeichnisses betraut.
Ueber die art der herausgäbe konnte im wesentlichen keinzweifei sein. Dass diejenigen nummern, welche der Verfasserselbst durch privatdrucke bekannt gemacht hatte (no. 1 — 6. 115)vollständig wieder aufzunehmen seien, war wohl selbstverständ-lich. Auf der andern seite habe ich auch ebenso wenig bedenkengetragen, diejenigen nummern fortzulassen, deren text im Wort-laut bereits an allgemein zugänglicher stelle (namentlich in denFastnachtspielen und im Meister Altswert) gedruckt vorlag. Anstelle der beschreibungen sind in diesem falle verweise auf diefrüheren druckorte getreten. Consequenter weise musste dannebenso auch bei einigen hss. verfahren werden, deren beschreibungenim Verzeichnis durch neuere Veröffentlichungen antiquiert waren,oder sich, wie das z. b. bei no. 83. 112 der fall war, lediglichals kürzende auszüge aus älteren mitteilungen darstellten. End-lich musste die ausführliche beschreibung der Augsburger meister-