346 —Fünfunddreißigstes Kapitel.Das Armenwesen. Die Schule.Von Stiftungen an die Armen sind folgende bekannt:Die Armen besaßen bis zur französischen Invasion einenmit schweren Eichen bestandenen Busch von 7 Morgen, welcherin Aachen verkauft wurde. Ankäufer war Mörs; jetzigerEigenthümer: Geschwister [Linnen zu Willich. Dieser Waldwurde zu Ackerland urbar gemacht, und liegt in den Gater-büschen in der Nähe des Telenhofes.Esther Königs vermachte den Armen 1 Morgen Landund 100 Rthlr.Christoph Grefrath und Agnes Lingmanns ver-machten 1760 1 Morgen Land, an Hosch gelegen.Bei den alten Stiftungen für Anniversarien ist auch viel-fach der Armen gedacht, da es heißt: 50 Rthlr. für die Kircheund 50 Rthlr. oder 25 Rthlr. für die Armen. Als aberdie Civil=Armenverwaltung gesetzlich eingeführt worden, sinddiese Legate von dem Kirchenvermögen getrennt worden.Im Jahre 1824 schenkte Jungfer Anna MargarethaNehn den Armen 500 Rthlr.Das Vermögen der Armen beträgt jetzt ca. 6700 MarkKapital und 2 Morgen Land. Von der Civilgemeinde wirdjährlich ein Zuschuß von 1500—1800 Mark gegeben. DieArmenpraxis wird von Dr. med. Pastern in Willich ausgeübt,welcher dafür jährlich 150 M. bezieht.Die Nachrichten über die Existenz einer Schule reichenbis ins Jahr 1604 hinauf. Zur Zeit des Pastors JohannAdam Schlöt (1604—1654) wurde nämlich ein Vertraggeschlossen mit dem damaligen Küster Schrörs. Diesem Ver-trage zufolge sollte der Küster verpflichtet sein, auch Morgensund Nachmittags Schule zu halten, und den Kindern Unterrichtim Lesen, Schreiben und in den vier Species zu ertheilen,auch dieselben mit dem Katechismus und der biblischen Geschichtebekannt zu machen und überhaupt für eine religiöse ErziehungSorge zu tragen. Auf Kosten der Kirche wurde ein Schul-
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Seite
346
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten