September 1453.
265
t4SS, 8. September.
Staatsarchiv Bern.
Die Schultheißen, Räthe, Burger und Gemeinden der Städte Bern und Freiburg im UechtlandUrkunden: Sie haben Stöße und Spänne mit einander gehabt in dem Maße, daß mit dem Vertrage,wodurch selbe beendigt worden, zugleich auch festgesetzt worden sei, daß das Burgrecht und Bundniß, das^ bvrnmls mit einander gehabt, kraftlos, todt und ab sein soll. Nun haben aber beidseitige Freundeund Eidgenossen ihnen vorgestellt, daß sie betrachten möchten, wie jenes Burgrecht und Bundniß von ihrenVorfahren auf ewig geschlossen und beschworen worden sei; deßhalb hätte es niemals sollen vernichtetUnd abgethan werden; sie möchten also, damit dem, was auf ewig beschworen worden, genug geschehe,wieder mit einander in das Burgrecht treten. Deßhalb haben beide Städte zu Entladung ihrer Conscienzveranlasset auf Burkard von Buchegg und Niclaus von Wengi, Neu- und Altfchultheißen von^olothurn, welche Bern dargegeben, Peter Seriant, Stadtschreiber, und Claus Kling, des Raths zuV>el, welche Freiburg dargegeben, und Ztal Reding, 'Ammann zu Schwyz, welchen beide Städte zum^Mann genommen, damit dieselben einhellig, mit Mehrheit vder durch Obmannsspruch' entscheiden, oblenes Buvgrecht und Bundniß in Kraft bestehen und bleiben soll oder nicht.
Perganientrnc Urkunde mit den anhlmgcnden Siegeln von Bern und Areiburg,
t) „Mit scmlichcii fürworten, ob si iu sölichcm Jrem sprechen uit alle eins werint, das dcmic der Obmann- sillichs mit sincm rechtlichen Spruch entscheiden, oder ob es In bednnkt, von nüzvem sinen sundrigen Rechtsspruchgeben fülle vnd muge."
14SS, TS. September.
StaatSarclnv Bern.
Ätal Reding, Landammann zu Schwyz, als Obmann, Burkard von Buchegg und Niclaus von^gi, Neu- und Altschultheißen zu Solothurn, Peter Seriant, Stadtschreiber, und Niclaus Kling,^ Raths zu Biel, als Zugesetzte und Rechtsprecher, erwählt durch die beiden Städte Bern und Frei-es und von ihren Obern zu den Sachen gewiesen, geben Urkunde über folgende Verhandlung : Dieo>den Städte Bern und Freiburg legten ihnen folgende Rechtsfrage zur Entscheidung vor: „Nachdemdonn vns von etlichen vnsern fründen vnd guten gönnern mit Worten für gehebt vnd mengerlcy zu-^rett worden ist als von des burgkrechts wegen, so wir bcid Stette vnd die vnsern mit einander gehebtvy/" ^ "l>cr mit dem vbertrag vnd richtung ze Murten beschechen etlicher stössen halb, die zwlischentvor ^ warent erwachsen, krafftlos ze finde abgetädinget vnd gesprochen worden ist, da aber dieselben^ guten frlind vnd ander wiß treffenlich lüt vns beiden Stetten sürgehebt vnd ze erkennende gebenZes^^ söllichs nit billichen sye beschechen, ouch nit bestan solle noch möge, als sie meinent, an-Mend vnd ze bedenkend, das söllichs durch vnser vordern für vns vnd vnser ewigen nachkamen inburgkrechtbrieff gar eigenlich versechen worden sye; hievon vnd darumb haben wir vns zu beider
34