—8 352Siebenunddreißigstes Kapitel.Die Honnſchaft Kehn.Inhalt: Zur Topographie. — Die Höfe und Güter.Die zur alten Pfarre Anrath gehörige frühere LiedbergerHonnschaft Kehn dehnt sich zwischen den Ortschaften Anrath,Vorst und St. Tönis aus. Nördlich reichte die Grenze bis indie Nähe von Vorst, wo ein Boch die jetzigen Pfarreien Anrathund Vorst von einander scheidet. Gegen Osten wurde Kehnvon der kleinen Honnschaft (St. Tönis) und südlich von einemTheil derselben, von Kleinkempen begrenzt. Nach einer unsvorliegenden älteren Karte!) bildete Kehn gegen Süden einenStreifen, der sich bis in die Nähe des Fleckens Anrath erstreckteund zu beiden Seiten von Kleinkempener Territorium einge-schlossen war, westlich war ein Theil von Vorst angrenzend.Ganz zusammenhängend war die Honnschaft Kehn nicht. Dieselbe besaß eine ostwärts im Kempenschen liegende Enclavemit den Gütern Paßen, Plücks 2c., sowie eine andere Enclavebestehend in einem mit Wohnungen bebauten Grundstücke,südöstlich von Vorst in der Nähe der Reckenhöfe. Auch warder östliche Theil der Honnschaft mit dem westlichen größerenTheil nicht zusammenhängend, sondern ein zur kleinen Honrschaftvon Kempen gehörender Streifen Landes mit einigen Ansiedelungentrennte Kehn in zwei Theile.Der Ackerboden ist, besonders an den höher gelegenenStellen, als ein sehr guter zu bezeichnen. Der Umstand, daßvon Kehn aus schon vor ca. 200 Jahren Weizen=Renten andie Kirche zu Anrath entrichtet werden mußten, deutet daraufhin, daß hier ein blühender Kulturzustand sich schon früh ent-wickelt habe.Ueber den Ursprung des Namens „Kehn“, der bei1) Gemeinde=Archiv zu Anrath.2) Vergleiche Lentzen und Verres, Geschichte der HerrlichkeitNeersen und Anrath. S. 17.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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