33Unsicher und grob empirisch ist der Gebrauch ei-nes jeden Mittels, von welchem blos der Zufall dieWirksamkeit hat kennen lernen, wenn nicht entwederdurch eine genaue Beobachtung die eigentliche Wir-kung des Mittels, und unter welchen Bedingungensie sich einstellt, erkannt; oder durch Untersuchungder Bestandtheile des Mittels seine Heilkraft mitSorgfalt theoretisch ergründet worden ist.Läßt aber eine genaue und richtige Beobachtungüber die eigentliche Wirkungskraft des Mittels, undden dazu gehörigen Bedingungen keinen Zweifel übrig;oder ist durch Untersuchung der Bestandtheile und theo-retische Prüfung der Art und Weise, wie diese in denmenschlichen Körper zu wirken, und die Ursach einerKrankheit zu heben vermögend sind, mit Bestimmtheitherausgebracht, und hiedurch die zufällige Erfahrungbewährt und berichtigt; so hat der Arzt das Recht einsolches Mittel zu gebrauchen, wenn auch alle seineMitärzte noch so sehr dagegen schrieen, und über dieUngewöhnlichkeit und Neuheit des Mittels herführen.Von vernünftigen Aerzten hat man ein solches Schreyenohnehin nicht zu besorgen. Diese lassen sich die ge-machte Erfahrung vortragen; untersuchen sie nach lo-gischen und medizinischen Gründen, und verwerfenoder nehmen an, tadlen oder billigen, nachdem dieErfah-
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Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
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