353Lacomblet!) als Kahn vorkommt, sind die Meinungen getheiltUnserer Ansicht nach ist „Kehn“ ein dem Lateinischen entstam-mendes Wort. Der Name „Kenn“ kommt auch anderwärtsvor und ist von canna, Schilf, Rohr 2c. herzuleiten. Die Um-gebung des Kehner Feldes bestand meist aus mit Schilf undRohricht bewachsenen Sümpfen. (Vergl. Keltische Ortsnamenvon H. Marjan, 3. Theil, S. 15. Aachen 1881.Die ältesten Höfe zu Kehn sind folgende: Groß=HöhKlein=Lind, Groß=Bongartz, Groß=Lind, Kauertz, Harter, Lücker,Pashof, Ingerhof, Gieretz, Kehner, Grund, Reiners, Gelles-oder Etgenhof, Brügger, Heinkes, Rütges, Fings, Baiertz,Schouten, Uellertz, Gather, Dommers, Berschel, Elser, Süsters,Claasen, Becks, Bömsges, Pempertz, Neuenhaus und Götschkes.Ob das Haus Donk zu Kehn gehörte, war in älterer Zeitzweifelhaft, indem im 16. Jahrhundert durch einen Prozeß ent-schieden werden sollte, ob Donk auf Kehner oder Vorster Gebietgelegen sei. Damals wollte man behaupten, daß die Grenzliniein der Mitte durch das Gut liefe. Der Ausgang dieses Prozessesist jedoch nicht zu ersehen.Die Abtei M. Gladbach besaß 1492 eine Jahresrente von25 oberländischen rheinischen Gulden, welche jährlich um Remigiizu zahlen waren, theils aus einem Zehnten, Pimperlichs genanntgelegen im Kirchspiel Anrath (zu Kehn), welcher in 34 paarKorn bestand.?) Es ist dies wohl derselbe Zehnte, von welchemes (a. a. O.) heißt: „Decimam dictam Kehner-Zehnt, Kempenae acquisivit.Wie bereits früher bemerkt, hatte der Dingstuhl Kehnsein eigenes Gericht. Die Sitzungen fanden in Aurath unterdem Vorsitz des Liedberger Vogtes statt. Das Amt der Scheffenschien an gewissen Höfen zu haften. Zu Kehn hatte sich alsoschon früh ein Gemeindewesen entwickelt, und diese Selbstständig-keit hat die Honnschaft sich in den drückenden Tagen der Revo-lution und der Fremdherrschaft zu erhalten gewußt.***1) Archiv VI. 2. Bd. S. 243.2) Ropertz, Quellen und Beiträge zur Geschichte der Benediktiner-Abtei in M. Gladbach, p. 124.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Seite
353
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten