345schwebenden beizustehen. Von Nah und Fern kommen fort-während Gebissene hieher, und man behauptet, daß es nochnie erhört worden sei, daß Jemand, der hier Rettung gesucht,von der Wuthkrankheit befallen worden wäre. Der Volks-glaube an die sichere Wirkung des Brodes, Gebetes 2c. istunerschütterlich. Für diese Verrichtungen hat der Pastor keineEinnahmen. Wer von den Hülfesuchenden etwas spenden will,kann etwas für die Armen oder für die Kirche opfern. Auchdie sogenannten Hubertusschlüssel zum Brennen der Hunde, umsie vor der schrecklichen Krankheit zu bewahren, werden inSchiefbahn angewendet. Das Brennen wird gewöhnlich durchden zeitigen Küster besorgt, kann jedoch auch von jeder anderenPerson geschehen.*) Die Wirkung des Brennens ist nach demVolksglauben so sicher, daß nach diesem noch nie ein mit demHubertusschlüssel gebrannter Hund wuthkrank geworden, resp.Schaden angerichtet habe.Eine vollständige Reihenfolge der Küster ist nicht zugeben. Die bekannten sind folgende: Christian Grüter1551; Pauls, Küster 1565; Schrörs, Küster und Schul-meister gegen 1650; Adamus Toups, (auch Toupsius)Küster, Schulmeister und Notar, ϯ 25. Febr. 1691; JohannJoseph Pauwen, Küster und Schulmeister 1762; AdolphusPawen, Küster 1810. Dann folgt Cornelius JosephusPauen, Küster und Lehrer, 1818 als der Letzte, welcherdie Küster= und Lehrerstelle zugleich bediente.e*) Diese Schlüssel werden in St. Hubert, einem kleinen belgischenStädtchen in den Ardennen, wo die Stola des h. Hubertus aufbe-wahrt wird, von dem dortigen Dechant gesegnet. Vgl. hierüber dietreffliche Schrift des Herrn Pfarrers Heggen in Erkrath: Lebenund Wirken des h. Hubertus. Elberfeld bei Pleß.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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