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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
368
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368fügung durch das französische Gesetz vom 27. Pluviose JahresXIII, nach welchem den anschießenden Uferbesitzern die Fischereiübergeben wurde. (Präfectur=Akten I. XIII, fol. 245.) Auchheißt es in den betreffenden Verordnungen: „Das Bewässernder Wiesen aus der Niers muß, dem Herbringen gemäß, jedemAnschießenden freistehen.“ Die Niers ist in den letzten Jahreninfolge der darin abfließenden schädlichen Farbwasser sehr fisch-arm geworden.Bei Voßenhof nach dem Venn bei Süchteln in der Nähedes Heiligenberges war eine Schiffsfähre, welche bis zum Jahre1809 bestand. Das „Fähr“ war an Sonntagen für diejenigenwelche zur Kirche gingen, frei. Auch bei Neershof war eineSchiffsfähre, welche die Passage der Niers vermittelte. Hierwurde auch 1791 der Mörder des Kindes Terporten in derMitte der Niers durch den Kempener an den SüchtelnerSchultheiß abgeliefert. Johannes Könings, gebürtig bei Neersen,hatte das Kind Anna Margaretha Terporten im SüchtelnerBusche ermordet. Als er flüchtete, wurde er in Vorst ergriffen,und später zu Kempen gerädert. Ein steinernes Kreuz beiWiemeshof an der Dülkener Landstraße bezeichnet den Ort derMordthat und trägt die Inschrift:ANNO 1791 DEN 19. MAI IST ANNA MARGARETHATERPORTEN DURCH DEN MÖRDER IOHANNKÖNIGS UMGEBRACHT.Hagen zählte im Jahre 1875 378 Einwohner, wovon257 Katholiken und 4 Evangelische auf die Pfarre Anrath und117 auf die Pfarre Oedt kommen. Der Viehstand stellte sichwie folgt: 35 Pferde, 137 Stück Rindvieh, 3 Esel, 5 Schafe,129 Schweine und 39 Ziegen.Früher war die Gänsezucht sehr bedeutend. Stand dasBruch unter Wasser, so mußte man die Gänse in den Ställenhalten. Die Zuwiderhandlung wurde, wie aus einem Erlaßdes Schultheißen Ditgen vom Jahre 1775 hervorgeht, mit vierGoldgulden Strafe belegt. Ein anderer Erlaß des Schultheißende Plönnies von Kempen vom 24. Juni 1759 verordnet unter10 Goldgulden Strafe, die „Schüpp“, eine Wasserleitung, zuschneiden und zu reinigen.Die Landstraße von Vorst nach Süchteln wurde im Jahre1840 angelegt. Diejenige von Hagen nach Oedt wurde 1846gebaut. Nach einem uns vorliegenden Kostenanschlag aus den