Druckschrift 
1 (1874) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1245 bis 1420
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

Mai 1380.

71

R7Z

Zürich. I5NN, I. Mai (an dem ersten Tage Meiicn.)

Böhmer : Urkundenbuch von Frankfurt am Main, II. Seite 7lN.

^ Die von Zürich, Bern, Solothurn, Lucern und Zug schreiben an ihre Freunde und Eidgenossen vonFrankfurt: Nm ihre Mischelligkeiten mit Herzog Leopold von Oesterreich haben ihre beiderseitigen Eidgenossenvon ^traßbnrg, Mainz, Speicr, Basel, wie auch des Reichs Städte zu Schwaben und in Franken eine Be-ledung und Tading gewacht, ivorauf jedoch «och kein AuStrag erfolgt sei; weiter haben sie in derselben Sachen»en andern Tag auf den nächsteil Sonntag vor Pfingsten (3. Juni) nach Zürich angesetzt. Frankfurt wird"uil gebeten diesen Tag zu beschicken, und die Boten am Borabende desselben zu Zürich bei ihnen zu haben.

Auch abgedruckt schweizerischer Geschichtsforscher X. 22S. Vgl. Bischer, Regesten Nr. 2S».

I5L«, 3. Juni.

Staatsarchiv Bern.

^ ^ ^-ag der Eidgenossen unter Vermittlung der Reichsstädte mit den Näthen des Herzogs Leopold vonÖsterreich über Verlängerung des Waffenstillstands vom 22. Februar vorhin.

Uebcr die Verhandlungen dieses schließlich rcsultntloscn Tages besitzt das Staatsarchiv Bern (Ausland III.wser und Reich) einen Bericht (ohne Datum) des bernischen Voten Peter von Balm an seine Herren:

Nach minem willigen dienste, liebe Herren, wissent, daz des Richcs Stette sint komm vor niinS Herrn Nettenvon Oestcrrich vnd han vns den Eitgenossen geseit, daz si cnkeinen langen frid können vinden, es si denn daz dieEitgenosscn alle ding wider tun woltin, vnd han vns des Riehes Stette gebetten, daz wir, die Batten, daz widerheim woltin bringen vnd vnS da vnder gütlich woltin bedenken, so fanden si wol einen fried vierzig jar; darumbsullent ir antwurt geben."

Item Hand vns des Nichs Stette gebetten, möchte daz nit sin, daz wir inen woltin getruwcn vin einen fridZe machene vntz vf Sant Johans Tag oder vf Sant Jacobstag oder ein ganz Jar, daz hant si ouch gerett mit unsHerrn Retten, die wend durch iren willen dem Herrn nachschicken vnd wend darumb ein Antwurt geben vf dennächsten Samstag vnd füllen wir, die Eitgenossen, dar vmb Antwurt geben nu an Sunncndag ze Zürich vnd wellcntouch des Niches Stett dez da beitcn; dar vmb gend ouch ein Antwurt."

Ist daz ir daz mehnent ze tunne, so schickent mir einen versigelten brief mit der Stat Hangendem Jngesigelwie wir den frid besorgen vnd mit der Herrschaft machen, daz ir den wellcnt stet halten, als ouch der vordrig brief,stund. Ist, daz die Eitgenossen daz vf wellent nemen, so flirren si ir Jngesigel gen Zürich, daz mich wol an denBotten dunket. Es ist ouch ob allen dingen bereit, daz diser frid bestan sol vnz vf vnser frowcntag, in aller dermaße als der fridbrief wiset; daz man jetz vast füret Salz vnd ander ding haruf. Gat ouch dirr frid für sich ein<v«r, sol ouch jederman inne han daz er vntz har inne gehcpt hat."

Lieben Herren, fürderent minen knccht, wan er Tag vnd nacht riten mus, wand ich es bi nüt möchti errittcnhan «

Abgedruckt bei v. Wattenwyl, Geschichte von Bern II. 268.

Am 15. Mai vorher hatte zu Baden im Aargau ein Tag der schwäbischen Städte und Basels mit den RathenHerzog Leopolds stattgefunden, auf welchem diese (Hans Truchseß von Waldburg, Lnndvogt im Argau, Thurgau undchwarzwald, Graf Rudolf von Sulz, Heinrich von Nandegg, Vogt zu Schaffhauscn, Hermann von Bubendorf undernher Schenk von Bremgarten) als Bevollmächtigte des Herzogs niit jenen eine Uebereinkunft abschlössen, wodurchverschiedene Beschwerden der Städte Basel, Ulm, Augsburg ze. :c. theils erledigt, theils an Schiedgerichtc gewiesen wurden.

Abgedruckt in Vischer's deutschen Forschungen III. 35., Beil. 3. nach Archiv Stuttgart. Weitzsäter,

NeichötagSaeten I. S. 452.