Druckschrift 
2 (1863) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1421 bis 1477
Entstehung
Seite
406
Einzelbild herunterladen
 

406

März 1470.

«4«

1474^, I. l>,rima i,v>n«i« dlorcii).

Staatsarchiv Rern i l!atein!schtS MIsslvcnl'U» 4. !»!. Dtulsche» M !ffiv «nb»ch 4. «82.

». Gemeiner Eidgenossen Boten schreiben an den Herzog von Burgund: Nachdem die GrasselsPfirt und andere Herrschaften mit Zustimmung des Herzogs Sigmund von Oesterreich an ihn übergegan-gen, haben sie mit Vergnügen vernommen, daß er seine Amtleute in seine neuen Provinzen gesendet habt/um Frieden und Gerechtigkeit zu handhaben und den Angehörigen der Eidgenossen freien Handel und Wan-del in denselben zu sichern nach Maßgabe des zwischen seinem Vater, Herzog Philipp, und ihm und einigeneidgenössischen Orten abgeschlossenen Verständnisse (intalliyonlia). Nun fahren aber die Feinde der Eid-genossen, Bernhard von Eptingen, Ritter, Johannes vom Hüft und Andere, welche mit zahlreiche"Mithaften in seinen Landen sich aufhalten, fort, die 'Angehörigen der Eidgenossen zu fangen, wegzuführen,einzukerkern, während die Eidgenossen ihrerseits doch auch kraft des mit dem Herzog von Oesterreichabgeschlossenen Friedens freien Wandel haben sollten. Daher bitten und mahnen sie den Herzog vonBurgund, seinen Amtleuten zu gebieten, daß sie den Feinden der Eidgenossen in ienen Landen wederAufenthalt gestatten noch Vorschub irgend welcher Art leisten, sondern dafür sorgen möchten, daß ihrenAngehörigen der freie Wandel und Handel daselbst gesichert werde. ?». Ein Schreiben ähnlichen 2"°Halts ergeht unter gleichem Datum und, wie das ersterc, unter dem Siegel Berns an den MarkgraftnRudolf von Höchberg, Grafen zu Neuenbürg, Herrn zu Röttclcn und Suftnberg, Gubernator zu Luftwbürg, nebst Copie des Briefs an den Herzog, mit Bitte, sich bei diesem ernstlich für AbstellungBeschwerden zu verwenden. Dazu folgende Aktenstücke:

1. 1470, 5. März. Adrian von Bubcnbcrg schreibt (vom burgundischcn Hofe) an Schultheiß und RathBern: Der Markgras schreibe an Bern eines freundlichen Tages wegen zwischen Oesterreich und den Eidgenossen.(AdrianS) Rath sei, noch keine Antwort zu geben, bis er heimkomme, indem ihm etwas begegnet sei, daö sie w>fft"sollten, wenn sie den Tag zusagen. Bis Mittefasten hoffe er zu Hanse zu sein. Es sei gegenwärtig eine Botschaft o»'"Herzog von Oesterreich da, bestehend aus den Grafen JoS von Zolrn und Jörg von Werdenbcrg, Meister Peter Lliderer,Doctor der Mcdiein, Peter von Mörsbcrg und Ludwig von Maßmiinstcr; die klage sehr über die Eidgenossen undden Herzog von Burgund um Hälfe an. ES wolle ihm aber scheinen, die Sachen werden nicht nach ihrem Wunschedenn der Markgraf benehme sich sehr gut. Datumvss der jmrgen Baßnacht abend nun» i.xx°. (StaatsarchivLucern, Allgemeiner Abschiedcband II. t>.) Die für die schweizerische Geschichte sehr interessante datunllosc 2»struction des Herzogs Carl von Burgund an seine Gesandtschast zu Herzog Sigmund bei tlommiuou-l.ovgloIII. 233, welche dieser in's Jahr 1472 seht, scheint sich an diese Gesandtschaft anzuschließen und etwa im Mai O"abgefaßt zu sein.

2. 1470, 20. März. König Ludwig von Frankreich schreibt aus Amboisc an Melaus von Dicßbach,heißen von Bern, der Herzog von Burgund sammle im Hcrzogthum und in der Grafschaft .KricgSvolk, womit er »a-hder Grafschaft Pfirt ziehen wolle. Es möchte wohl dieses KricgSvolk auch gegen die Eidgenossen bestimmt sein. (DcnMCopia im Staatsarchiv Lncern, Allgemeiner Abschiedcband It. <>.)