Februar 1388. ' 79
Zum fünften, das onch dieselben so burglechen, schiltlechcn oder Hoflechen habend, deSglich die semperlüt alle,die von alterhar Sant Fridlis gewesen und an das gotzhus Scckingen jewelten gehört und bishar mit fällen, tagwan,faßnachhcnnen, gelassen vnd erbschaften vnverpflichte vnd frye gotzhuslüt gewesen, nn fürhin ze ewigen ziten derHerrschaft Oesterrich mit allen vorgemelten fachen dienen vnd pflichtig sin sollend, dauor si nit schirmen sol dheinalt fryheiten noch harkomcn, es werdint dann etlich vß gnaden vnd von ir woldienens wegen deß erlassen.
Zum sechsten so söllind die von Glarus all ir fryheiten vnd briefe vnd onch den nüwen lantrechtbrief zu derHerrschaft Händen Harns geben vnd erwarten, was inen die für fryheiten vnd gnaden wider gunnind vnd gcbind,vnd onch der landsatzungen, rechten und brüchen, wie inen die von der Herrschast geordnet vnd gesetzt werdent, jetztvnd hernach ze geleben.
Zum sibcnden so füllend die von Glarus dem gotzhus ze Seckingcn alle zins, gült, nutz vnd dienst vsrtchten,was versessen ist vnd fürbas tun, was si schuldig sind vnd onch die Appallatzen vngcsumpt vnd ungehindert fürdie Aeptissin kamen lassen.
Zum achten so sollend die von Glarus den Bürgern von Wesen abtragen die wüstung vnd den schaden, so siinen vf dem veld, an bönmcn, an reben vnd an den trotten mit sampt Iren Eidgenossen gcthan, als si die Stattinnamend, nach der Herzogen oder irer röten erkantnuß.
Zum nündten so söltind si ir ungehorsame vnd widcrsetzung, die si lange zit wider die Herrschaft Oesterricherzeigt, büßen, bessern vnd ablegen, nachdem si an derselben Herrschaft gnad finden vnd erwerben mögind.
Vnd diser dingen aller söltind sich die von Glarus vff das trcsfenlichst verschryben vnd verbinden vnd ein zytlang zechen gyscl geben."
Nach Tschudi I. 543—544. berichtigt nach dessen handschriftlicher Chronik. — Vgl. Klingenbergcr Chronik S. 131—132.
In die Zeit dieser Unterhandlungen fällt folgender Dienstvcrtrag des Grafen Hans von Werdcnberg-Sargansmit Oesterreich!
1388, 1. März. Graf Hans von Werdenberg-Sargans verpflichtet sich gegen 2000 Gl. und für jeden Spieß18 Gl. Monatssold dem Herzog Albrecht III. während eines Jahres mit aller Macht gegen die Schwyzer und ihreHelfer beizustehen, ihnen die Lebensmittelzufuhr abzuschneiden und Wesen mit 15 Spießen zu beschirmen.
Jahrbuch von Glarus IV. S. 32L., Nr. 109. Vgl. Lichuowski IV. Negest 2125.
187.
1588, 1 I. September (Freitag nach u. F. im Herbst).
Solothnrncr Wochenblatt: Z82!t. Seite 7ll>.
Maha von Neuenbürg, Frau zu Valendis, urkuudet, baß sie mit Bern, des Burgrechts und andererSache,, wegen um alle Stöße und Forderungen freundlich betragen sei und verspricht, daß weder sie nochü)re Leute die von Bern darum weiter ansprechen oder bekümmern, sondern gute Nachbarschaft halten sollen.
188.
1588, 1 1. November (in üig donti Älartini llz-ömalia).
Staatsarchiv Bern: Frciheiteubuch, Seite
Theobald, Graf von Neuenbürg, gibt den Schultheißen, Rüthen und Gemeinden der Städte Bern,Zürich, Solothurn und Biel und allen den Ihrige» für Leib und Gut Sicherheit des Wandels und Schirm'u seinen Gebieten. Wenn jemand der Seinigen nicht desto minder jemanden ans den vorgenannten StädtenLeib oder Gnt schädigte, so soll damit dieses Verkomniß nicht als gebrochen erachtet, sondern die Sachesoll auf Anzeige der betreffenden Stadt von der Obrigkeit des Beklagten an der gewöhnlichen Dingstatt mitupen beider Parteien mit Minne oder Recht abgewandelt werden und jeder Theil die Seinigen anhalten,solchem Entscheid nachzuleben. Wollte der Graf mit den genannten Städten Krieg führen, so sollen förmliche^ lpagebriefe in Biel übergeben und nach der Absage noch vier Monate lang dieser Friede und diese Sicherheitlür Personen und Sachen beidseitig aufrecht erhalten werden.
LlbgcbiNlkt l'ronlllki IV. 845,